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Kerns ehrt einen «hundertfachen Helfer»

Unter dem Namen «Kabriizi» ehrt die Gemeinde alle zwei Jahre eine Person für ausserordentliche Leistungen. Hans Amrhein hat diesen Preis wie kein Zweiter durch Mut, Keckheit und Hilfsbereitschaft verdient.
Romano Cuonz
Hans Amrhein und seine Frau Hanny freuen sich über die Lobrede und den Jodelgesang bei der Kabriizi-Preis Verleihung. Bild: Romano Cuonz (Kerns, 19.Mai 2018)

Hans Amrhein und seine Frau Hanny freuen sich über die Lobrede und den Jodelgesang bei der Kabriizi-Preis Verleihung. Bild: Romano Cuonz (Kerns, 19.Mai 2018)

«Hans Amrhein mit H wie ‹hundertfacher Helfer› und A wie ‹acheerig und angaschiert» titelte Regierungsrat Franz Enderli seine Laudatio für den bereits neunten Kernser «Kabriizi-Preisträger». Und schon die paar ersten herzlichen Worte machten klar, wie sehr der heutige Politiker und frühere Kernser Laientheologe Enderli den heute 79-jährigen Hans Amrhein schätzen gelernt hatte: als wahren Nothelfer und Freund!

Hans sei – so Enderli – in der Wolfgrube als achtes Kind der Familie Amrhein geboren worden. Schon als Bub habe er schwere Schicksalsschläge erlebt: sehr früh die Mutter und ein Schwesterchen verloren. Der begabte junge Mann musste nach der Schulzeit bald einmal einer Arbeit nachgehen. Zehn Jahre war er Briefträger, bevor er 1964 – als 25-jähriger – zum Sakristan gewählt wurde. Damit hatte er seinen Beruf gefunden, den er 40 Jahre mehr als nur pflichtgetreu ausübte. Heute mag man kaum mehr glauben, wie hart damals die kirchliche Sonntagsarbeit war: Um vier Uhr die erste Messe, um fünf und sechs die zweite und die dritte bis dann um 7.30 Uhr der Kindergottesdienst, um 8.30 Uhr das Amt, um zehn die Spätmesse und am Nachmittag auch noch die Christenlehre folgten! Und immer war Hans Amrhein dabei. Für einen würdigen Blumenschmuck begannen er und seine Frau Hanny später selber mit viel Liebe 400 Dahlien und 1200 Gladiolen zu pflegen und in wunderbaren Gestecken zu arrangieren. «Du hast auch alle Spezialwünsche junger Theologen für Gottesdienste, Theater, Advents- und Passionsspiele erfüllt und dabei keinen Aufwand gescheut», schmunzelte Enderli und wusste wohl recht gut, wovon er da sprach.

Brauchtumspflege und Theater

Nur schon als Sigrist hätte Hans Amrhein den Kabriizi-Preis verdient. Den Ausschlag dafür aber dürfte sein schier unglaubliches Engagement für Kultur und Brauchtum in Kerns gegeben haben. Hans habe den alten Kernser Brauch der Drei Könige schon als zehnjähriger Singbub miterlebt, erzählte Enderli. Als junger Mann sei er selbst als König unterwegs gewesen und später habe er vier Jahrzehnte lang alles gemacht, was dazugehört: Kleider und Weihrauchfass bereitgestellt, geschminkt, Sprüche abgefragt, Kostüme gewaschen, geflickt und für den nächsten Abend getrocknet. «Auch als die ‹Heiligen› Drei Könige einmal stockbetrunken im Schnee lagen, kam der Sigrist als Nothelfer zum Einsatz. Der Kommentar des damaligen Pfarrers Karl Imfeld: ‹Wo Brauch ist, ist auch Missbrauch!›» Während Jahren war Amrhein auch jener Mann, der dafür sorgte, dass Samiglais, Schmutzli und Trinkler ihres Weges gingen, wie es sich gehörte.

Theatermann und Sänger vor Gott

Wie Hans Amrhein bei all diesen Arbeiten immer auch noch Zeit fand, zwei grossen Leidenschaften nachzugehen, weiss wohl nur er selber. Bei den Kernser Spielleuten spielte er unzählige Rollen: «Hansjoggeli der Erbvetter» genauso wie einen der «Drei Dorfheiligen». Während nicht weniger als 50 Jahren kam ihm als Mitglied des Jodlerklubs Fruttklänge kein falscher Ton über die Lippen. Die Jodler brachten ihm denn bei der Preisverleihung auch ein Ständchen. Im Trachtenchörli und im Kirchenchor sang Amrhein ebenso mit. Er ist Veteran des Eidgenössischen Jodlerverbandes. Vom Papst hat er den Orden «Benemerenti» erhalten, den er bei der Preisfeier stolz ans Revers geheftet hatte. «Dass er zu all dem auch noch vier Jahre Kommandant der Kernser Feuerwehr war, unterstreicht die Richtigkeit des Begriffs ‹Hundertfacher Helfer› nochmals», lobte Franz Enderli. Und nach vielen lobenden Worten verstanden wirklich alle Leute im Publikum, warum Gemeindepräsident André Windlin und der gemeindliche Kulturvorsteher Pius Hofer die begehrte Plakette mit der Aufschrift «Kabriizi 2018» überreichten. Der Applaus war herzlich und hielt lange an.

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