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Haus Espen in Engelberg: Duschen im Keller ist Geschichte

Aus dem ehemaligen Truppenhaus Espen wird eine neue Unterkunft mit Massenlager, Hotelzimmern und einem Restaurant. Das moderne Lagerleben bringt Komfort, dafür auch leicht höhere Preise. Das Haus soll im Dezember eröffnet werden.
Franziska Herger
Im Haus Espen in Engelberg wird gebaut: Bauherr Josef Infanger und Architektin Petra Engelberger zwischen zwei Zimmern. (Bilder: Corinne Glanzmann (Engelberg, 7. August 2018))

Im Haus Espen in Engelberg wird gebaut: Bauherr Josef Infanger und Architektin Petra Engelberger zwischen zwei Zimmern. (Bilder: Corinne Glanzmann (Engelberg, 7. August 2018))

«Da ist aber einiges gegangen», sagt Bauherr Josef Infanger mit zufriedenem Blick auf den frisch betonierten Kellerboden des Schützenhauses Espen in Engelberg. Seine Worte könnten für das ganze Projekt gelten. Die ehemalige Truppenunterkunft ist kaum wiederzuerkennen, zwei neue Anbauten und zwei umgebaute Stockwerke ragen bereits aus dem Boden. Das Untergeschoss sei der anspruchsvollste Teil der Bauarbeiten, sagt Architektin und Bauleiterin Petra Engelberger. «Wir mussten das Fundament untergraben, um den Keller zu vergrössern. Auch die Statik war bei diesem älteren Haus eine echte Herausforderung.»

Im letzten Herbst war Spatenstich, inzwischen hinkt der Bau dem Zeitplan rund drei Wochen hinterher. Doch das neue Haus Espen, welches Massenlager, Hotelzimmer und ein Restaurant enthalten wird, soll dennoch zu Beginn der Wintersaison im Dezember eröffnet werden. «Das schaffen wir», ist Engelberger überzeugt.

So präsentiert sich das Haus Espen derzeit.

So präsentiert sich das Haus Espen derzeit.

Erhalt des Massenlagers ist öffentliches Interesse

Josef Infanger, Eigentümer der direkt nebenan am Dorfeingang gelegenen Pension St. Jakob, erwarb das Haus 2013 von der Gemeinde, mit dem Plan, «etwas daraus zu machen», das Massenlager aber beizubehalten. «Es gibt in Engelberg nicht viele Unterkünfte in diesem Preissegment», begründet er. «Und die Gruppen werden immer grösser. Kürzlich war ein Lager des EV Zug mit 170 Kindern hier.»

Saniert werden musste das Schützenhaus ohnehin, ergänzt Engelberger. «Es war hellhörig und schlicht alt. Wer will den heute noch im Keller duschen?» Jedes der 19 neuen Zimmer mit 2 bis 14 Betten wird nun eine eigene Dusche mit WC haben. Die Räume sind je nach Gästen als Massenlager oder als Hotelzimmer für Gruppen, Familien, Carreisende oder Individualtouristen nutzbar. «Das vereinfacht die Auslastung sehr», sagt Infanger.

Der Erhalt des Massenlagers, das auch für die Nutzung des Sporting Parks wichtig sei, hat die Gemeinde als öffentliches Interesse erachtet. Das bescherte dem Projekt Espen nicht nur die nötige Umzonung ausserhalb einer Ortsplanungsrevision, sondern 2017 auch ein Darlehen von insgesamt einer Million Franken von Kanton, Gemeinde und Bund im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP). Die restlichen rund 6,5 Millionen Franken trägt die von Josef Infanger gegründete Espen AG. Petra Engelberger rechnet, dass man maximal fünf Prozent vom Budget abweichen werde.

Trotz NRP-Beitrag sei die Finanzierung nicht einfach gewesen, sagt Josef Infanger. «Daher konnten wir erst letzten Herbst – statt im Frühling 2016 – mit dem Bau beginnen.» Für weitere Verzögerung sorgte eine Einsprache der Eigentümer des Nachbargrundstücks, die Lärm durch die Lagerkinder befürchteten. Infanger schüttelt nur den Kopf.

Keine Sorge um Stammgäste

Nach dem Wegzug der Einsprecher kann er seinen Traum realisieren. Dazu gehört das Restaurant, denn «das braucht es bei total 230 Betten». Abends soll es Tischservice geben, mittags gilt Selbstbedienung. Das Angebot soll nicht zuletzt den Einheimischen dienen. «Im vorderen Ortsteil gibt es kaum Restaurants», sagt Petra Engelberger.

So soll das Restaurant im ehemaligen Schützenhaus Espen in Engelberg künftig aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll das Restaurant im ehemaligen Schützenhaus Espen in Engelberg künftig aussehen. (Visualisierung: PD)

Damit die Lagergäste selber kochen können, werden für Massenlager und Hotel separate Küchen gebaut. Der Speisesaal kann mit dem Restaurant verbunden und für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen vermietet werden. «Auch ein Angebot, das es in Engelberg nicht häufig gibt», betont Infanger. Für die Bewirtschaftung werden zehn neue Voll- und Teilzeitstellen geschaffen.

Die Zimmer im ersten Obergeschoss sind beinahe fertig. Fenster geben den Blick auf die Bergwelt oder den Eugenisee frei. Ähnlich wie in der Pension St. Jakob werden sie Zwei- bis Dreisternestandard bieten. «Die Preise werden jedoch nach der Modernisierung etwas steigen müssen», meint Infanger. Für das Massenlager rechnet er mit einem Zuschlag von bis zu 10 Franken, ein Doppelzimmer soll an einem Hochsaison-Wochenende auch mal bis zu 250 Franken kosten.

Infanger macht sich keine Sorgen, seine Stammgäste zu verlieren. «Die Sanierung war ja auch von Gästen sehr gewünscht. Über die Jahre sind gute Kontakte entstanden, viele kleine Lagergäste kommen später als Erwachsene mit ihrer Familie wieder.»

Das Dach soll bis Ende August drauf

Noch ist das Haus Espen nach oben offen, doch das soll sich bald ändern. «Bis Ende August wollen wir den dritten Stock und das Dach fertigstellen», so Josef Infanger. Und er hat noch nicht ausgeträumt. Auf dem Fussballfeld nebenan soll ein weiteres Gebäude entstehen. Ursprünglich waren ein Lebensmittelladen, vier Wohnungen und Räume für Indoorsport geplant, doch der Hotelier will sich Zeit lassen. «Wir schauen zuerst, wie die neue Unterkunft anläuft und für welche Angebote am meisten Nachfrage besteht.» Zweifel an seinem Projekt hat er keine. «Ich bin sicher, dass es ein Erfolg wird.»

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