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Die Musikkorps von Alpnach und Stansstad sind gemeinsam auf der Zielgeraden zum Musikfest

Die beiden Musikkorps spielten am Jahreskonzert für einmal zusammen. Aus einem ganz bestimmten Grund und mit einem gemeinsamen Ziel.
Kurt Liembd
Zwei Musikkorps treten für einmal gemeinsam auf. (Bild: Kurt Liembd (Alpnach, 14. April 2019))

Zwei Musikkorps treten für einmal gemeinsam auf. (Bild: Kurt Liembd (Alpnach, 14. April 2019))

Zwei Dörfer, zwei Musikkorps: ein Normalzustand seit Jahrzehnten. Die Musikgesellschaft Alpnach gibt es seit über 110 Jahren, die Musikgesellschaft Stansstad ist auch schon 58 Jahre alt. Neu ist nur, dass viele traditionelle Musikkorps in den letzten Jahren zu wenig Nachwuchs haben. Bereits 2013 sagte Andreas Lussy, Präsident der Stansstader Musik in der Gemeindezeitschrift: «Wir haben eine kritische Grösse unterschritten, die ein langfristiges Überleben des Vereins sicherstellen kann.» Aktuell besteht das Korps aus rund 20 Musikanten. Ein Nachwuchsproblem hat auch die Musik Alpnach, was allerdings weit weniger spürbar ist als in Stansstad. Sie verfügt immerhin noch über rund 40 Spieler. Die positive Stimmung in beiden Vereinen ist aber ungebrochen und der Optimismus gross.

Im Hinblick auf das Innerschweizer Musikfest Mitte Juni in Hergiswil haben sich die beiden Musikkorps zusammengeschlossen und werden als stattliches Musikkorps mit über 60 Musikanten auftreten. Dieser Zusammenschluss ist aber nur temporär mit dem Ziel Musikfest gedacht, danach geht jeder Verein wieder seinen eigenen Weg.

Als ideale Vorbereitung proben die beiden Vereine deshalb seit Anfang Januar miteinander und gaben am Wochenende ein gemeinsames Jahreskonzert. Die Bevölkerung goutierte dies mit vollen Rängen, am Samstag im Gemeindesaal Stansstad und am Sonntag in der Sporthalle Alpnach. Das Motto «Gegensätze» passte dazu. Die ursprünglichen Gegensätze verschmolzen schon bald zu einer musikalischen Einheit. Gegensätzlich, aber im positiven Sinne, wirkten nur die musikalischen Inhalte wie «North And South», «Black And White», «The Red And The Blue Shield» oder «Dick und Doof». Höhepunkt des abwechslungsreichen Konzertes bildete das Musikfest-Selbstwahlstück «The Bells Of Big Ben», eine epische Suite des singapurischen Komponisten Kahchun Wong.

Eine grosse Herausforderung für einen Wettbewerb, denn das Werk lehnt sich an bekannte Themen der klassischen Musik an und ist versehen mit dramatischen Spannungsbögen, majestätischen Teilen und glorreichen Chorälen. Eingebettet in die berühmten Glockenschläge des Big Ben in London erklangen unterschiedlichste Melodien von teilweise sinfonischem Ausmass. Technisch hatten die 60 Musiker fast alles im Griff, bis zum Musikfest werden sie sicher noch an der Dramaturgie dieser zeitgenössischen Komposition feilen.

Den beiden Dirigenten Paul Wermelinger (Alpnach) und Patrick Roth (Stansstad) ist es gut gelungen, die zwei Musikkorps zu einem einheitlichen Klangkörper zu formen. Auch in den weiteren Stücken, mehrheitlich aus der Filmwelt, wie «Die Prinzessin und der Frosch» aus Walt Disney, «Die Schöne und das Biest» oder Erinnerungen an den Soulsänger Ray Charles. Eine Sonderleistung zeigten zahlreiche Solisten, selbst die beiden Dirigenten Patrick Roth (Trompete) und Paul Wermelinger (Saxofon) brillierten als solche, während das unterhaltsame Stück vom Stansstader Vizedirigenten Lukas Lüthi dirigiert wurde. Mit humorvollen Ansagen führte Michèle Schönbächler durch das genussreiche Jahreskonzert und versprühte dabei bereits viel Vorfreude auf das Innerschweizer Musikfest vom 14. bis 16. Juni in Hergiswil.

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