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Kolumne

Do isch de Kuenz in Bünze

Ich meinti
Romano Cuonz
Romano Cuonz. Bild: Corinne Glanzmann

Romano Cuonz. Bild: Corinne Glanzmann

In früheren Jahren gab es etwas, das mich ganz schön nervte. Kaum dass ich jemandem gegenüber meinen Namen genannt hatte, kam von der andern Seite, wie aus der Kanone geschossen: «Der Kuenz, der Kuenz vo Bünze bi Boswil!» Wie oft habe ich darauf erklärt, dass ich meinen Nachnamen anders schreibe. Etwas wäre mir allerdings damals nicht im Traume eingefallen: Das auch ich dereinst ähnlich zur Verzweiflung getrieben werden könnte, wie weiland mein «ferienhalber» in Bünzen weilender Namensvetter.

Um lästige Spesen zu vermeiden, bitte ich meine Bank, sie möge beim Anbieter «Viseca Card Service SA» eine Umwandlung meiner Kreditkarte beantragen und meine Zahlungen künftig nur noch von ein und demselben Konto aus tätigen. All dies veranlasse ich einen guten Monat bevor ich «ferienhalber» nach Frankreich verreisen will. Beinahe postwendend trifft die Mitteilung ein, dass meine bisherige Karte sistiert sei und ich bald eine neue samt PIN-Code erhalten würde. So weit, so gut. Wie ich dann aber eine Woche vor meiner Abreise noch immer keine neue Karte habe, werde ich langsam nervös. Ich spreche bei der einheimischen Bank vor. Die macht der «Viseca» sogleich Beine. Und siehe da: fünf Tage vor meiner Abreise ist die neue Karte im Briefkasten. Und vier Tage vor dem Start habe ich auch den PIN-Code. Doch, wie ich die funkelnagelneue Karte für letzte Einkäufe benutzen will, geht gar nichts. «Karte ungültig», melden Kreditkartenlesegeräte im ersten, zweiten und auch dritten Geschäft. Sch...!

Nun beginnt meine Odyssee à la Cés Keiser: Zuerst wähle ich die Customer Care Nummer auf der Kreditkarte. Ich nehme zur Kenntnis, dass das Gespräch zur Qualitätssicherung aufgezeichnet werden kann, und darf dann einer wirklich sehr netten Dame Geburtsdatum, Kontoverbindung und, und, und angeben. Nur, damit sie mir dann erklärt, dass die Karte funktionieren müsste. Offenbar gäbe ich den PIN-Code nicht richtig ein. OK! Ein zweiter Versuch. Sicherheitshalber bitte ich einen Bankangestellten, mir über die Schulter zu gucken. Doch auch der muss feststellen: «Die Karte funktioniert nicht.» Also der Griff zum Handy und: «The Same Procedure As Last Time». Diesmal habe ich einen noch viel netteren Mann mit leichtem Balkan-Akzent am Apparat. Der erkennt sogleich, dass da an der Karte irgendetwas «wrong» sein müsse. Er veranlasse, dass mir – per Express und natürlich auf Kosten des Hauses – eine neue Karte zugestellt werde. Oh Wunder: Drei Tage vor meiner Abreise ist sie da, und anderntags bringt der Pöstler auch den Brief mit dem PIN-Code. Obendrein – zu meiner grossen Überraschung – auch noch ein Entschuldigungsschreiben der «Viseca-Card Service SA» mit einem Gutschein, gültig für alle Schweizer Kinos. Wunderbar! Nur: für die geplante Reise nach Frankreich wäre mir die Kreditkarte nützlicher. Doch auch die zweite Karte (und der zweite PIN-Code) bleiben als Zahlungsmittel wirkungslos, und bis zur Abreise bleibt noch ein Tag. Völlig verzweifelt rufe ich erneut an. Diesmal bitte ich die netteste aller Damen am andern Ende von mir aus, sie möge doch unser Gespräch, der Qualitätssicherung zuliebe, unbedingt aufzeichnen. Doch selbst diese drastische Massnahme vermag nicht zu verhindern, dass es jetzt definitiv zu spät ist!

Mit gleich zwei unbrauchbaren Kreditkarten im Portemonnaie verreise ich nach Frankreich und bezahle, Banknote um Banknote, Münze um Münze alles bar auf Euro und Cent. Wie ich dann wieder zu Hause bin, kleben an der Haustür zwei Abholungseinladungen. Der geneigte Leser ahnt: Die «Viseca-Card Service SA» hat mir inzwischen die nunmehr dritte, wunderschön silbern glänzende Kreditkarte und den dazugehörigen dritten PIN-Code zugestellt. Doch ich traue der Sache nicht. Und siehe da: Mit separater Post – und von einer andern Abteilung des «Viseca Card Services» – erreicht mich ein Einzahlungsschein samt strenger Mahnung: Von meiner früheren, gelöschten Karte und dem dazugehörigen Konto seien noch drei kleine Zahlungen fällig. Solange diese nicht getätigt würden, werde für mich keine neue Kreditkarte frei geschaltet. Um Himmels willen! Warum hat man mir dies nicht gleich gesagt? Bevor ich drei gesperrte Karten in Händen halte. Nun, ein Gutes hat das ganze Theater doch. Ich habe nämlich erkannt, wie recht doch unsere einheimische Bank mit ihrem Slogan hat: «Scheen wenn’s äifach passäd!»

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