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Die Sarner Literatur-Familie Dillier feiert Jubiläum

Wenn es um Literatur geht, kommt man in Obwalden nicht an der IG Buch und Bücher Dillier Sarnen vorbei. In den vergangenen 10 Jahren hat sich das Familienunternehmen zum Kompetenzzentrum für Literatur entwickelt.
Philipp Unterschütz
Bücher Dilller Sarnen und IG Buch Obwalden feiern im März das 10-jährige Jubiläum. Von links nach rechts Claudia Dillier, Buchhändlerin, Doris Mennel-Dillier, IG Buch, Geri Dillier, Inhaber und Alban Dillier, Geschäftsführer, vor dem Laden in Sarnen. (Bild:PD)

Bücher Dilller Sarnen und IG Buch Obwalden feiern im März das 10-jährige Jubiläum. Von links nach rechts Claudia Dillier, Buchhändlerin, Doris Mennel-Dillier, IG Buch, Geri Dillier, Inhaber und Alban Dillier, Geschäftsführer, vor dem Laden in Sarnen. (Bild:PD)

Als vor 10 Jahren der wortgewaltige Autor Christian Schmid vor übervollem Haus in der Buchhandlung Dillier in Sarnen zur ersten Lesung antrat, war Geri Dillier noch ziemlich nervös, was die Zukunft anbelangt. «Ich habe gebibbert. Damals malten angesichts der Digitalisierung viele schwarz für Bücher.» Geri Dillier hatte trotz aller Bedenken den Schritt gewagt und die Sarner Buchhandlung Pfammatter, die vor dem Aus stand, übernommen. «Viele Leute sind damals über die bevorstehende Schliessung ziemlich erschrocken. Auch wir fanden, es könne doch nicht sein, dass es im Sarner Aatal keine einzige Buchhandlung mehr geben würde.»

Heute kann Geri Dillier auf eine Erfolgsgeschichte zurückschauen. Die Buchhandlung hat sich etabliert. «Ich bin glücklich und stolz, dass wir es gewagt und geschafft haben.» Heute beschäftigt das Familienunternehmen insgesamt sieben Personen. Treibende Kräfte sind Geri und seine Frau Martha Dillier als Inhaber, Sohn Alban ist Buchhändler und Geschäftsführer, sowie Geris Schwester Doris Mennel, welche die IG Buch Obwalden managt, die eng mit dem Laden verknüpft ist. Im Boot sind ausserdem die Buchhändlerin Claudia Dillier, eine Auszubildende und zwei Aushilfen. Längst sind die Buchhandlung und die IG Buch das tragende Kompetenzzentrum für Literatur in Obwalden geworden.

Auszeichnung als beste Buchhandlung

Einen Schlüssel zum Erfolg des Familienunternehmens sieht Doris Mennel darin, «dass es gelungen ist, eine emotionale Verbindung zu unseren Kunden zu schaffen». Schon beim Umbau vor 10 Jahren ging es darum, die Aura einer Willkommens- und Begegnungszone zu schaffen, in der man sich wohlfühlt. Viele Kunden schätzen den persönlichen Kontakt und die Beratung. Oft läuft es hier genau umgekehrt wie in anderen Branchen, wo man etwas im Laden sieht und es dann aber im Internet bestellt.

Eine wichtige Rolle spielt auch die kulturelle Verwurzelung der Familie in der Region. Geri Dillier beispielsweise ist durch sein kulturelles Engagement und seiner Arbeit fürs Radio im Hörspielbereich bestens bekannt. Doris Mennel kennt man auch von ihrem Engagement für das Märlitheater Obwalden. Zur literaturaffinen Familie gehört auch der bekannte Dichter Julian Dillier.

Die Früchte konnte man 2016 ernten. Bücher Dillier wurde zur Schweizer Buchhandlung des Jahres gewählt. Hinter der Auszeichnung steht der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband. Die Jury würdigte die Firma als Familienbetrieb, der es in kurzer Zeit geschafft habe, zu einem kulturellen Treffpunkt zu werden und eine ganze Region für sich zu gewinnen. «Wir glauben, dass unsere permanenten Aktivitäten ganz wichtig für den Erfolg sind», betont Geri Dillier eine weitere Zutat des Erfolgsrezepts. Von Angang an sei klar gewesen, dass es Lesungen brauche, um Literaturinteressierte in den Laden zu bringen.

110 Lesungen in 10 Jahren organisiert

Deshalb wurde vor 10 Jahren mit der Ladenübernahme die IG Buch Obwalden gegründet. «Weil Lesungen immer defizitär sind, konnten wir das mit dem Laden nicht stemmen – deshalb gründeten wir eine Interessengemeinschaft dafür», erzählt Doris Mennel, welche für Kommunikation und Administration zuständig ist. Für das Programm ist Geri Dillier verantwortlich.

Heute sind bei der IG 220 Interessierte eingeschrieben, 120 davon sind zahlende Mitglieder. Die IG Buch ist mittlerweile selbsttragend. In den vergangenen 10 Jahren hat sie 110 Lesungen organisiert. Kaum ein Autor mit Rang und Namen war noch nicht in Sarnen. Christian Schmid, Hanspeter Müller-Drossaart, Simon Ledermann, Gisela Widmer, Pedro Lenz, Franz Hohler, Milena Moser, Peter Bichsel, Bänz Friedli sind nur einige aus der langen Liste.

Am Samstag, 23. März, schliesst sich nun ein Kreis. Christian Schmid, der Autor der allerersten Lesung der IG Buch vor 10 Jahren, kommt zurück und bringt ein Wort- und Musikprogramm zusammen mit dem Gitarristen Christoph Greuter. Im Mittelpunkt steht sein Buch «Näbenusse», in dem er in seine Kindheit und Jugend als Grenzwächtersohn «am Füdle vo dr Wält» entführt, in ein Nest an der Grenze der Ajoie. Bibbern wird Geri Dillier nicht mehr. «Wir sind einfach nur happy, dass es so gut funktioniert. Und anstatt Ermüdungserscheinungen haben wir noch ganz viele frische Ideen.»

Samstag, 23. März: 10 Jahre Bücher Dillier Sarnen und IG Buch. 16 bis 18 Uhr Apéro, 20 Uhr Lesung Christian Schmid und Jubiläumsapéro IG Buch. Eintritt 10 Franken. Reservation info@buecherdillier.ch oder 041 660 11 88.

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