Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die Bergretter der Rettungsstation Sarneraatal hatten fordernde Einsätze

16 Einsätze verzeichnete die Alpine Rettung 2018. Das sind nicht so viele wie im Jahr davor, aber deutlich mehr als im langjährigen Durchschnitt. Schwer zu schaffen machte den Bergrettern ein Unfall eines Kollegen.
Marion Wannemacher
Ein Einsatz der Rettungsstation Sarneraatal auf der Fräkmünt. (Bild: PD, 16. Dezember 2018)

Ein Einsatz der Rettungsstation Sarneraatal auf der Fräkmünt. (Bild: PD, 16. Dezember 2018)

«Lawineneinsätze sind im Sarneraatal eher selten. Evakuationen von erschöpften, verirrten und blockierten Berggängern machen die meisten Einsätze aus», sagt Martin Küchler, Rettungschef im Sarneraatal. «Das sind Leute, die sich abseits vom Weg versteigen oder solche, die sich überschätzen. Sie haben sich etwas vorgenommen, werden von der Nacht überrascht und haben keine Kräfte mehr», nennt er zwei Beispiele. 16 Mal rückte die Alpine Rettung Sarneraatal im vergangenen Jahr im gesamten Gebiet (ohne Engelberg) aus. Gesamthaft leistete sie 2231 Arbeitsstunden.

21 Einsätze waren es im Jahr 2017. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Bedarf an Rettung zurückgeht. Im langjährigen Mittel nämlich, auf zehn Jahre zurückgerechnet, verzeichnet die Organisation durchschnittlich pro Jahr fünf Einsätze mehr.

Absturz eines Retters bei einer Übung am Wasserfall

Darunter waren auch Belastende. «Es ist herausfordernd, wenn man die Unfallmeldung erhält, dass ein Kollege schwer verletzt ist und man zu dessen Eltern heimgehen muss und nicht wirklich weiss, was passiert ist», erzählt Küchler.

Was war passiert? Ein Canyoningretter verunfallte bei einer Einsatzübung in der Kleinen Schliere. Der Bergretter rutschte an einem Wasserfall ab, als er sich zum Sprung bereitmachte. Er zog sich beim Sturz starke Rückenprellungen und innere Verletzungen zu. Zunächst habe er sogar noch an seinem Auftrag weiter gearbeitet, heisst es im Bericht. Als er jedoch Blut spuckte, schlugen seine Kollegen Alarm. Sie bauten eine Seilbahn, um ihn aus der engen Schlucht hochzuziehen. Vor Ort wurde er erstversorgt. Der Helikopter transportierte den Verletzten mit einer Winde ins Spital. Nach zwei Tagen habe der Kollege jedoch das Spital verlassen können. Heute sei er wieder gesund, versichert Martin Küchler.

Als anspruchsvoll erwies sich auch eine nächtliche Vermisstensuche in der Kleinen Melchaa bei Giswil Mitte August. Zuerst habe abgeklärt werden müssen, ob sich die als vermisst gemeldeten Personen überhaupt in der Schlucht befänden. «Nachdem die Polizei im Auto ihre Handys fand, mussten wir davon ausgehen, dass sie dort noch waren», erzählt Küchler. Eine Suche in der Nacht in solch schwierigem Gelände sei schwierig, betont er.

Zwei Canyoning-Retter fanden drei leicht unterkühlte, aber glücklicherweise unverletzte Sportler vor. Diese hatten die Lichtsignale der Alpinen Rettung bemerkt und sich mit Pfeifen bemerkbar gemacht. Nach ihren Angaben hatten die Sportler die früher einbrechende Dunkelheit massiv unterschätzt und konnten in der Schlucht nichts mehr sehen, um sicher weiter zu kommen.

Die meisten der über 2000 Arbeitsstunden entfielen im vergangenen Jahr übrigens auf Übungen. Zu den Schwerpunkten für das laufende Jahr sagt Küchler: «Wir sind daran, die Seiltechnik zu verbessern. In diesem Bereich haben wir gewisse Defizite entdeckt.»

76 aktive Mitglieder engagieren sich aktuell bei der Alpinen Rettung Sarneraatal. «Im Prinzip sind wir kleiner als die kleinste Feuerwehr im Kanton, decken aber das komplette Sarneraatal ab», meint Rettungschef Martin Küchler. «Wir investieren viel in Kurse», erklärt er. «Die Geräte werden anspruchsvoller und die Ansprüche der Bevölkerung an uns als Milizorganisation, dass wir die gleichen Leistungen erbringen wie die Professionellen, wachsen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.