«Die Pilatus-Triebwagen sind mir ans Herz gewachsen»

Severin Wallimann drehte einen Dokumentarfilm über einen Tag bei der Pilatus-Zahnradbahn.

Robert Hess
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Das Produktionsteam (von rechts): Severin Wallimann (Regie und Produktion, Kamera), Noemi Walliman und Bruno Zimmermann (Kamera).

Das Produktionsteam (von rechts): Severin Wallimann (Regie und Produktion, Kamera), Noemi Walliman und Bruno Zimmermann (Kamera).

Bild: Robert Hess (Alpnach, 9. September 2020)

Die Stadt Luzern beansprucht zwar den Pilatus als ihren Hausberg, doch die Hotels und vor allem die Zahnradbahn Alpnachstad – Pilatus Kulm liegen unverrückbar auf Alpnacher Boden. Deshalb verwundert es nicht, dass die Alpnacher Bevölkerung mit der steilsten Zahnradbahn der Welt eng verbunden ist.

Zu ihren Fans gehört der 22-jährige Severin Wallimann, Maschinenbaustudent an der ETH und Teilzeit-Triebwagenführer bei der Bahn. Sein rund 90-minütiger Dokumentarfilm «Nostalgie am Pilatus – Ein Tag bei der steilsten Zahnradbahn der Welt» feierte am Mittwochabend seine wegen der Coronamassnahmen um drei Monate verschobene Premiere. Aus dem gleichen Grund wurden die rund 150 Besucherinnen und Besucher auf zwei Räume im Schulhaus aufgeteilt.

Severin Wallimanns Vater Ueli ist Betriebsleiter der Zahnradbahn. «Durch ihn kenne ich die Triebwagen seit meiner frühen Kindheit. Sie sind mir im Laufe der Jahre richtig ans Herz gewachsen», erklärt der junge Amateurfilmer.

«Ich habe mir zum Ziel gesetzt, den heutigen Betrieb der Bahn in einem Film möglichst genau zu dokumentieren und damit für die Nachwelt festzuhalten», sagt Wallimann. Denn «die Pilatus-Bahnen AG wird innerhalb der nächsten drei Jahre den Betrieb der steilsten Zahnradbahn der Welt umstrukturieren. Die historischen Triebwagen aus dem Jahre 1937 werden durch neues Rollmaterial ersetzt und die Stationen werden umgebaut, das Trassee aber bleibt grösstenteils erhalten», erinnert Wallimann an die Zukunftsstrategie des Unternehmens. Im Film äussern sich Wagenführer zwar wenig begeistert über den Verlust an Nostalgie, zeigen aber auch Verständnis für die Entwicklung.

Schönes Werk eines Dreierteams

Unterstützt mit der Kamera wurde Produzent und Regisseur Severin Wallimann bei den Dreharbeiten im Juli 2019 durch seine Schwester Noemi, ab Herbst Studentin der biomedizinischen Wissenschaften, sowie den ehemaligen Wagenführer und Hobbyfotografen Bruno Zimmermann aus Buochs. Insgesamt rund 300 unbezahlte Stunden hat das Dreierteam für die Filmproduktion eingesetzt.

Der Dokumentarfilm vermittelt den Tages- und Betriebsablauf von frühmorgens bis abends. Einblicke in die Technik mit dem einzigartigen Locher-System werden mit gut gemachten Bildern der schönen Landschaft aufgelockert. Gäste aus vielen Ländern beleben den Film und Führerinnen und Führer der Triebwagen berichten über ihre Arbeit und Erlebnisse. «Unser Job ist nie langweilig», sagt Fahrer Anton Gut, «denn jeder Tag bringt etwas Neues.»

Eine DVD zu 25 Franken kann unter kontakt@dragonride.ch bestellt werden.