Die Messe als Charaktertest

Redaktor Philipp Unterschütz sinniert in seinem Blitzlicht über die verschiedenen Menschentypen, welche die Iheimisch besuchen.

Philipp Unterschütz
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Philipp Unterschütz.

Philipp Unterschütz.

Hoch interessant an der Iheimisch. Ich meine nicht nur die Aussteller, ich meine auch die Besucher. Da trifft man sie wieder – die ganz speziell ausgeprägten Messecharaktere. Da ist zum Beispiel der Sammler: Wo immer es geht, packt er ein: Kugelschreiber, Feuerzeuge und alles andere, was da an kleinen Gadgets angeboten wird.

Keine Taschen braucht dagegen der Degustant. Er besucht eine Messe in der Regel mit gehörigem Hunger. Aber auch er lässt keine Gelegenheit aus, um einzupacken. Er will schliesslich satt und falls möglich auch in heiterer Stimmung die Messe verlassen.

Auffällig sind auch die Quizzer. Sie füllen Dutzende von Wettbewerbskarten aus und geben ihre Kontaktadressen an für die Gewinnbenachrichtigungen. Nach den Messen gibt’s zwar keinen Preis, aber Hunderte von E-Mails und im schlimmsten Fall haben sie noch Call Centers am Hals.

Nicht bei allen Ausstellern beliebt sind die Plauderer. Sie kommen auf einen «kurzen» Besuch vorbei. Dann stehen sie Ewigkeiten am Stand, haben viel zu erzählen und hindern so die wirklich am Produkt-Interessierten ihre Fragen zu stellen. Interessant sind dagegen die Ignoranten. Sie pflügen im Schnellzugstempo durch die Messe, und interessieren sich eigentlich für gar nichts. Warum sie auftauchen, weiss niemand.

Und dann gibt es noch den Gaffer. Sein Interesse gilt den anderen Besuchern. Er könnte sich stundenlang an ihnen erfreuen. Vielleicht ist er auch deshalb Journalist geworden.