Die zweitälteste katholische Kirchgemeinde im Kanton Obwalden feiert 50. Geburtstag

1970 gründeten 400 Männer die Kirchgemeinde Sachseln: 50 Jahre später trifft man sich, um den Kirchenrat zu bestätigen und blickt auf ein halbes Jahrhundert mit vielen Veränderungen zurück.

Markus Villiger
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Die Kirchgemeinde Sachseln wird dieses Jahr 50 Jahre alt.

Die Kirchgemeinde Sachseln wird dieses Jahr 50 Jahre alt.

Bild: Manuela Jans-Koch (Sachseln, 19. November 2020)

Der Kirchgemeinderat Sachseln hatte sich ihr 50-Jahr-Jubiläum eigentlich anders vorgestellt: Die Coronapandemie machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. So mussten die rund 35 Pfarreiangehörigen auf den geplanten Jubiläumsapéro verzichten. Trotzdem bietet das Jubiläum Gelegenheit, auf die Geschichte der Kirchgemeinde zurückzublicken.

Anlässlich einer ausserordentlich gut besuchten Gemeindeversammlung beschlossen am 25. April 1970 über 400 Männer – damals gab es noch kein Frauenstimmrecht – ohne Gegenstimme die Gründung einer eigenen Kirchgemeinde. Sachseln war nach Kerns die zweite katholische Kirchgemeinde in Obwalden. Am 2. Oktober 1970 wurden Josef Spichtig-Studer zum ersten Präsidenten und Karl von Flüe-von Moos zum Vizepräsidenten gewählt. Die Wahl von Johanna von Moos-Sigrist als erste Frau in den Kirchgemeinderat war damals nur möglich, weil die Gemeindeversammlung im Frühjahr das Frauenstimmrecht auf kommunaler Ebene eingeführt hatte. Ein Frauenstimmrecht gab es damals weder kantonal noch national.

Aus neun Männern wurden zehn Männer und Frauen

Während 29 Jahren, also zwischen 1978 und 2011, hat Remo Rainoni als Pfarreisekretär und Kirchenverwalter für die Kirchgemeinde gearbeitet. Er hat damit mehr als die Hälfte ihrer Geschichte aus der Nähe miterlebt. Zusammen mit dem heutigen Kirchenverwalter Donato Fisch wirft er einen Blick auf die vergangenen fünf Jahrzehnte.

Der Wandel in der Seelsorge zeigt sich deutlich im Vergleich des kirchlichen Personals. Bei der Gründung der Kirchgemeinde und in den Jahren danach sind in Sachseln fünf Priester im Dienst gestanden. Die Älteren unter den Pfarreiangehörigen erinnern sich noch an Pfarrer Alphons Reichlin (1952–1978), Pfarrhelfer Karl Gisler (1953–1981), Vikar P. Barnabas Wangler (1956–1980), Flüeli-Kaplan Johann Imfeld (1967–1992) und Bruder-Klausen-Kaplan Othmar Zumbühl (1964–1980).

Seit 2006 wirkt Daniel Durrer nach Josef Eberli (1978–1996) und Willy Gasser (1996–2006) als vierter Pfarrer in der Kirchgemeinde und wird auch im Rentenalter weiterhin am Altar stehen. Kaplan Josef Rosenast, der von der Bruder-Klausen-Stiftung angestellt ist, und Laientheologe Cristinel Rosu, unterstützen Pfarrer Daniel Durrer. Waren es vor 50 Jahren 9 Männer (davon 5 Priester), so stehen heute je 10 Frauen und Männer (davon 2 Priester) im kirchlichen Dienst.

Sechs Kirchenratsmitglieder sind wiedergewählt

Einstimmig und mit Akklamation wurden anlässlich der Kirchgemeindeversammlung vom vergangenen Freitag die bisherigen sechs Mitglieder des Kirchgemeinderates wiedergewählt. Es sind dies Monika Kathriner-Christen (Präsidentin), Toni von Ah (Vizepräsident), Richard Gasser, André von Glutz, Luzia Rohrer Csomor und Benno Schwegler. Von Amtes wegen gehört auch Pfarrer Daniel Durrer dem Kirchgemeinderat an.

Die bisherigen sechs Kirchenratsmitglieder wurden wiedergewählt, auch die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission konnten gewählt werden.

Die bisherigen sechs Kirchenratsmitglieder wurden wiedergewählt, auch die Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission konnten gewählt werden.

Bild: Markus Villiger (Sachseln, 20. November 2020)

Gleichzeitig wurden auch die drei Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission gewählt sowie die vier Delegierten in den Verband römisch-katholischer Kirchgemeinden und die Vertretung im Administrationsrat. Gutgeheissen wurden auch die Rechnung 2019 und der Voranschlag 2021.