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Die Belle Époque soll wieder aufleben

Ende 2018 erhält Engelberg sein erstes Fünfsternehotel. Am 4. April 2016 war der Spatenstich für das Grand Hotel Titlis Palace – so der Name des neuen Hauses.
Martin Uebelhart
Yunfeng Gao schickt sich an, mit dem Bagger die erste Schaufel Erde zu graben. Vorne Toni Bucher (rechts) und René Affentranger von der Eberli Sarnen AG. Bild Corinne Glanzmann (Engelberg, 4. April 2016)

Yunfeng Gao schickt sich an, mit dem Bagger die erste Schaufel Erde zu graben. Vorne Toni Bucher (rechts) und René Affentranger von der Eberli Sarnen AG. Bild Corinne Glanzmann (Engelberg, 4. April 2016)

Yunfeng Gao legte im blauen Eberli-Bagger gleich selber Hand an. Nach kurzer Einweisung zog der chinesische Investor beherzt an den Steuerknüppeln, und die Schaufel ritzte eine Rasenfläche im Kurpark hinter dem Hotel Europäischer Hof. Vor diesem Moment lag eine Zeit, in der mehr als einmal langer Atem gefragt war, wie gestern in verschiedenen Ansprachen zum Ausdruck kam.

«Heute ist für mich und unser Hotelprojekt ein ganz grosser Tag», sagte Gao. «Mit dem Spatenstich erfüllt sich mein seit Jahren gehegter Wunsch, hier in Engelberg an dieser einmaligen Lage am Kurpark ein Hotel zu realisieren.» Gao bedankte sich bei der Sarner Firma Eberli und bei den Baubewilligungsbehörden Engelbergs und des Kantons Obwalden. Mit dem Spatenstich beginne hier in Engelberg eine neue Ära.

Anknüpfen an Hoteltradition

«Gemeinsam mit dem einstigen Grand Hotel Europäischer Hof wollen wir mit dem Hotelneubau an die einst glanzvolle Zeit der Belle Époque anknüpfen.» Er sei überzeugt, dass hier etwas Schönes und Einmaliges realisiert werde, auf das die Engelberger Bevölkerung ebenso stolz sein soll wie er. Die hier früher gelebte Hoteltradition solle wieder aufleben. Vor diesem Hintergrund sei auch die Namensgebung zu verstehen.

Gemeinsam mit Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG, enthüllte Gao eine Tafel mit der Aufschrift «Grand Hotel Titlis Palace». Bucher hielt fest, er beschäftige sich seit 2005 mit dem Hotelbau und sei mittlerweile beim fünften Projekt angekommen. Er dankte Gao für die Geduld und Ausdauer. Die immer wieder neuen Hürden seien für ihn nicht einfach zu verstehen gewesen. Gegenüber den Medien räumte Gao ein, dass die Verzögerungen natürlich Geld gekostet hätten. «Doch wir haben den Glauben an das Projekt in Engelberg nie verloren», betonte er und liess durchblicken, dass er sich durchaus vorstellen könnte, eines Tages in die Schweiz zu ziehen.

Längere Verweildauer

Landammann und Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Fünfsternehaus mehr Gäste anziehe, die eine Woche oder gar länger bleiben. Das werde sich positiv auf die in jüngster Vergangenheit gesunkene durchschnittliche Verweildauer auswirken. «Eine längere Verweildauer bedeutet auch eine höhere Wertschöpfung», hielt er fest.

«Das zukünftige Hotelangebot kann eine Angebotslücke schliessen», zeigte sich der Engelberger Talammann Martin Odermatt überzeugt. Schliesslich sei das Erstklasshotelsegment in der Zentralschweiz bisher untervertreten. «Das neue Hotel wird viele neue und vermehrt zahlungskräftige Gäste in unser Hochtal bringen.» Nicht zu unterschätzen sei der volkswirtschaftliche Nutzen, der durch die Schaffung von rund 100 Arbeitsplätzen entstehe. Erfahrungen aus ähnlich gelagerten Hotelprojekten zeigten, dass auf drei Hotelarbeitsplätze ein zusätzlicher Arbeitsplatz ausserhalb des Hotels entstehe.

100 Millionen Franken

Das neue Grand Hotel wird 117 Zimmer sowie verschiedene Restaurants, Bankettsaal, Seminarräume, Bar, Shop, Spa und einen Treatment-Bereich umfassen. Rund 100 Millionen Franken werden investiert. Durch das Überbauen des historischen Kursaals und den Zusammenbau mit dem bestehenden Jugendstilhotel Europäischer Hof wird das Hotel laut Projektbeschrieb als städtebauliche, architektonische und nicht zuletzt betriebliche Einheit entstehen. Die Eröffnung des ersten Fünfsternehotels ist auf Dezember 2018 geplant.

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