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Ein Feuer für die Sicherheit – Feuerwehrleute aus der ganzen Welt trainieren in Lungern

Tief im Innern des Bergs hinter dem Industrieareal Walchi in Lungern raucht und brennt es seit zehn Jahren. Jährlich werden rund 3000 Feuerwehrleute ausgebildet – davon profitieren auch die Verkehrsteilnehmer.
David von Moos
Ein gestellter Lastwagenbrand in der Tunnelübungsanlage in Lungern. (Bild: PD)

Ein gestellter Lastwagenbrand in der Tunnelübungsanlage in Lungern. (Bild: PD)

Anfang Oktober 2009 öffnete in Lungern eine Weltneuheit ihre Tore für besondere Besucher aus nah und fern. Im Feuerwehr-Ausbildungszentrum Lungern können seither Feuerwehrleute Tunnelbrände realitätsnah üben. «Ereignisse in unterirdischen Verkehrsanlagen stellen Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Das zeigt das breite Spektrum an Einsatzerfahrungen, das wir in der engen Zusammenarbeit mit Feuerwehren im In- und Ausland seit vielen Jahren beobachten und auswerten», heisst es auf der Website der International Fire Academy, die die spezielle Anlage seit mittlerweile zehn Jahren betreibt.

Ob totale Verrauchung, extreme Hitze, beklemmende Enge, lange Angriffswege oder blockierte Zugänge, ob Brand, Massenkarambolage oder Gefahrgutunfall: In dieser «europaweit einzigartigen» Anlage auf dem Lungerer Walchi-Areal können alle nur denkbaren Einsatzsituationen und -aufgaben dargestellt werden, wie es in der Medienmitteilung zur Eröffnung hiess.

Bis zu sechs Übungen am Tag

Die vom Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrum (IFA) gebaute Übungsanlage besteht aus einem Stollensystem im Brünigmassiv. Ein 170 Meter langer Zugangsstollen führt zum Ausbildungszentrum, das mit Garderoben, Atemschutzretablierung und sanitären Einrichtungen ausgestattet ist. Im 150 Meter langen Brandstollen kann als Maximalszenario der Vollbrand zweier Lastwagen dargestellt werden.

An einem Ausbildungstag werden laut IFA-Geschäftsführer Urs Kummer vier bis sechs Übungen absolviert. «Über alle rund 180 Ausbildungstage ergibt dies pro Jahr etwa 900 Einsatzübungen.» Das Besondere am Übungstunnel sei, dass man immer neue Erfahrungen in die Ausbildung einfliessen lassen könne und alles wiederholbar sei. Pro Jahr würden so rund 3000 Feuerwehrangehörige ausgebildet.

Rund die Hälfte aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommt von Stützpunktfeuerwehren aus der ganzen Schweiz, die andere Hälfte aus dem Ausland, wie Daniel Berchtold, stellvertretender Geschäftsführer des IFA, ergänzt. «Weltweit gibt es keine zweite solche Anlage, weshalb das Interesse an den angebotenen Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten gross ist.» Ausgebildet wird deshalb in vier verschiedenen Sprachen (D/F/I und E). Berchtold erinnert sich:

«Speziell waren sicher die Besuche von Feuerwehrleuten aus Taiwan, die schon mehrfach hier waren. Spannend war aber auch das Training von Feuerwehren aus Abu Dhabi, Israel, New York und Singapur.»

Das Ausbildungszentrum in Lungern sei eine einzige Erfolgsgeschichte.

Nützlich für Lungern und den Kanton

Urs Röthlisberger, stellvertretender Feuerwehrinspektor der Kantone Ob- und Nidwalden, betont: «Die Anlage in Lungern ist für die Sicherheit in unterirdischen Verkehrsanlagen zentral.» Auch die Stützpunktfeuerwehren Stans und Sarnen trainierten dort regelmässig den Ernstfall im Tunnel. «Die realitätsnahe Ausbildung führt unter anderem zu einer höheren Verkehrssicherheit, wovon wir schlussendlich alle profitieren. Es war insofern ein weiser Entscheid, dieses Trainingszentrum einzurichten.»

Und auch der Kanton könne sich ein Stück von diesem Kuchen sichern, wie der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler sagt: «Genaue Zahlen sind uns zwar keine bekannt. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass der eine oder andere Kursteilnehmer über das Kursende hinaus noch etwas länger hier bleibt oder gar wieder einmal vorbeikommt.» Er persönlich habe grosse Freude daran, dass der Kanton Obwalden in Sachen Feuerwehrtraining an der Weltspitze mitmische und man in Lungern einen der zwei weltweit existierenden Übungstunnel betreiben könne.

Mehr Informationen: www.ifa-swiss.ch

«Weisch nu»: Was im Oktober 2009 sonst noch bewegte

(dvm) In Stansstad beginnen im Oktober 2009 die Bauarbeiten für das neue Verwaltungsgebäude der Zentralbahn. Für rund sechs Millionen Franken entsteht in der Verlängerung des Bahnhofs ein schnörkelloser dreistöckiger Bau, der die dringenden Platzprobleme des Unternehmens löst. Seit 2005 nämlich befinden sich der Baudienst und die Verwaltung der Zentralbahn in provisorischen Container-Büros neben der Werkstatt. Dies nachdem die vormalige LSE und Brünigbahn miteinander fusionierten und die Verwaltung in Stansstad zusammengezogen wurde.

In Stans wird das Siegerprojekt für die Erweiterung der kantonalen Mittelschule vorgestellt. Das Projekt «Urban» der Luzerner Architekten Auf der Maur & Böschenstein hat die Jury überzeugt: Das Kollegium St. Fidelis soll um einen vier- und einen zweigeschossigen Anbau wachsen. Den Neubauten weichen muss der baufällige Philosophentrakt aus den 50er-Jahren. Notwendig geworden ist die Erweiterung des Kollegis in erster Linie wegen fehlender Räumlichkeiten für die Fächer Biologie, Chemie und Physik.

In Hergiswil donnern 40 Kubikmeter Loppergestein auf die Kantonsstrasse. Ein Forstarbeiter wird schwer verletzt, ein Automobilist kommt mit kleineren Blessuren davon. Die Seestrasse bleibt wegen umfangreicher Untersuchungen und Felsräumungen mehrere Monate gesperrt – Hergiswil weiss sich aber zu helfen: Zuerst nimmt eine Fähre zwischen Hergiswil und Stansstad den Betrieb auf, später wird eine Pontonbrücke errichtet.

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