Die CVP Obwalden unterstützt  Peter Krummenacher für den Nationalrat

Der von einem überparteilichen Komitee vorgeschlagene Sarner, selber CVP-Mitglied, zeigte sich erfreut, aber nicht überrascht.

Franziska Herger
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 Peter Krummenacher. (Bild: PD)

 Peter Krummenacher. (Bild: PD)

Per Applaus hat die CVP Obwalden an ihrer Parteiversammlung beschlossen, die Nationalratskandidatur von Peter Krummenacher zu unterstützten. Der 54-jährige Sarner ist CVP-Mitglied, wurde jedoch von einem überparteilichen Komitee aus CVP-, CSP- und FDP-Mitgliedern zur Wahl vorgeschlagen.

Die CVP finde es wichtig, dass für die grosse Kammer eine starke Persönlichkeit gewählt werde, welche die Interessen einer breiten Bevölkerung in Obwalden repräsentiere, sagte Parteipräsident Bruno von Rotz vor den 46 am Mittwochabend in Sarnen versammelten Parteimitgliedern.

Unterstützung diskussionslos gegeben

«Der Vorstand und die Geschäftsleitung der CVP Obwalden stehen auch nach den neuen Kandidaturen dieser Woche einstimmig hinter der Kandidatur von Peter Krummenacher», fuhr von Rotz fort. Die von der Parteileitung beantragte Unterstützung hiess die Basis diskussionslos mittels Applaus gut.

Dass ihn nun seine Partei offiziell unterstütze, freue ihn, meinte der Weinbauer und Jurist am Rande der Parteiversammlung. Er habe es aber auch erwartet. «Ich kenne diese Leute alle seit Jahren und sie kennen mich. Ein Nein hätte mich sehr überrascht.» Bei seinen Parteikollegen bedankte er sich für die Unterstützung, und fügte an, er werde sie brauchen: «Vor einer Woche dachte ich noch, die drei Kandidaten hätten je etwa 33 Prozent Wahlchancen. Nun hat sich die Situation verändert.»

Am Montag war bekannt geworden, dass auch Luke Gasser (parteilos) und Mirjam Hostetmann (Juso) in das Rennen um den Nationalratssitz steigen. Ebenfalls kandidieren bekanntlich Monika Rüegger (SVP) und Marco De Col (FDP). Bereits vor 12 Jahren wollte Luke Gasser in den Nationalrat. Damals verpasste CVP-Parteipräsident Patrick Imfeld die Wahl um 61 Stimmen, gewählt wurde Christoph von Rotz von der SVP. Luke Gasser habe die Stimmen der Mitte gespalten und damit zu Imfelds Niederlage beigetragen, hiess es darauf von der CVP.

Ob er Luke Gasser als schwierigen Konkurrenten sehe, wollte Peter Krummenacher auf Anfrage nicht kommentieren. Aber: «Die beiden neuen Kandidaten werden die SVP keine einzige Stimme kosten. Für die anderen wird es offensichtlich kein Spaziergang.»

Der Berater verteidigt seinen Beruf

Bruno von Rotz erinnerte die Parteimitglieder derweil mit Nachdruck daran, dass es bei den Nationalratswahlen nur einen Wahlgang gibt. Es bleibe daher kein Raum für Sympathiestimmen im ersten Wahlgang, denn der sei matchentscheidend.

Dem Entscheid zur Unterstützung von Peter Krummenacher war eine Befragung durch Cyrill Ettlin, dem Präsidenten der Jungen CVP, vorangegangen. Er sei als Nationalrat geeignet aufgrund seiner guten Sach-, Sprach- und Sozialkompetenz, meinte Krummenacher. Seine Tätigkeit als Berater bei der Firma Henley und Partner in Zürich, die etwa die SP Obwalden als «problematisch» bezeichnet hatte, verteidigte er. Er berate lediglich Klienten, die sich in einem Staat niederlassen wollten, der etwa ein Aufenthaltsrecht im Gegenzug für Investitionen anbiete. «Wir sind keine Passhändler, und das hat auch nichts mit Geldwäscherei oder Steuerhinterziehung zu tun», betonte Krummenacher.

Zur Finanzvorlage 2020 fasste die CVP diskussionslos und einstimmig die Ja-Parole.