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Dorfgespräch: Alle sind für das zweite Kindergartenjahr in Sarnen

Am Dorfgespräch haben sich die CVP und der Gemeinderat leicht Gehör verschafft: Das zweite, freiwillige Kindergartenjahr war unbestritten.
Primus Camenzind
Am Dorfgespräch diskutierten Désirée Bazzocco (v.l.), Moderator Jonas Wieland, Kathrin Müller und Cleo Bracale über das zweite, freiwillige Kindergartenjahr. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 29. Oktober 2018))

Am Dorfgespräch diskutierten Désirée Bazzocco (v.l.), Moderator Jonas Wieland, Kathrin Müller und Cleo Bracale über das zweite, freiwillige Kindergartenjahr. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 29. Oktober 2018))

Opposition war nicht präsent, als am Montag knapp 20 Personen der Einladung der CVP-Ortspartei zum Dorfgespräch folgten. In diesem trauten Kreis war man sich einig: In Sarnen soll ein zweites, freiwilliges Kindergartenjahr eingeführt werden. «Wir suchten für unser Podiumsgespräch fleissig nach Personen, welche anderer Meinung sind und bekamen dabei lauter Absagen», gab CVP-Ortspräsident Raphael Disler unserer Zeitung vor Beginn der Veranstaltung in der Milchsuppe der Volksschule Sarnen zu verstehen.

Die gemeinderätliche Vorlage, die in den nächsten Tagen die Haushalte des Kantonshauptortes erreicht, wurde von Gemeinderat und Schulpräsident Cleo Bracale kurz und bündig vorgestellt. «Wir können uns mit einem zweiten, freiwilligen Kindergartenjahr keinen Standortvorteil erschaffen. Vielmehr möchten wir einen Standortnachteil beseitigen.» Cleo Bracale machte kein Geheimnis aus der Tatsache, dass Sarnen sowohl im Kanton Obwalden als auch in der gesamten Schweiz zu den allerletzten Gemeinden gehört, welche dieses «längst überfällige» Angebot mit einem Ja am Abstimmungssonntag vom 25. November verwirklichen will. «Nicht nur der Gemeinderat will es so, sondern der ab dem Schuljahr 2017/2018 im Kanton eingeführte Lehrplan 21 ist auf zwei Jahre Kindergarten ausgerichtet.» Er sei selber «Finanzer», aber man dürfe nicht alles nur übers Geld quantifizieren, betonte der Bankfachmann. «Es geht um eine echte Qualitätssteigerung.»

Knappe halbe Million Franken pro Jahr mehr

«Ein Jahr mehr Kindergarten – auf freiwilliger Basis wohlverstanden – stärkt die Sozialkompetenz, die Selbstkompetenz und die Sach- und Methodenkompetenz der Kinder», zitierte Cleo Bracale aus der Botschaft des Gemeinderats. Die Kinder werden nach Vollendung des vierten Lebensjahres aufgenommen. Alle Kindergartenklassen sind altersdurchmischt zusammengesetzt.

«An zusätzlichem Personal werden wir 4,9 zusätzliche Stellen schaffen müssen, was entsprechende Lohnkosten von jährlich 460'000 Franken verursacht.» Das erste Betriebsjahr ist mit Kosten von 701'000 Franken veranschlagt; die weiteren Jahre mit wiederkehrenden Ausgaben von 480'000 Franken. «Diese Zahlen können noch leicht variieren, denn sie sind abhängig von der Anzahl Kinder, die das Angebot nutzen.» Eine unverbindliche Umfrage bei den Eltern habe im Januar dieses Jahres 77 Prozent Zustimmung ergeben.

Die aktuelle Abstimmung ist mit keiner Kreditvorlage verbunden; die Vorlage belastet vielmehr das Budget. «Das ändert sich, wenn die Gemeinde dereinst Investitionen für mehr Schulraum tätigen muss», erklärte Cleo Bracale. In wenigen Jahren soll das OKB-Provisorium in unmittelbarer Nähe des Schulareals zur Verfügung stehen. «Je nach Kostenrahmen kann dann der Gemeindeversammlung ein Kredit beantragt werden. Vorerst werden fünf neue Kindergartenklassen geführt: drei im Dorf Sarnen, je eine halbe Klasse in Kägiswil und Wilen und eine Klasse in Stalden. «Es wird zwischenzeitlich wohl etwas eng werden», prophezeite der Schulpräsident.

Zeitgewinn für Kinder und Eltern

Da beim anschliessenden Podium die Opposition fehlte, stellte der Moderator Jonas Wieland, CVP Sarnen, einige kritische Fragen. Ob man mit einem zweiten Kindergartenjahr einfach nur die Kleinen loswerden wolle? Désirée Bazzocco, Teilzeit arbeitende Mutter von zwei Kindern im Vorschulalter, verneinte deutlich: «Für mich steht das Bedürfnis unserer Kinder, mit anderen Kindern zu spielen im Vordergrund», meinte die gelernte Hotelfachfrau. «Ein zusätzliches Kindergartenjahr dient nicht dazu, dass die Eltern ihre Arbeitspensen ausser Haus erhöhen können.» Kathrin Müller, Schulleiterin des Kindergarten Sarnen, setzt andere Schwerpunkte: «Das Jahr verschafft uns und den Kindern einen Zeitgewinn. Es erlaubt einen soften Einstieg in die Schulwelt. Entscheidungen über die Zukunft stehen nicht schon einige Monate nach dem Eintritt der Kinder zur Debatte.» Ausserdem müssten sie sich schon in jungen Jahren in einem wesentlich veränderten Umfeld zurecht finden. «Die Anfänge sind wichtig. Sie schaffen eine gute Basis», bekräftigte die Schulleiterin.

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