Die Röthlins von morgen geben Vollgas am Klassenduell in Sarnen

Am Vortag des Halbmarathons gab’s ein Klassenduell. Viktor Röthlin gab während der Veranstaltung sogar ein Geheimnis preis.

Primus Camenzind
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Die Coronamassnahmen konnten den Kindern den Spass am Klassenduell nicht nehmen.
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Die Vierklässler aus Giswil: (von links) Alexander, Jonathan, Mika .
Bilder aus dem Rennen.
Bilder aus dem Rennen.
Bilder aus dem Rennen.
Beim Massenstart ging es ab.
Auch die Kleinsten sind mit Eifer bei der Sache.
Die Jüngsten des Mini-Runs beim Aufwärmen mit Viktor Röthlin und dem Maskottchen Fruttli.
Viktor Röthlin liegt der Lauf am Herzen.

Die Coronamassnahmen konnten den Kindern den Spass am Klassenduell nicht nehmen.

Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 5. September 2020)

Rund 350 Mädchen und Buben, vorwiegend aus Ob- und Nidwalden, fieberten auch dieses Jahr wieder dem Klassenduell entgegen. Wegen des Coronaschutzkonzepts musste das gesamte Programm jedoch aufwendig umstrukturiert werden. Dies konnte jedoch den Schülerinnen und Schülern der ersten bis sechsten Primarklassen und den «Kleinen» im Vorschulalter nichts anhaben. Sie stehen zum Teil schon eine Stunde vor Beginn des ersten Rennens auf der Leichtathletikanlage im Sarner Seefeld Schlange, um die begehrten T-Shirts und Startnummern in Empfang zu nehmen.

Monika Itin (Sissach), Michel Kopp (Zofingen) und Maria Ettlin-Niederberger (Kerns, von links).
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Das Erinnerungsfoto darf nicht fehlen: Nadège, Anne-Claude Baud (Croy), Nadine Perret (Agiez), Beatrix Monnier (Croy, von links).
Organisator Viktor Röthlin begrüsst die Läufer.
Karoline Niggli aus Bachenbülach.
Thomas Bossard (Maur, links) und Adrian Kälin (Staffelbach).
Brigitte Frasson (Obernau), Sabrina Jost (Giswil) und Tanja Nardon (Adetswil).
Moritz Widmer (Kleinwangen) und Lena Sommer (Walperswil).
Viktor Röthlin lässt sich für den Fotografen ablichten.
Manuela Dätwyler (Gontenschwil, links) und Janine Scheurer (Bern, rechts).
Till Schatzmann (Basel), Daniele Palermo (Grenchen, von links)
Sarah Kaspar (Sempach, rechts).
Laurent Schaller (Winterthur), Rolf Sidler (Obernau), Roger Furger (Kerns) und Patrick Wägeli (Nussbaumen, von links).
Roland Jud (Obfelden), Sabrina Lehner (Susten) und Thomas Bossard (Maur, von links).
Dirk Irmer (Thalwil), Simon Wieland (Zug, von links).
Karl Heinz Odermatt (Rain)
Olivia Stoffel (Luzern), Marina Schlösser (Baar), Tanja Weiss (Aarau), und Peter Raba (Thalwil, von links).
Seppi Andermatt (Rothenburg), Lena Jenny (Sevgein) und Thomas Lukas (Baar, von links)
Christina Schwarzbäck (Neuler)
FAbian Meeusen (Horgen)
Tefera Mekonen (Konolfingen)
Manfred Jauch (Altdorf)
Alexander, Jonathan, Mika (v.l.), drei 4. Klässler aus Giswil vor dem Start

Monika Itin (Sissach), Michel Kopp (Zofingen) und Maria Ettlin-Niederberger (Kerns, von links).

Bild: Eveline Beerkicher (Sarnen, 5. September 2020)

Training auf dem Bahnhofweg

Voller Erwartung auf das, was auf sie zukommen wird, sitzen die Giswiler Viertklässler Mika, Jonathan und Alexander auf dem Geländer an der 400-Meter-Rundbahn. Die Buben nehmen bereits zum dritten und vierten Mal am Klassenduell teil. «Wir trainierten im Turnunterricht auf dem kleinen Weg in Richtung Bahnhof. Unser Lehrer verlangte einen Kilometer. Ich schaffte total vier», erzählt Jonathan. Für Einzelkämpfer gibt es allerdings keine Medaillen zu gewinnen. Die Klassen der jeweiligen Schulen werden entsprechend ihrer durchschnittlichen Laufzeit und der Teilnehmerstärke rangiert. «Das ist so auch in Ordnung», sagt Alexander. Mika sieht sich beim Zieleinlauf im zweiten Drittel des Feldes. «Mier gsehnds ja de», prophezeit Jonathan in weiser Voraussicht.

Die Läufe beginnen um 16 Uhr mit dem Mini-Run der Kinder im Vorschulalter. Viktor Röthlin und sein Maskottchen «Fruttli» absolvieren mit den Kleinen vor dem Start allerdings einige Aufwärmübungen, die es in sich haben. Der Marathon-Europameister des Jahres 2010 muss jedoch schon bald feststellen, dass «Fruttli» seines dicken Bauches wegen kaum mithalten kann. Die «Minis» dürfen am Ziel anstelle des T-Shirts alle eine glänzende Medaille in Empfang nehmen. Viktor Röthlin funktioniert an sämtlichen Rennen gewissermassen als «Besenwagen» am Ende des Feldes. Wer wirklich am Ende der Kräfte ist, wird durch den ehemaligen Spitzenathleten «händchenhaltend» über die Ziellinie geführt.

Das Training übers Jahr zahlt sich aus

In den nachfolgenden 90 Minuten gehen die Schüler an den Start. Die ersten bis dritten Klassen haben zwei Runden (800 Meter) zu bewältigen – die vierten bis sechsten Klassen 1200 Meter. Vieles gilt aber für sämtlich Läufe: Es wird gekämpft bis an die Grenzen; einige Startende zeigen, dass sie auch übers Jahr viel rennen; bei anderen muss «ihr Bestes» ausreichen. Viktor Röthlin will vom gewieften Platz-Speaker Roland Bösch wissen, wie viele Athleten denn aus Ennetmoos kommen. Kein Wunder: er selber wohnt dort und es gibt beim Schulhaus sogar den «Viktor-Röthlin-Platz». Die Antwort des Speakers: Eine stattliche Anzahl. Unbestritten ist auch die zahlenmässige Dominanz der Giswil Mädchen und Buben.

Nach ihrem Lauf trifft unsere Zeitung erneut die drei Buben aus Giswil. «Es war anstrengend wegen der Hitze, ist aber gut gelaufen», verrät Mika. Alexander lief etwas weiter hinten im Feld. «Ich habe jedoch alles gegeben», meint er zufrieden. «Ich bin der Älteste von uns», lässt Jonathan verlauten. «Das will jedoch nicht heissen, dass ich der Schnellste war.»

Bewegung ist fürs ganze Leben

«Ich bin von den Emotionen des heutigen Nachmittags überwältigt», sagt Röthlin zum Schluss des Klassenduells. «Es geht mir bei den Kindern vor allem um die Bewegung. Wir haben damit eine Aufgabe und soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.» Diese fange nach seiner Überzeugung schon bei den Kindern an. «Das muss nicht wie bei mir im Spitzensport enden. Bewegung ist vielmehr etwas fürs ganze Leben.»

Während der siebten Ausgabe der Veranstaltung lässt sich Röthlin ein Geheimnis entlocken: Zur 10-Jahr-Jubiläumsveranstaltung 2023 soll es erstmals im Sarneraatal einen Marathon über die gesamte Distanz von 42,2 Kilometern geben.

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