Nidwaldnerin ist erste Chefin bei den Alpnacher Wägbuiärn

Der Verein Wägbuiär Alpnach feiert sein 30-jähriges Bestehen – zum ersten Mal mit einer Frau als Lagerleiterin.

Robert Hess
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Rahel Hess aus Wolfenschiessen leitet das Lager 2019 (Bilder: Robert Hess (Alpnach, 1. August 2019)

Rahel Hess aus Wolfenschiessen leitet das Lager 2019 (Bilder: Robert Hess (Alpnach, 1. August 2019)

Einen solchen Besucheransturm wie am 1. August hat die Alpnacher Alp Horweli im Grossschlierental wohl noch selten erlebt. Rund 400 Männer, Frauen und Kinder feierten das 30-jährige Bestehen des Vereins Wägbuiär Alpnach mit einem urgemütlichen Beisammensein im Horweli auf 1396 m. ü. M. Keine Frage, dass OK-Präsident Felix Kathriner und Vereinspräsident Tobias Pfister begeistert waren, dass sie mit dem Jubiläumsprogramm voll ins Schwarze getroffen hatten.

«Wir haben zwar – vor allem bei schönem Wetter – mit vielen Besuchern gerechnet, doch sind unsere Erwartungen weit übertroffen worden», bilanzierte Pfister gegen Abend des Nationalfeiertages.

Wanderung mit Walti Wallimann

Die bisherigen Präsidenten der Wägbuiär (von links): Gründerpräsident Otti Küng, André Imfeld, Kari Langensand mit Sohn Jorit, Lagerleiterin Rahel Hess, Tim Roth und amtierender Präsident Tobias Pfister. Unten: Besucher des «Jubifäscht».

Die bisherigen Präsidenten der Wägbuiär (von links): Gründerpräsident Otti Küng, André Imfeld, Kari Langensand mit Sohn Jorit, Lagerleiterin Rahel Hess, Tim Roth und amtierender Präsident Tobias Pfister. Unten: Besucher des «Jubifäscht».

Zum Programm gehörte am Vormittag auch eine rund dreistündige Jubiläumswanderung von der Alp Schoni auf «weniger bekannten Wegen», so Wanderleiter Walti Walimann. Sprich: zur Ettlismatt und über die Meienalp zum Horweli. Insgesamt 17 Personen machten vom Angebot Gebrauch. Sie trafen sich später beim Alpgebäude mit den vielen anderen Besuchern, die mindestens einen Fussmarsch vom Nübrüechli zur Alp Horweli (Fahrverbot) unternommen hatten, bevor sie den Festbetrieb mit musikalischer Unterhaltung in vollen Zügen geniessen konnten.

Auch wenn das «Jubifäscht» ein ganz besonderer Höhepunkt im diesjährigen Lager war, stand die eigentliche Aufgabe der Wägbuiär, die Verbesserung von Wanderwegen auf den Pilatusalpen auch diesmal im Vordergrund. Durchschnittlich 20 bis 25 Lagerteilnehmer sind seit vergangenem Samstag während einer Woche im Alpgebäude Horweli einquartiert und begeben sich von dort aus auf die verschiedenen Arbeitsplätze.

Sichtlich erfreut berichtete Präsident Tobias Pfister, dass mit Rahel Hess aus Wolfenschiessen erstmals eine Frau das Wägbuiär-Lager leitet. Die heute 23-jährige Sportartikelverkäuferin war im August 2014, zusammen mit Monika Durrer, Fachangestellte Gesundheit, eher zufällig auf der Ämsigenalp mit den Wägbuiärn in Kontakt gekommen. Seither sind die beiden stets mindestens für einige Tage dabei gewesen und haben die Kameradschaft und die besondere Arbeit genossen. «Es ist einfach schön, eine Woche lang mit dreckigen Händen zu arbeiten», hatte Durrer im August 2015 zu unserer Zeitung gesagt.

Mit dem Job der Lagerleiterin macht Rahel Hess nun eine Art Meisterprüfung. Die «unterstellten» jungen Männer – allen voran Präsident Pfister – sind sich einig: «Sie macht das ganz einfach sehr gut!» Lagerleiterin Rahel Hess freut sich denn auch riesig, «mit derart motivierten und einsatzfreudigen, zum Teil noch ganz jungen Leuten, zusammenarbeiten zu können.»

Die Wegverbesserungen umfassen ein rund drei Kilometer langes Stück Horweli-Lochalp, den «Chäswäg» ab Ettlismatt sowie den Höhenweg zur Schrotenegg. Geleistet werden rund 400 Arbeitsstunden.

Das Jubiläum bescherte einen Grossaufmarsch.

Das Jubiläum bescherte einen Grossaufmarsch.