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Die Postauto-Linie über Mörlialp wird gekappt

Zwischen Giswil und Sörenberg fährt im nächsten Sommer kein
Postauto mehr. Luzern und Obwalden wollen die unrentable Linie nicht weiter finanzieren.
Matthias Piazza
Ein Postauto von Giswil unterwegs auf die Mörlialp. (Bild: Nadia Schärli, Giswil, 16. Juli 2010)

Ein Postauto von Giswil unterwegs auf die Mörlialp. (Bild: Nadia Schärli, Giswil, 16. Juli 2010)

Dreimal täglich kann man im Sommer mit dem Postauto von Giswil über die Mörlialp nach Sörenberg und Schüpfheim Bahnhof fahren – um 11.05 Uhr und 17.05 Uhr direkt, um 9.05 Uhr mit Umsteigen in Sörenberg. Damit ist ab 14. Oktober Schluss. «Bei dieser bescheidenen Auslastung decken die Einnahmen durch Billette und Abos nur etwa 10 Prozent der Kosten dieser Linie. Der Kanton müsste sich im nächsten Jahr mit rund 100'000 Franken daran beteiligen», sagt dazu der Obwaldner Regierungsrat Daniel Wyler. «Das ist gegenüber den Steuerzahlern nicht fair. Bei der Zentralbahn liegt der Kostendeckungsgrad bei rund 70 Prozent», zieht der Vorsteher des Obwaldner Volkswirtschaftsdepartementes einen Vergleich.
Der Grund, dass der Kanton bei dieser Linie stärker zur Kasse gebeten wird, sind die neuen Regelungen aufgrund des Postauto-Subventionsskandals vom vergangenen Jahr.
Ob die Strecke Giswil–Mörlialp mit drei Kursen pro Tag und Richtung weiterhin bedient wird, sei allenfalls in Gesprächen und Verhandlungen noch abzuklären. Bestehen bleibe der Skibus, welcher im Winter zwischen Ende Dezember und Mitte März fahre.

Ähnlich ernüchternd tönt es auf Luzerner Seite. «Eine finanzielle Beteiligung am Betrieb zwischen Giswil und Sörenberg ist aufgrund des tiefen Kostendeckungsgrades vom kantonalen Gesetz her nicht möglich», sagt Pascal Süess, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Luzern, der den öffentlichen Verkehr im Kanton Luzern plant und finanziert. Doch halte sich das Bedauern in Grenzen. «Die Nachfrage an durchgehenden Fahrten war leider gering.» Potenzial bestehe aber im Ausflugsziel Glaubenbielen. Der VVL prüfe zurzeit, in Zusammenarbeit mit Postauto und in Absprache mit der Gemeinde Flühli, wie Glaubenbielen in den Sommermonaten weiterhin mit dem ÖV erreichbar sei. Zur Diskussion stehe, einzelne Kurse ab Sörenberg bis Glaubenbielen zu verlängern.

In Obwalden sind auf den Fahrplanwechsel vom 15. Dezember auch Angebotsverbesserungen vorgesehen:

  • Neu fährt ein Postauto von Sarnen nach Ramersberg.
  • Der Busbetrieb von Stalden nach Langis wird bis 1. November verlängert (bisher war am 20. Oktober Schluss). Dies, weil vielfach nach den Herbstferien bis Ende Oktober noch bestes Wanderwetter herrscht, begründet Daniel Wyler.
  • Nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb wird die Postautolinie Sachseln–Sarnen definitiv in den Fahrplan aufgenommen. «Das Angebot ist bei der Bevölkerung beliebt und nicht mehr wegzudenken», begründet Daniel Wyler den Entscheid.

Kanton spart Geld dank erfreulicher Nachfrage

Zwischen 2013 und 2018 stieg die Nachfrage bei der Bahn in Obwalden um 19,2 Prozent und bei den Postautolinien um 18,6 Prozent. «Wir dürfen froh und zufrieden sein über diese erfreuliche Entwicklung im öffentlichen Verkehr. Wir sind auf gutem Weg», meint Regierungsrat Daniel Wyler.

Höhere Bundesmittel und Kostendeckungsgrade, verbesserte Auslastungen und daher höhere Erlöse aus dem Personenverkehr: Dies wirkt sich auch positiv für die Obwaldner Staatskasse aus. Die Abgeltungen des Kantons Obwalden an den öffentlichen Verkehr für die Fahrplanjahre 2019/20 und 2020/21 sind mit etwa 3,2 Millionen Franken jährlich rund 750'000 Franken tiefer als in den Jahren zuvor.

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