Ein «Kristall» soll Lungerer Firma mehr Effizienz bringen

Die grössten Hürden sind genommen. Die Gemeinde bewilligte am Freitag der Firma HP Gasser den Bau einer neuen Produktionshalle. Eine neue Krananlage soll darin sämtliche Hubstapler ersetzen.

Marion Wannemacher
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Der Kubus mit dem Firmenschriftzug wird neu gebaut. Er wird 47 Meter lang und 34 Meter breit. (Bild: PD)

Der Kubus mit dem Firmenschriftzug wird neu gebaut. Er wird 47 Meter lang und 34 Meter breit. (Bild: PD)

«Die Freude ist gross», sagt Markus Fuhrer, CEO der HP Gasser AG. Am Freitag erteilte die Gemeinde Lungern der Firma die Baubewilligung für die neue Produktionshalle Kristall. «Die grössten Hürden sind genommen», freut sich Fuhrer. Zuvor hatte die Gemeindeversammlung einer Umzonung zustimmen müssen, damit ein Austausch zwischen Industrie- und Landwirtschaftszone hatte stattfinden können. Für nächsten Mittwoch ist nun der erste Spatenstich geplant, ab August sollen die Mitarbeiter bereits in der neuen Halle arbeiten können.

Geplant ist ein grosser Kubus von 47 Metern Länge, 34 Metern Breite und 20 Metern Höhe. Die Fassade ist aus einem speziellen Gewebe aus einer PVC-Membran. Auf 2700 Quadratmetern soll dort produziert werden, 2000 Quadratmeter dienen als Lager und Logistikfläche. Die neue Halle soll Platz bieten für moderne und zeitgemässe Arbeitsplätze und zeichne sich durch eine optimale Integration der bestehenden Gebäude aus, erklärt Geschäftsführer Fuhrer.

«Wir sind an unsere Grenzen gekommen»

«Seit 2006 sind wir im Bereich Flachdach tätig. Seitdem sind die Elemente immer grösser geworden. Unsere Infrastruktur von 1994 ist auf diese Produktion nicht ausgelegt. Wir sind in den vergangenen drei bis vier Jahren extrem gewachsen und nun an unsere Grenzen gekommen.» Früher hätten Dachfenster-Elemente im klassischen Mass einen Meter auf 80 Zentimeter gemessen, heute könnten Elemente schon mal bis zu 15 Meter lang und vier Meter breit sein. Der Elementbau der Dachfenster macht aktuell 40 Prozent des Umsatzes aus, der Membranbau die Hälfte, der Rest entfällt auf die Produktion der Zimmerei.

Das Team der Mitarbeiter ist von ehemals 50 vor 14 Jahren auf heute 80 angewachsen. «Mit den Mitarbeitern wollen wir ökonomisch und produktiv arbeiten können», betont Markus Fuhrer. Er erhofft sich von der neuen Halle eine effizientere Produktion. «Wir werden unsere Kapazität steigern, ohne mehr Mitarbeiter anzustellen», erwartet er, schliesst aber nicht aus, dass durch die neuen Produktionsbedingungen langfristig mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Logistik erfolgt durch die Luft

«Das Herzstück in der von Tageslicht durchfluteten Produktionshalle ist die moderne Krananlage, die sämtliche Hubstapler ersetzt. Die Logistik erfolgt durch die Luft, sodass wir 100 Prozent des Raums nutzen können für die Produktion und keine Produktionsstrasse dafür frei lassen müssen», freut sich Fuhrer. Er spricht von einem «offenen und flexiblen Raumlayout».

Zwischen 4 und 5 Millionen Franken wird der Neubau kosten. Rundum sind Kunden des Unternehmens am Bau beteiligt: Gasser Felstechnik AG wird die Baumeisterarbeiten ausführen, die Gersag AG die Krananlage, die Neue Holzbau AG in Lungern baut die Tragstruktur, die Firma Renggli aus Schötz die Wand- und Deckenelemente.