Diese zwei Alpnacher sind bereit für den 113 Kilometer langen Triathlon

Martin Flüeler und Peter Thoma ergänzen einander perfekt. Ihr Ziel für den Helveticman-Triathlon: Gewinnen.

Irene Infanger
Drucken
Teilen
Peter Thoma (links) und Martin Flüeler wollen wieder siegen.

Peter Thoma (links) und Martin Flüeler wollen wieder siegen.

Bild: Irene Infanger (Alpnach, 24. August 2020)

Tagsüber produzieren sie den weitherum bekannten wie beliebten Parmino-Hartkäse – in der Freizeit zieht es sie raus zum Sport. Ob in die Laufschuhe, aufs Rad oder ins Wasser: Martin Flüeler, den Geschäftsführer der Parmino Käserei AG in Alpnach, und seinen Fabrikationsleiter Peter Thoma verbindet mehr als die berufliche Tätigkeit. Sie sind beides angefressene Sportler und können nichts anfangen, mit rumsitzen und Däumchen drehen.

Und während Thoma der Spezialist auf dem Rad ist, überzeugt Flüeler insbesondere als Schwimmer und Läufer. «Wir ergänzen uns nicht nur im Geschäft bestens, sondern auch im Sport», sagt deshalb Chef Martin Flüeler. Beweisen werden sie das am Extrem-Berg-Triathlon «Helveticman» am 5. September. Quer durch die wunderbare Landschaft Nid- und Obwaldens führt der Triathlon bis hinauf zum Zielgelände auf Melchsee-Frutt. 113 Kilometer und insgesamt 4200 Höhenmeter absolvieren dabei die Athleten, die in Stansstad im Wasser starten, zwei Kilometer schwimmen, sich danach für 90 Kilometer auf das Rennrad schwingen und schliesslich die letzten 21,1 Kilometer zu Fuss absolvieren werden. Was für die allermeisten verrückt klingt, versetzt die beiden Alpnacher in helle Vorfreude.

Das Ziel stets vor Augen: Wieder gewinnen

Bereits zum dritten Mal nehmen Martin Flüeler und Peter Thoma an diesem Wettkampf teil. Mit klarem Ziel: «Wir wollen gewinnen.» Schliesslich hat das Parmino-Racing-Team, wie sich die beiden nennen, im vergangenen Jahr die Ziellinie als schnellstes Team überquert. «Wir müssen ja nicht betonen, dass in der Regel nur vier bis fünf Teams teilnehmen», fügt Martin Flüeler augenzwinkernd hinzu.

Die diesjährige Austragung hat für die einheimischen Athleten jedoch eine besondere Überraschung parat. Unter den Startenden befindet sich nämlich ein weiteres Parmino Racing Team. «Das verspricht Spannung», meint der 32-jährige Peter Thoma sichtlich erfreut. Die Alpnacher kennen ihre Konkurrenten Gregor Studer und Daniel Christen nämlich nur zu gut. Mit diesen und weiteren Freunden gründete Martin Flüeler vor gut 25 Jahren die Triathlongruppe Obwalden. Einige Jahre später tauften sie sich um in Parmino Racing Team, gesponsert von der Käserei Flüeler.

Die Begeisterung ist auch nach 25 Jahren noch da

«Trotz vieler Veränderungen in all den Jahren durch Beruf und Familie gibt es dieses Team nach wie vor und wir Freunde nehmen immer wieder in unterschiedlicher Zusammensetzung an Wettkämpfen teil. Denn die Begeisterung für den Triathlon ist bis heute geblieben», erklärt der 47-jährige Käsermeister, der am Helveticman-Triathlon schwimmen und laufen wird. Flüeler war deshalb nicht überrascht, dass ein weiteres Parmino-Racing-Team den Triathlon in den heimischen Gefilden in Angriff nehmen will.

Zugleich steigert es doch etwas den Druck. Die beiden Alpnacher Triathleten sind sich bewusst: Ein Sieg will hart erkämpft sein. Schliesslich wissen sie um die Stärken ihrer Gegner. Flüeler analysiert: «Wenn ich fünf Minuten vor Gregor Studer in den Lauf starten kann, könnte es für den Sieg reichen.» Er schaut dabei Peter Thoma vielversprechend an, der also den Vorsprung auf dem Rad herausholen soll. Dieser quittiert den Druckversuch lediglich mit einem lauten Lacher. Die 32- und 47-jährigen Familienväter lachen insgesamt viel, es herrscht eine lockere Stimmung und das Gespräch mit der Journalistin ist gespickt mit viel Witz.

Hobby-Sportler mit gesundem Ehrgeiz

Obwohl Sport «nur» ein Hobby ist, sorgt er bei den beiden für einen wichtigen Ausgleich zum Alltag, verbunden mit einem kleinen Stück gesundem Ehrgeiz: «Wir sind zwei Wettkampftypen und wollen zeigen, was wir können», beschreibt Martin Flüeler sich und seinen Kollegen Thoma. «Dafür trainieren wir ja. Und wegen Corona haben wir nun länger keine Wettkämpfe mehr bestritten. Jetzt kribbelt es umso mehr», ergänzt Fabrikationsleiter Thoma.

Gut sieben Stunden wird der Lauf für die beiden etwa dauern. Für zwei Athleten, die seit Jahren wöchentlich bis zu 15 Stunden pro Woche trainieren, eine machbare Aufgabe. «Klar, gegen Ende des Wettkampfs wird es hart. Aber ein bisschen Schmerz gehört dazu», sagt Martin Flüeler, um dann noch anzufügen: «Dreiviertel dieses Laufes werde ich trotzdem geniessen können.» Und Thoma meint strahlend: «Hier in unserer wunderschönen Gegend all die «Höger» rauf und runter fahren zu können, ist einfach wunderbar. Ich freue mich riesig darauf.»