Der digitale Begleiter in der Schultheke der Sachsler Schüler ist ihr eigenes Notebook

Ab Sommer sollen alle ab der fünften Klasse ihr eigenes Notebook erhalten.

Marion Wannemacher
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Lehrerin Leonora Berisha und Mariella Omlin, Janina Grodska, Alina von Ah, Erik Baumgartner (von links).

Lehrerin Leonora Berisha und Mariella Omlin, Janina Grodska, Alina von Ah, Erik Baumgartner (von links).

Bild: Marion Wannemacher (10. Januar 2020)

Seit Anfang des Schuljahres ist Leonora Berisha Klassenlehrerin der 5b im Schulhaus Stuckli. «Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich von Anfang an digital unterrichten konnte.» Ihre Schüler erhalten die Hausaufgaben online, Übungen und Lösungen sind ebenso digital verfügbar. Teilweise korrigieren sie ihre Aufgaben selber, durch regelmässige Lehrstandsanalysen weiss Leonora Berisha, wo ihre Schüler stehen. «Heute Morgen zum Beispiel konnte ich spontan ein interaktives Spiel zur Motivation einschieben. Alle 21 waren sehr begeistert.»

Ab Sommer werden alle Sachsler Schüler von der fünften Klasse an bis zur Oberstufe ihr persönliches Leih-Notebook erhalten, das sie dann die komplette restliche Schulzeit bis zum Austritt begleiten wird. «Mehrere Kantone und Schulen in der Zentralschweiz verfolgen die Strategie ‹1to1› (one to one: meint jeder Schüler erhält sein eigenes Notebook). Wir sind eine der ersten, die diese flächendeckend schon ab der fünften Klasse umsetzen», sagt Remo Krummenacher, Rektor der Schule Sachseln. In Engelberg gibt es bereits das Modell «Bring your own device». Bei diesem setzen die Schüler ihre eigenen Geräte von daheim ein.

Chancengleichheit durch die Ausstattung

Im Gegensatz dazu habe man sich in Sachseln für die Anschaffung von robusten Leihgeräten entschieden, die kostenfrei zur Verfügung gestellt würden, erzählt er. Der Vorteil liege in der Chancengleichheit aller Schüler, argumentiert Krummenacher. «Und darin, dass wir als Schule wissen und bestimmen können, welche Software auf den Geräten installiert ist. Ebenso ist die Sicherheit einfacher zu gewährleisten.»

Viele Fragen galt es abzuklären. Wer ist für die Handhabung der Geräte, für die Software und alle damit verbunden Fragen zuständig? Eine neue Stelle gebe es dafür nicht, versichert Remo Krummenacher. Je eine Lehrerin aus der Primar- und ein Lehrer aus der Oberstufe kümmerten sich um den pädagogischen und technischen Support und arbeiten mit einem externen Partner zusammen. Was passiert, wenn das etwa 600 Franken teure Notebook kaputt gehen sollte? Ausführlich werden die Eltern über diese und andere Fragen noch an einem Elternabend bis spätestens Frühsommer aufgeklärt. Zu dieser Frage sagt der Rektor bereits jetzt: «Die Handhabung ist wie bei einem herkömmlichen Lehrmittel. Wenn ein Buch kaputt geht, müsste dies ersetzt werden. Dadurch, dass wir Geräte mit einer fünfjährigen Garantie anschaffen, sind die meisten Defekte wohl abgedeckt.»

Positives Echo von Lehrern, Eltern und Schülern

Für ihn steht fest, dass die Strukturen durch die Einführung eher einfacher würden, statt physischer Verbindung und komplizierterer Strukturen über einen Server wird die Datenverwaltung künftig über Lösungen mit einer «Cloud» gemanagt. Mit dem Office 365 gibt es persönliche Dateiablagen für den einzelnen Schüler, für die ganze Klasse oder die Jahrgangsstufe anstelle von externer Festplatte oder einem Netzwerk mit einem Server. Über die Cloud geht auch die Steuerung der Software-Updates.

Zum grossen Teil verfügten die Schüler bereits über das Wissen, damit umzugehen. Der Lehrplan definiert bereits die Kompetenzen, die ein Schüler auf seiner jeweiligen Stufe haben muss. «Der Umgang mit Medien, das Wissen über Chancen und Gefahren sind aktueller Bestandteil unseres Unterrichts», betont Remo Krummenacher. Punkto Prävention sagt der Rektor. «Durch die Medienbildung lernen die Schüler die Chancen und Gefahren kennen.» Der Zugriff auf verbotene Inhalte wird durch einen Filter gesperrt.

Bis jetzt habe es nur positive Echos von Lehrern, Schülern und Eltern gegeben. Bereits seit Jahren erfassen Lehrer die Noten, ihre Beobachtungen über das Lernverhalten der Schüler, die Unterrichtsplanung oder den Stundenplan mit dem Computer. Punkto Kosten falle gar nicht mehr an, versichert Rektor Krummenacher. «Wir hätten sowieso Neuanschaffungen für Notebooks und weitere Investitionen tätigen müssen und können bereits budgetierte Mittel umnutzen.»