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Ein freudiger Start ins Jubiläumsjahr

Robert Hess
Talammann Martin Odermatt (links) übergibt das erste Buch an Pater Guido Muff, Prior des Klosters Engelberg. (Bilder Robert Hess)

Talammann Martin Odermatt (links) übergibt das erste Buch an Pater Guido Muff, Prior des Klosters Engelberg. (Bilder Robert Hess)

Spannung, Vorfreude und auch hohe Erwartungen herrschten im sehr gut besetzten Engelberger Kursaal. Angesagt war die öffentliche Buchvernissage «200 Jahre Engelberg bei Obwalden.» – «Heute ist ein Tag für unser Tal und Obwalden», sagte Talammann Martin Odermatt in seiner Begrüssung. Der Gemeinderat habe das Buch in Auftrag gegeben, fuhr er fort, «und sich dabei von Projektleiter Nicolas Disch kein reines Geschichtsbuch gewünscht, sondern einen für alle verständlichen Querschnitt durch das Leben in Engelberg».

Origineller erster Testbericht

Einen vergnüglichen und zugleich ersten kritischen Blick ins neue Buch vermittelten am Freitagabend auf der Kursaal-Bühne Ida Knobel-Gabriel aus Wolfenschiessen und der in Alpnach wohnhafte Ur-Engelberger Sepp Hess, seines Zeichens Vizedirektor im Bundesamt für Umwelt. Sie bedienten sich dazu des Wolfenschiesser «Chääs-Spruchs», der eigentlich zur Älplerchilbi gehört. Mit ihrer gewohnt augenzwinkernd-spitzen Feder hat Ida Knobel einen «Chääs-Spruch» zur 200-jährigen wechselvollen Dreiecksbeziehung Engelberg/Obwalden/Nidwalden mit Inhalt ausgestattet. Keine Frage, dass das Publikum die in Engelberger und Wolfenschiesser Mundart vorgetragenen Sprüche genoss.

Einigkeit und Turbulenzen

So stellte Sepp Hess das Jubiläumsbuch in einem ersten Vers vor: «Es schöns nuis Buech mit höife Gschichte, wo tiend vo alte Zeyte brichte. Vo Äinigkeit und Turbulänze, darf hütt i schönschter Gschtaltig glänze.»

Ida Knobel meinte dann: «Im Gägesatz zu liebe Geschte, ha-n ich das Buech scho derfe teschte. S isch schpannend und ich bi paraad, uf s Chorn z nää, was da drinne schtaad.»

Über Vergnügliches und weniger Schönes, über Höhen und Tiefen berichtete der Chääs-Spruch. Schliesslich sagte Ida Knobel: «Nidwaldner und Obwaldner – sid jee i beedne Täler – hend undrem Schtrich ganz sicher beed eppe gleych vill Fääler. Igschlosse d Ängelbärger, eys bsunders liebi Frind, ai wenn si etzt Gottsname scho lang Obwaldner sind!»

Worauf dann Sepp Hess meinte: «Fründschaft kennt käini Gränze, das z gschpüüre, säb tued gued. Die mäischte vo-n is hend ja scho duregmischtlets Blued!»

Obwalden schätzen gelernt

Projektleiter des Jubiläumsbuches ist der Historiker Nicolas Disch. Er ist in Engelberg aufgewachsen und hat in der Stiftsschule die Matura gemacht. «Im Buch wollte ich der Gemeinde ihre Geschichte zurückgeben», sagte er. Engelberg verfüge nämlich kaum über ein Geschichtsbuch, das der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehe. Und wie steht Nicolas Disch zu Obwalden? «Wie andere Engelberger auch, fühlte ich mich nicht unbedingt als Obwaldner», antwortete er. «Ich Verlaufe meiner Arbeit für das Buch bin ich aber immer mehr zum Obwaldner geworden», fuhr er fort. «Denn ich habe erfahren, wie stark die Verbindungen zwischen Engelberg und dem übrigen Obwalden sind. Engelberg und Obwalden sind in den vergangenen 200 Jahren wirklich zusammengewachsen.»

Buch und Autoren rühmen

«Als gefällig und leicht lesbar», bezeichnete Victor Bieri, Präsident des Historischen Vereins Obwalden, das Werk in seiner Laudatio. Das Gemeinschaftswerk von 21 Autorinnen und Autoren zeige Höhen und Tiefen in den Beziehungen zwischen Obwalden, Nidwalden und Engelberg für alle verständlich auf. Und die Aufteilung des Inhalts in verschiedene Themen erlaube der Leserschaft auch, immer wieder ins Buch einzusteigen. «Ich kann das Buch und die Autorinnen und Autoren nur rühmen und sagen, ein Kauf lohnt sich», so ­ Bieri.

Erstes Buch ans Kloster

Gespannt auf das Buch war auch Landammann Hans Wallimann.«Ich habe eine Riesenfreude», fuhr er fort, «und ich freue mich natürlich auch, dass ich als Landammann beim Start zu den Jubiläumsfeierlichkeiten dabei sein konnte.» Er betonte, wie wichtig Engelberg für Obwalden sei. «Was wäre unser Kanton ohne Engelberg!»

Talammann Martin Odermatt schenkte das erste Buch dem Benediktinerkloster. In Vertretung des sich in Afrika aufhaltenden Abtes nahm Prior Pater Guido Muff das Exemplar entgegen. Die Klostergemeinschaft sei gespannt auf das Buch, «es wird sicher bald durchs Lesen abgegriffen sein», meinte Pater Guido. Man werde darin sicher auch Ideen fürs künftige Zusammenleben zwischen Ob- und Nidwalden und der Rolle des Klosters finden.

Die Vernissage mit Volksapéro wurde musikalisch umrahmt von den «Hahnen-Örgelern» und den «Bärgzislä», alles junge Frauen.

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