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Die Obwaldner Jäger hoffen auf Schnee

Die Hochjagd im September hat nicht gereicht. Um dem hohen Hirschbestand Herr zu werden, darf an vier zusätzlichen Wochenenden gejagt werden. Doch das Jagdziel dürfte schwierig zu erreichen sein – erst recht, wenn der Schnee auf sich warten lässt.
Matthias Piazza
Hirsche in freier Wildbahn. (Bild: Romano Cuonz)

Hirsche in freier Wildbahn. (Bild: Romano Cuonz)

Die Jäger sind in den Obwaldner Wäldern wieder unterwegs. Dies, obwohl die eigentliche Jagdsaison, also die Hochjagd, Ende September endete. Grund dafür: Das erhöhte Kontingent wurde nicht erreicht. Von den Geweihträgern, also den Männchen, wurden 40 von erlaubten 50 Stück erlegt. Beim Kahlwild, das heisst Weibchen und Kälber, wurden bei einem Kontingent von 210 nur 109 Tiere geschossen.

In den vier Regulationsjagd-Wochenenden im November und Dezember dürfen noch 101 Hirsche geschossen werden. «Ganz sicher wird dieses Ziel nur schwierig zu erreichen sein», ist für den Obwaldner Jagdverwalter Cyrill Kesseli zur Halbzeit schon klar. Gerade einmal elf Hirsche konnten in den ersten zwei Nachjagdwochenenden erlegt werden. Für die verbleibenden zwei Wochenenden vom 30. November/1. Dezember und 14./15. Dezember gibt er sich aber zuversichtlich, dass den Jägern mehr Hirsche vor die Büchse kommen. «Bei diesem insgesamt milden Herbstwetter zeigen sich die Tiere nicht. Wir hoffen, dass es in der Höhe bald schneit. Dann ziehen sie in ihre Winterstände und sind darum leichter zu bejagen.»

Die Jäger seien noch motiviert, auch wenn einige im September schon ihre Ferien aufgebraucht hätten. «Viele Jäger suchen jetzt noch ihr Glück und wenden erneut wertvolle Zeit für die Jagd auf.»

Mit den voraussichtlich nicht ganz erreichten Abschusszahlen steht jetzt schon fest, dass sich die Probleme im Zusammenhang mit dem hohen Hirschbestand nicht in Luft auflösen. «Diesen Problemen kann man nicht mit einer Hauruckmethode Herr werden. Dafür braucht es mehrere Jahre», gibt sich Cyrill Kesseli realistisch.

Die Nachjagd ist nicht ganz unumstritten, wie ein Blick in den Kanton Graubünden zeigt. Dort reichte ein Jäger eine Initiative für die Abschaffung der Nachjagd ein. Die Tiere würden in der Winterruhe gestört, Hirschkühe mit Nachwuchs und auch Kälber würden dann geschossen. Die Bündner Regierung will allerdings am heutigen System festhalten. Voraussichtlich im Dezember befindet das Kantonsparlament über die umstrittene Jagd und im nächsten Sommer das Bündner Stimmvolk. Cyrill Kesseli will sich dazu nicht politisch äussern. «Aber eine Nachjagd ist in Obwalden unabdingbar, wenn es nicht gelingt, den Bestand während der Hochjagd im September zu regulieren.»

In Giswil ist der Tisch reich gedeckt

Der Hirschbestand in Obwalden wuchs in den vergangenen zehn Jahren stark an. Im Frühling dieses Jahres wurden 866 Hirsche gezählt, rund 400 davon alleine in der Gemeinde Giswil. Vor zehn Jahren waren es kantonsweit noch 374 Hirsche. «In Giswil findet das Wild einen attraktiven Winterlebensraum mit mildem Klima, gutem Nahrungsangebot und schützendem Wald vor. Dafür nimmt es lange Wege auf sich», begründet er den Grossaufmarsch in Giswil.

Das blieb allerdings nicht ohne Folgen. Die Tiere sorgten für Unmut und Schäden in der Landwirtschaft – und riefen sogar die Politik auf den Plan. So bekräftigte die Regierung im vergangenen Juni, auch aufgrund eines Vorstosses des Giswiler SP-Kantonsrates Ambros Albert, die Strategie der Bestandessenkung weiter zu verfolgen und Wildschäden abzugelten.

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