Deutlich weniger Übernachtungen in Engelberg

Engelberg rechnet in der noch bis Ende Mai laufenden Wintersaison mit einem Rückgang der Übernachtungen zwischen 8 und 12 Prozent. Die Bergbahnen Titlis-Rotair schätzen ihrerseits den Frequenzrückgang auf 10 bis 15 Prozent.

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Engelberg mit dem Hausberg Hahnen (l.) sowie der Titlis. (Bild: swiss-image.ch/Christian Perret)

Engelberg mit dem Hausberg Hahnen (l.) sowie der Titlis. (Bild: swiss-image.ch/Christian Perret)

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass Engelberg in den letzten Jahren einen starken Zuwachs verzeichnete. So erzielten die Titlis- Bahnen im Geschäftsjahr 2010/11 das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Und bei den Logiernächten konnte der Obwaldner Kurort in den letzten fünf Jahren Zuwachsraten von jährlich 4 bis 6 Prozent verrechnen.

«Jetzt sind wir wieder auf dem Niveau der Jahre 2001 bis 2003», sagte Frédéric Füssenich, Direktor von Engelberg-Titlis-Tourismus gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Auch die Titlis-Bergbahnen, so Marketing-Direktor Peter Reinle, liegen leicht unter dem Fünf-Jahres- Durchschnitt, aber nicht dramatisch.

Während man bei den Schweizer Gästen zulegen konnte, gingen vor allem die Übernachtungen von Gästen aus Deutschland und Holland stark zurück. Die Stammkundschaft entwickelte sich laut Füssenich stabil, rückläufig waren Reisegesellschaften.

Frankenkurs nicht allein ausschlaggebend

Dass man in Engelberg unter dem starken Franken leidet, ist unbestritten. Nach einer - nicht repräsentativen Umfrage - unter den Gästen spielen aber weniger die Übernachtungs- und Ticketpreise eine Rolle, sondern die übrigen Aufwendungen: Anreise, Essen im Restaurant, Einkäufe.

Doch ist der Frankenkurs nicht der alleinige Grund für die Einbussen. Vor allem das Wetter spielte in der laufenden Wintersaison nicht mit.

Vorerst kam der Schnee erst spät, Mitte Dezember. Dann gabs bei den Titlis-Bergbahnen bis Ende Januar an sechs Tagen Betriebsunterbrüche wegen Sturm. Reinle: «Das haben wir sonst nicht in dieser Menge. Und das kann man fast nicht mehr einholen.» Dann folgte Ende Januar bis in den Februar hinein die grosse Kälte.

«Da sind einfach weniger Leute gekommen», so Reinle. Laut Direktor Füssenich warten die Leute heute auch länger zu mit buchen und sie bleiben weniger lang. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Hotel lag im Winter 2010/11 noch bei 2,5 Tagen; jetzt ist sie weiter gesunken.

«Wir dürfen nicht jammern!»

Füssenich: «Statt einer Woche Ferien macht man beispielsweise zwei Wochenende.» Wenn am Mittwoch die Wetterprognose für das Wochenende gut ist, so Füssenich, dann allerdings profitiere Engelberg davon.

An Sonderaktionen präsentierte Engelberg in diesem Winter eine «Ladys Week» (Frauen konnten eine Woche lang gratis skifahren; das brachte etwa 700 Logiernächte) und eine «Kids Week» (gratis Skischule für Kinder, die mit ihren Eltern in Hotels Ferien machen).

Es werde weitere Aktionen in dieser Richtung geben, so der Tourismus-Direktor, aber man gehe nicht so weit wie andere Orte. «Es ist schon gefürchig, welche Rabatte da den Gästen hinterher geworfen werden.»

«Wir dürfen nicht jammern», meint Peter Reinle von Titlis-Rotair. Man habe das Glück, dass man die Hälfte des Umsatzes im Sommer mache und da sehe es dank den Asiaten sehr gut aus. «Ich sehe jedenfalls nicht so schwarz!»

sda