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«D’r Pranger» rettet die Obwaldner Kantonsfinanzen

Im «Muffis» amüsierten sich am Freitag die Lälli-Zünftler und ihre Gäste an der «Pranger Rätschätä». Als schlagendes Werbeargument gilt: Wer die Fasnachtszeitung kauft, entlastet den Kanton!
Philipp Unterschütz
Zeremonienmeister Hannes Zumstein mit Zeichner Urs Krähenbühl an der «Pranger Rätschätä». (Bilder: Philipp Unterschütz (Sarnen, 8. Februar 2019))

Zeremonienmeister Hannes Zumstein mit Zeichner Urs Krähenbühl an der «Pranger Rätschätä». (Bilder: Philipp Unterschütz (Sarnen, 8. Februar 2019))

Gemessen an dem, was sich Schreiber und Zeichner einer Fasnachtszeitung an Themen wünschen, gab es schon bessere Zeiten. «Es war doch ein relativ schwieriges Jahr, tolle lustige Sachen waren nicht so da», beurteilte der Prangerchef den Ernst der Lage. Aber es habe wieder sehr gut funktioniert mit Geschichten, die an die «Redaktion» herangetragen worden seien. «Man denkt an den Pranger», freute sich der Chefredaktor, den wir hier nicht namentlich nennen, damit er weiter seine Ohren unerkannt spitzen und Gerüchte und Anekdoten aufschnappen kann.

Aus dem Material hat das gleiche Team wie in den vergangenen Jahren – sieben Schreiber, ein Grafiker und zwei Zeichner – rund 100 Beiträge für die 38. Auflage gestaltet (Kostproben siehe Box). «Insbesondere die beiden Zeichner Urs Krähenbühl und Tobias Tschopp haben wieder für eine schöne, gelungene Ausgabe gesorgt, ein Topjob», lobte der Prangerchef. Tatsächlich lohnt es sich, im Pranger genau hinzusehen. Es sind viele kleine, amüsante Details und Hinweise in den Bildern zu entdecken.

Ein Kulturgut, das erhalten bleiben soll

Am vergangenen Freitagabend war das Publikum humoristisch schon ordentlich in Fahrt, als der druckfrische Pranger für die «Rätschätä» angeliefert wurde. Im Muffis Nachtrestaurant in Sarnen wurde statt geklatscht gerätscht, was das Zeug hielt, als der Beckenrieder Jost Käslin mit seinen Witzen für grosses Gelächter sorgte. Tatsächlich hatten sich die Pranger-Macher mit Käslin harte Konkurrenz für das eigene Schaffen ins Haus geholt. «Aber da müssen sie jetzt durch», scherzte Hannes Zumstein, der durch den Abend führte.

Zünftler tragen Sprüche aus dem Pranger vor.

Zünftler tragen Sprüche aus dem Pranger vor.

2600 Stück vom Pranger wurden gedruckt, die nun unter die Leute sollen. «Es ist ein Krampf», sagte der Prangerchef. «Wir haben unser Stammpublikum, aber wir tun uns etwas schwerer, jüngere Leute zu erreichen.» Offenbar seien Witze über Whatsapp beliebter. Nach der langen Zeit sei der Pranger aber ein Kulturgut, das erhalten bleiben solle. «Wir überlegen uns, Werbung einzuführen und werden wohl versuchen, vom Kanton Kulturförderungsgelder zu erhalten.»

Musikalische Unterhaltung mit den Pianissimos.

Musikalische Unterhaltung mit den Pianissimos.

Wer weiss, vielleicht verdankt der Kanton den Pranger-Machern damit auch ihren Einsatz für die Kantonsfinanzen, die den Aufhänger für die Ausgabe 2019 bilden. «Unsere Rappen-Idee ziehen wir natürlich durch», versprach Hannes Zumstein im «Muffis». Für jeden verkauften Pranger gehe ein Rappen an die Kantonsfinanzen. «Wenn wir die gesamte Auflage loswerden, gibt das 26 Franken als Sanierungsbeitrag an die Finanzen.» Mit dem Kauf des Prangers unterstütze man also indirekt auch den Kanton, witzelte Zumstein.

So werden aus roten schwarze Zahlen

Eigentlich muss die Regierung nur lesen und umsetzen: Der Pranger stellt nämlich einen Sieben-Punkte-Plan zur Rettung der Kantonsfinanzen vor. «Es ist bekannt, dass die hellsten Köpfe nicht in die Politik gehen, sondern in die Pranger Kommission», meinte Zeremonienmeister Hannes Zumstein an der Pranger-Rätschätä. «Die Kommission ist nur 15 Minuten zusammengesessen und dann hatte sie die Lösungen, um die Kantonsfinanzen zu sanieren.» Da wäre zum Beispiel die «Laserdrucker-Idee»: Pro Departement gibt es nur noch einen zentralen Laser-Drucker mit schwarzer Patrone, damit keine roten Zahlen mehr geschrieben und gedruckt werden können. Oder die «Halbier-Idee»: «Das Parlament wird auf 27 Kantonsräte halbiert. Das merkt keiner», heisst es im Pranger. Politiker sind in der diesjährigen Ausgabe sowieso hoch im Kurs und wie immer gibt es viel Lokalkolorit aus Unterwalden. Zum Beispiel das Chinderhuis in Hergiswil, das zum Freudenhuis werde. Der Pranger meint: «Im einstigen Chinderhuis wird jetzt den grösseren Buben die Brust gegeben.» Oder die tränenden Augen der Sachsler wegen der Holzheizung: «Im Mattli qualmt es fürchterlich, die Kinder finden s’Schulhaus nicht. Nur der Gemeinderat hat’s nicht begriffen, er meint, dass dort die Lehrer kiffen.» Zum ersten Mal bringt der Pranger auch eine Sportseite. Über Skirennfahrerin Lara Gut liest man unter anderem: «Heisse Lara und jetzt au Behrami, doch uf de Pischte bin i e Lahmi....» Von LangWeiler-Fussball bis zu Nati-Doppeladlern ist alles drin. (unp)

Den «Pranger» gibt es ab sofort für 9 Franken in zahlreichen Ob- und Nidwaldner Fachgeschäften zu kaufen.

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