Die Ranftschlucht erstrahlte zum 42. Mal im Lichtermeer

Rund 1300 Teilnehmer trotzten dem regnerischen Wetter und stimmten sich am Ranfttreffen auf Weihnachten ein.

Lea Suter
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Die Wortgottesfeier in der Ranftschlucht zog die Teilnehmer des Ranfttreffens in ihren Bann.

Die Wortgottesfeier in der Ranftschlucht zog die Teilnehmer des Ranfttreffens in ihren Bann.

Bild: Lea Suter (Flüeli-Ranft, 21. Dezember 2019)

Sterne, Herzen, Engel und Monde funkelten gelb, grün, rot und blau auf den selbst gebastelten Laternen. Die Kinder, mehrheitlich im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, durften sie an den ersten beiden Posten des Familienwegs herstellen. Dieser ist seit 10 Jahren Bestandteil des Ranfttreffens, dem grössten kirchlichen Jugendtreffen der Schweiz, und ergänzt die traditionelle Erlebnisnacht für Jugendliche. Rund 200 Personen nahmen am Samstag trotz regnerischem Wetter am Familienweg teil.

Fackeln, Laternen und das Friedenslicht zogen Gross und Klein in ihren Bann.
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Warm eingepackt auf der nassen Wiese waren diese kleinen Teilnehmer.
Zahlreiche Fackeln und Laternen erleuchteten die Ranftschlucht.
Kerzen waren am Familienweg des Ranfttreffens allgegenwärtig.
Am 2. Posten des Familienwegs wurde konzentriert gebastelt.
Die Geschichte von Clara bildete den roten Faden des Familienwegs. Teilnehmerin Iris Bachmann liest sie ihren beiden Söhnen vor.
Feuer und Licht waren Leitmotive am Familienweg des Ranfttreffens.
Die Flammen mussten vom Wind geschützt werden, was nicht immer ganz leicht war.

Fackeln, Laternen und das Friedenslicht zogen Gross und Klein in ihren Bann.

Bilder: Lea Suter, (Flüeli-Ranft, 21. Dezember 2019)

Er führte vom Schulhaus Mattli in Sachseln über vier Zwischenhaltestellen in den Ranft. An jedem Posten gab es viel zu tun: Einen Teil einer Geschichte lesen, die Laterne aus einer Pet-Flasche basteln, durchs Lichtermeer gehen und eine Kerze für einen besonderen Menschen anzünden, spielen und natürlich fehlte auch die Zwischenverpflegung nicht: Tee, Suppe, Brot und Cervelat. «Eine besinnliche Zeit mit der Familie», «eine Einstimmung auf Weihnachten», «Zusammensein», «Wurst bräteln», «der Hektik entweichen» – die Gründe, am Familienweg teilzunehmen, ähnelten sich.

Eltern kamen schon als Jugendliche ans Treffen

Viele Familien waren nicht zum ersten Mal dabei, der vorweihnachtliche Ausflug ist zu einer Tradition geworden. Nicht selten kamen die Eltern als Jugendliche ans Ranfttreffen und bringen heute ihre Kinder mit. Auch wenn viele aus der Region sind, gibt es doch Teilnehmer, die von weiter her anreisen. Iris Bachmann aus Killwangen (AG) ist eine davon. Sie brachte dieses Jahr erstmals ihre Familie mit.

Im Anschluss an den Familienweg werde sie als ehemalige Jublanerin noch bei der Atelierbetreuung der Erlebnisnacht mithelfen. «Der Familienweg hat die tipptoppe Länge für meine beiden Söhne. Er ist super organisiert und kurzweilig, es gibt überall etwas zu tun.» Und gab es bis zum Abendessen in der Turnhalle Flüematte bereits ein Highlight? «Die Adventsspirale mit den Lichtern», meint sie prompt. Dort gelangte man durch einen mit Zweigen ausgelegten labyrinthartigen Weg zu einer grossen Kerze und konnte das eigene Kerzlein anzünden.

Auch Roger Riner aus Dielsdorf (ZH) kommt jedes Jahr wieder ans Ranfttreffen. Seit sieben Jahren zählt er zu den 200 ehrenamtlichen Helfern, welche jeweils im Einsatz sind. Zu seinen Aufgaben zählen der Teeausschank und das Aufräumen der Turnhalle. Für ihn ist das Ranfttreffen so «lässig», dass er als Lehrer sogar die Freitagnachmittagslektionen auf den frühen Morgen verschiebt, um pünktlich als Helfer zur Verfügung zu stehen.

Und dann endlich war es so weit: Gestärkt und wieder warm eingepackt bewegte sich der Fackelzug Richtung Ranftschlucht. Kinderaugen leuchteten und bei manchem Erwachsenen kamen Erinnerungen an vergangene Ranfttreffen auf. Er war gekommen, dieser magische Moment, den man laut Projektleiterin Esther Burri nicht in Worte fassen kann: Wenn alle besinnlich auf der Wiese vor der unteren Ranftkappelle sitzen, dem Rauschen der Melchaa und dieses Jahr den Klängen der Jung Juizer zuhören und fasziniert sind von den Fackeln und dem Friedenslicht.

Hoffnung nach Frieden in den Alltag mitnehmen

Elena (13), Debora (12) und Mario (9) Odermatt aus Buochs sowie Jael (11) und Emma (7) von Wyl aus Stans hatten schon den ganzen Nachmittag diesem Augenblick entgegengefiebert. Und wenn die Jung Juizer dann zum Abschluss der Wortgottesfeier sangen «Duäs värschänkä und fräi di dra», so war das Friedenslicht bestimmt mitgemeint.

Viel später, nämlich um drei Uhr morgens, versammelten sich die rund 1100 jugendlichen Teilnehmer in der Ranftschlucht. Geleitet durch die Worte von Jugendbischof Alain de Raemy reichten sie sich das Friedenslicht weiter und nahmen dadurch Hoffnung nach Frieden in den Alltag mit.