Die Angebote von Pro Senectute Obwalden sind beliebt

Die Teilnehmerzahlen für die Kursangebote für ältere Menschen steigen. Bei den Finanzen ist die Organisation mehr auf Spenden angewiesen.

Martin Uebelhart
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Eine Jugendliche und ein Senior während der Handyfragestunde der Pro Senectute und der Jugendarbeit Sarnen.

Eine Jugendliche und ein Senior während der Handyfragestunde der Pro Senectute und der Jugendarbeit Sarnen.

Bild: PD

Der breitgefächerte Bewegungsbereich bei den Kursen von Pro Senectute Obwalden hat im vergangenen Jahr 5593 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angezogen. 2018 waren es 5441. Die Spanne reicht dabei von ganzjährigen oder saisonalen Angeboten bis hin zu Kursen im Bereich Prävention. Eine Zunahme gab es laut dem Jahresbericht der Organisation auch bei den Angeboten im Bereich Bildung und Kultur. 2018 wurden 1013 Teilnehmende gezählt, 2019 waren es 1258.

Daniel Diem, Geschäftsführer der Pro Senectute Obwalden.

Daniel Diem, Geschäftsführer der Pro Senectute Obwalden.

Bild: PD

Die Angebote der Pro Senectute sollen nicht nur nach dem Genussprinzip funktionieren, schreibt Geschäftsleiter Daniel Diem in seinem Bericht. Sie sollen auch zum Erhalt der Gesundheit, des sozialen Lebens und zur Wahrung der Selbstständigkeit beitragen. Das Wachstum bei den Kursen führt Diem auf Anfrage auf die Zunahme der Bevölkerung und die Demografie zurück. «Wir versuchen zudem, mit neuen Angeboten neue Leute anzusprechen», hält er fest. Diesen Sommer etwa gibt es erstmals einen Kanu- und Kajakkurs. Die Angebote würden laufend weiterentwickelt. «Altes Bewährtes und neues Erfrischendes anzubieten, ist der Spagat, in dem wir uns bewegen», hält Daniel Diem fest.

Am meisten Beratungen zu Finanzen und Recht

Ein intensives Jahr habe auch die Sozialberatung hinter sich, so der Jahresbericht weiter. Die Zahl der Anfragen sei 2019 auf einem hohen Niveau geblieben. Kompetent und kostenlos habe das Sozialberatungsteam 250 Personen und teilweise auch deren Angehörige beraten. Die Komplexität in der Beratung habe zugenommen, was zu mehr Zeitaufwand und längeren Begleitungen geführt habe. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass rund 70 Prozent der Personen, die Beratungen in Anspruch genommen haben, zwischen 70 und 89 Jahre alt sind. Über vier Fünftel der Beratungen betreffen dabei die Themen Finanzen und Recht.

Der Mahlzeitendienst konnte 2019 mit 7770 verteilten Mahlzeiten 13 Prozent mehr Essen ausliefern. Die Zahl der Bezüger ging dabei leicht zurück, doch wurden pro Bezüger mehr Mahlzeiten bestellt. Das spreche laut dem Bericht auch für die vielfältige Küche des Kantonsspitals.

Rechnung weist ein Minus aus

Mit einem Minus von knapp 23'000 Franken schliesst die Jahresrechnung für 2019 ab. Mit über 382'000 Franken seien die Einnahmen aus Spenden, Sponsoring und Legaten ausserordentlich hoch. Knapp zwei Drittel davon seien jedoch zweckgebunden und ein weiterer Teil sei für dringend notwendige Investitionen zurückgestellt worden. Diese Reserven ermöglichten es der Pro Senectute, längerfristig zu planen und das Dienstleistungsangebot auszubauen. Das Minus, das trotz einer Ertragssteigerung beim Dienstleistungsangebot und einem deutlich verbesserten Finanzergebnis entstanden sei, sei unter anderem auf gekürzte Subventionen des Bundes zurückzuführen und darauf, dass anrechenbare Leistungen nur zur Hälfte mitfinanziert würden.

Die Pro Senectute sei noch mehr auf Spenden angewiesen, sagt Daniel Diem mit Blick auf die Finanzen. «Etwas mehr als die Hälfte der Erträge erwirtschaften wir selber», hält er fest. Man werde auch das Gespräch mit dem Kanton und den Gemeinden suchen. Pro Senectute habe auf Schweizerischer Ebene einen Leistungsvertrag mit dem Bund. Diem hofft, dass dieser an die demografische Entwicklung angepasst werde. Nicht zuletzt müsste man berücksichtigen, dass Obwalden zu jenen Kantonen mit einer überdurchschnittlichen Abwanderung junger Leute gehöre und so der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung grösser sei.