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Die Psychiatrie in Sarnen muss zügeln

Die Psychiatrie wird zwei Jahre lang an der Militärstrasse, statt an der Brünigstrasse zu finden sein. Das bisherige Gebäude muss dringend saniert werden. Mit dem Umzug kommt auch ein neues Angebot für Betreuung zu Hause statt in der Klinik.
Franziska Herger
Das Psychiatriegebäude wird ab 2022 während zweier Jahre saniert. (Bild: Pius Amrein, Sarnen, 23. Juni 2016)

Das Psychiatriegebäude wird ab 2022 während zweier Jahre saniert. (Bild: Pius Amrein, Sarnen, 23. Juni 2016)

Das Psychiatriegebäude an der Brünigstrasse in Sarnen ist dringend sanierungsbedürftig. Die Infrastruktur sei nicht mehr zeitgemäss und müsse erneuert werden, schreibt die Regierung in einer Medienmitteilung. «Wände, Böden, Nasszellen, Isolation – eigentlich muss alles saniert werden», sagt Gesundheitsdirektorin Maya Büchi-Kaiser auf Anfrage. Das Psychiatriegebäude wurde 1856 erbaut und 1972 zuletzt saniert und war das erste Spitalgebäude in Obwalden. Ab 2022 soll es nun saniert werden. Diesen Sommer startet die Regierung die Wettbewerbsausschreibung. Voraussichtlich Mitte 2020 sollte das Sanierungsprojekt vorliegen.

Die Kosten für die Sanierung gehen zu Lasten des Kantons. Laut der 2016 unterzeichneten Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen dem Kanton und der Luzerner Psychiatrie (Lups) als Betreiberin, ist die Psychiatrie Mieterin des Kantons – und wird dies auch am Übergangsstandort wieder sein. Denn bereits jetzt ist klar, dass die Psychiatrie aufgrund der Sanierung Mitte 2022 an einen anderen Standort ausweichen muss.

Künftig weniger stationäre Betten

Die Regierung hat die Unterkunft Freiteil an der Militärstrasse in Sarnen ausgesucht. Besitzerin ist die Korporation Freiteil. Der Kanton übernimmt das Gebäude in einem Mietverhältnis. Die Unterkunft Freiteil befindet sich ganz in der Nähe des jetzigen Standorts beim Kantonsspital und sei damit sowohl für Mitarbeiter als auch für Patienten und deren Angehörige gut zu erreichen, so die Regierung. Zudem könne die Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital weiterhin effizient gewährleistet werden. Vor dem Bezug der Unterkunft muss sie leicht umgebaut und modernisiert werden. Die Regierung habe dafür einen Planungskredit von 160000 Franken gesprochen, so Büchi.

Ebenfalls auf Mitte 2022 wird das Angebot der Psychiatrie weiterentwickelt. Neu wird es insgesamt 40 Behandlungsplätze (bisher 37) geben, bei gleichbleibendem Personalbestand. Das sei möglich, da es künftig weniger stationäre Betten geben werde, sagt Stefan Kuhn, Leiter Pflegedienst Stationäre Dienste bei der Lups auf Anfrage. «Diese sind am personalintensivsten.»

Das Angebot enthält künftig 20 stationäre Akutbetten (bisher 25), ein Ambulatorium, Konsiliar- und Liaisondienstleistungen (also Einsätze der Lups in Heimen und Institutionen) sowie statt der bisherigen 12 Tagesklinikplätze 20 flexible Behandlungsplätze – tagesklinisch oder neu auch mobil. Das mobile Angebot ermögliche eine Behandlung von eigentlich stationären Patienten teilweise zu Hause, führt Maya Büchi aus. Das entspreche einem Bedürfnis vieler Betroffener, schreibt die Regierung.

Auf zweite Station wird verzichtet

Auf den Bau einer ursprünglich geplanten zweiten Station mit weiteren 20 stationären Betten werde verzichtet, schreibt der Regierungsrat. Das Behandlungsumfeld habe sich verändert, sagt Stefan Kuhn. «Mit der heutigen Finanzierung ist es schwierig, längerfristige stationäre Aufenthalte in der Klinik anzubieten, da die Versicherungen Druck ausüben. Mit dem Bau einer zweiten Station bestünde die Gefahr einer nicht finanzierten Überkapazität.» Mit den 20 Betten und den zusätzlichen Behandlungsplätzen könne die bisherige Versorgung aufrechterhalten werden, da Patienten, welche bisher in die Klinik eintreten mussten, zu Hause behandelt werden können, erklärt Stefan Kuhn. «Da keine baulichen Massnahmen nötig sind, ist es auch leichter, bei Bedarf das Behandlungsangebot flexibel aufzustocken.»

Das neue Angebot wird bereits auf den Bezug des Übergangsstandorts umgesetzt und nach Abschluss der Sanierung, voraussichtlich Mitte 2024, weitergeführt.

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