Die Obwaldner Contact-Tracer wünschen sich Einheits-App

Patrick Csomor vom Gesundheitsamt nimmt Stellung zu verwirrenden SMS. Er sagt, welche Entscheide er sich erhofft.

Florian Arnold
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Das Contact-Tracing läuft auf Hochtouren, auch in Obwalden. Die Runde gemacht hat vergangene Woche ein behördliches SMS, das falsche Daten enthielt. Demnach wurden Personen zur Quarantäne aufgefordert, die sich zum erwähnten Zeitpunkt in einer von drei Bars aufgehalten haben sollen, dies jedoch an einem anderen Tag taten. Hintergrund war, dass eine später positiv getestete Person diese drei Bars verteilt auf zwei Abende besucht hatte. Die Verwirrung war komplett.

Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamts, stellt klar, dass es sich dabei lediglich um einen «Vertipper» beim Datum im SMS gehandelt habe. «Es sind aber die richtigen 30 bis 40 Personen informiert worden und zu Recht in Quarantäne geschickt worden», so der Amtsleiter.

Zur Vorinformation werden SMS eingesetzt

Die SMS verschicken die Contact-Tracer im Moment vor allem, um Zeit zu sparen. In einem Massenfall, von dem über 20 Personen betroffen seien, würden diese mit einem SMS vorinformiert, damit die Gefahr von weiteren Ansteckungen so rasch wie möglich eingedämmt werden könnte. Später erhalten alle Betroffenen einen Telefonanruf, in dem die Contact-Tracer persönliche Auskünfte erteilen.

Das Team nimmt prioritär mit dem sogenannten «Indexfall», der infizierten Person, Kontakt auf. Mit dieser werden die 48 Stunden vor den ersten Symptomen rekonstruiert, um herauszufinden, mit welchen Personen sie in dieser Zeit in Kontakt war.

Hinzu kommen die Listen von grösseren Veranstaltungen oder Besuchen von Restaurants oder Bars, Schulen, Firmen oder Veranstaltern. Vielerorts werden dort die Gäste per handgeschriebenen Formularen ermittelt. «Es ist nicht immer einfach, das Schriftbild zu entziffern», erzählt Csomor.

Er begrüsst es deshalb, dass je länger je mehr auf elektronische Lösungen mit einer App gewechselt wird. «Unser Wunsch ist es aber, dass flächendeckend dieselbe App eingesetzt wird, da so klar ist, in welcher Form wir an die Daten herankommen und wie diese aufbereitet sind.» Unterschiedliche Lösungen würden wieder Probleme bei der Kompatibilität verursachen. Die Kompetenz zur Anordnung entsprechender Vorgaben liege bei den Kantonen.

Angaben sind in manchen Fällen unbrauchbar

Auch sind die Bars und Restaurants dazu angehalten, die genaue Uhrzeit der Ankunft und des Verlassens des Lokals festzuhalten. So könnten Überschneidungen ausgeschlossen werden. «Es gab aber auch Fälle, in denen diese Angaben unbrauchbar waren. Dadurch mussten aus Sicherheitsgründen mehr Personen in Quarantäne geschickt werden», sagt der Amtsleiter. Solche Entscheide seien schwierig, da man bei der Anordnung von Quarantäne neben dem gesundheitlichen Aspekt auch an die wirtschaftlichen Auswirkungen denken müsse. «Umso wichtiger ist, dass wir verlässliche Angaben erhalten.»

Hinweis

Stand gestern Abend sind in Obwalden 282 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden (plus 7). Aktuell sind 2 Personen hospitalisiert, kumuliert wurden 5 Todesfälle registriert.