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Schutzprojekt Kleine Schliere: «Die Alpnacher sollen einen Mehrwert haben»

Das Schutzprojekt an der Kleinen Schliere wird konkreter, wie die Verantwortlichen zeigen.
Robert Hess
Haben über das 35-Millionen-Projekt informiert: Seppi Berwert (rechts) und David Zihlmann. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 21. September 2019)

Haben über das 35-Millionen-Projekt informiert: Seppi Berwert (rechts) und David Zihlmann. (Bild: Robert Hess, Alpnach, 21. September 2019)

«Das Dossier Hochwasserschutzprojekt Kleine Schliere wird noch im Verlaufe dieses Monats fertiggestellt.» Dies sagt Seppi Berwert, Forstingenieur ETH und Inhaber der projektierenden Firma Belop GmbH, Sarnen, am zweiten öffentlichen Informationsrundgang, der kürzlich über die Bühne ging. In einem nächsten Schritt geht das Projekt in die Vernehmlassung bei den kantonalen Ämtern und anschliessend zur Beurteilung ans Bundesamt für Umwelt.

Am ersten Informationsrundgang vom 24. August war das Entlastungsbauwerk Chlewigen im Mittelpunkt gestanden, das die dosierte Weiterleitung von Wasser, Geschiebe und Schwemmholz gewährleistet. Der zweite Rundgang, an dem über 30 Personen teilnahmen, führte vom inzwischen abgebrochenen Grundersteg dem Schlierenkanal entlang und über den Unterlauf der Kleinen Schliere bis zum Alpnachersee. Die Referenten Seppi Berwert und der Umweltingenieurwissenschaftler David Zihlmann, Mitarbeiter der Schubiger Bauingenieure AG, Hergiswil, informierten über die dringend notwendige Sicherung und Erneuerung des Schlierenkanals sowie über die Renaturierung und die Aufwertung des Unterlaufs.

Zentraler Punkt: Ökologische Aufwertung

Zu hören war etwa, dass der Schlierenkanal bald schon 90-jährig wird und seinen Zweck wie bisher erfüllen muss. Er werde deshalb in Stand gestellt und die 93 Schwellen werden verstärkt, so Zihlmann.

Neben der Erneuerung von beschädigten Bauwerken, müssen im Unterlauf der Kleinen Schliere, von der Autobahnbrücke bis zum See, Massnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gebietes getroffen werden. So wird ein Fischaufstieg vom See bis ins Gebiet Chlewigen gefordert. Wo nötig, werden das Flussbett verbreitert und die Uferzonen renaturiert. Der bestehende Kanal unterhalb der Städerriedbrücke vor der Einmündung in den Alpnachersee wird zurückgebaut und das Gerinne Richtung Flugplatz erweitert sowie ökologisch aufgewertet. Dank des schwachen Gefälles kann sich im unteren Abschnitt das Schwemmholz und Geschiebe kontrolliert und gleichmässig ablagern.

Ersetzt wird die bestehende Städerriedbrücke. Die neue Brücke wird so breit gebaut, dass ein Kreuzen von Fahrzeugen mit Fussgängern und Velofahrern möglich ist. Sie wird für Fahrzeuge bis zu 40 Tonnen ausgelegt. Doch weshalb eine derart starke Brücke? Laut Seppi Berwert ist damit auch der Zugang mit schweren Maschinen und Fahrzeugen auf beide Seiten des Unterlaufs möglich, falls dies notwendig werde. «Und der Kostenunterschied zwischen einer 28- und einer 40-Tonnenbrücke ist nicht so gross.»

Bevölkerung soll Zutritt haben

Bei so viel ökologischer Aufwertung stellt sich die Frage, ob der folgende Schritt nicht ein Betretungsverbot nach sich ziehen wird. Laut Berwert ist kein solches geplant. Dies bestätigte Martin Schünemann, Leiter Bau, Unterhalt, Werke der Gemeinde. Die Projektgruppe sei klar der Meinung, dass die Flächen der Bevölkerung zur Verfügung stehen müssen, etwa zur Freizeitgestaltung. «Wir wollen damit auch für die Alpnacher einen Mehrwert schaffen.» Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 35 Millionen Franken.

Hinweis
Dritter Inforundgang am 19. Oktober, 9 bis 12 Uhr. Thema: Entlastungskorridor bis zum See.

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