Die letzte Session von Nationalrat Karl Vogler in Bern

CSP-Nationalrat Karl Vogler wirft nach acht Jahren im Bundeshaus einen Blick auf seine letzte Session.

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Nationalrat Karl Vogler (links) im Gespräch mit dem Luzerner CVP-Kollegen Leo Müller in der Herbstsession. (Bild: Keystone/Anthony Anex, 12. September 2019)

Nationalrat Karl Vogler (links) im Gespräch mit dem Luzerner CVP-Kollegen Leo Müller in der Herbstsession. (Bild: Keystone/Anthony Anex, 12. September 2019)

Kann ein einziger Nationalrat eines kleinen Kantons in Bern überhaupt etwas erreichen? Eine Frage, die mir sehr oft gestellt wird. Meine Antwort ist klar: Ja, man kann. Vorausgesetzt sind Engagement, Dossierkenntnis, verbunden mit tagelangem Aktenstudium, Kompromissbereitschaft, aktive Kommissionsarbeit und Gespräche über die Partei- und Sprachgrenzen hinweg. Die Erkenntnis, als Vertreter eines kleinen Kantons im nationalen Parlament tatsächlich etwas bewegen zu können, ist eine meiner wertvollsten Erfahrungen der vergangenen Jahre.

Karl Vogler, Nationalrat, Obwalden. (Bild: PD)

Karl Vogler, Nationalrat, Obwalden. (Bild: PD)

Umweltpolitik muss im bürgerlichen Lager hohe Priorität erhalten. Davon bin ich überzeugt. Sich etwa für eine grüne Kreislaufwirtschaft, für eine wirksame Klimapolitik oder für Biodiversität zu engagieren, ist Pflicht verantwortungsvoller bürgerlicher Politik. Wenn in den letzten 30 Jahren fast 80 Prozent des Insektenvolumens verschwunden ist, weltweit eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind und sich die Erde aufgrund menschlicher Tätigkeit in einem Mass erwärmt, die es noch nie gegeben hat, so ist es höchste Zeit zu handeln. Der Schutz der Umwelt ist nicht linke Politik, sondern urbürgerliches Anliegen. Ob links oder rechts, wir haben nur eine Umwelt. Eine Umwelt, die aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Meinen bürgerlichen Kolleginnen und Kollegen im Parlament sage ich immer wieder: Wenn ihr nicht grün werdet, so wird das Parlament rot.

Es braucht mehr Sachpolitik, weniger Ideologie und mehr Verstand. Kommissions- und Parlamentsdebatten im Nationalrat sind zu oft von ideologischen, gehässigen Debatten geprägt. Das hat auch damit zu tun, dass die politischen Pole in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind. Parteiprofilierung, laute Töne und allzu einfache Rezepte tragen wenig zur Problemlösung bei. Gefragt in der Politik sind Sachlichkeit, Verstand und Respekt. Einzig das bringt die Schweiz weiter. Schon bald können die Wählerinnen und Wähler an der Urne dafür sorgen.

In den letzten Jahren erfuhr ich von breiten Bevölkerungskreisen grosse Unterstützung. Dafür danke ich von Herzen und wünsche Ihnen alles Gute! Alt Ständerat Hans Hess und Ständerat Erich Ettlin danke ich für die immer angenehme Zusammenarbeit.

Hier finden Sie die letzten vier Beiträge von Karl Vogler in der Rubrik Stimme aus Bern: