Ein Millionenprojekt beginnt: Spatenstich beim Hochwasserschutz im Sarneraatal

Der Hochwasserschutz im Gebiet Sarneraa soll verbessert werden. Nun ist der Spatenstich für das Projekt erfolgt.

Robert Hess
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Regierungsrat Josef Hess beim Spatenstich.

Regierungsrat Josef Hess beim Spatenstich.

Bild: Robert Hess
(Alpnach, 7. Juli 2020)

Auf dem Flugplatz Alpnach war gestern offizieller Spatenstich zur Erstellung einer Hochwasserschutzmauer entlang der Flugplatzgebäude. Mit der 850 Meter langen und zwischen 80 und 130 Zentimeter hohen Mauer ab der Eichistrasse in Richtung Alpnachersee sollen die Flugplatzliegenschaften künftig bei Hochwasserereignissen der Sarneraa geschützt werden.

«Dieser sehnlichst erwartete Meilenstein ist ein wichtiges Element in der ganzen Serie von Hochwasserschutzmassnahmen zwischen dem Sarnersee und dem Alpnachersee», sagte Regierungsrat Josef Hess, Vorsteher des Bau- und Raumentwicklungsdepartementes, in seinem Grusswort an die Vertreter der Behörden, des Flugplatzkommandos, der Armasuisse und der Planer im Restaurant Alouette. «Wenn dereinst der Hochwassersicherheitsstollen in Betrieb genommen wird, muss das Wasser hier schadlos in Richtung Alpnachersee abfliessen können», so Hess weiter. «Und zwar auch dann, wenn die Grosse Schliere, die ebenfalls hier durchfliesst, gleichzeitig Hochwasser führt», ergänzte er.

Signale vom Bund als positiv wahrgenommen

Von den Gästen des gestrigen Spatenstichs meldete sich Oskar Langensand, Fachbereich Immobilien der Armasuisse, zu Wort. «Mit der Realisierung der Schutzmauer können Objekte des Flugplatzes – also Volksvermögen – im Wert von einer halben Milliarde Franken gesichert werden», sagte er. Langensand bezeichnete es als positiv, dass der Bund seine Interessen bei der Projektierung «stets anmelden und einbringen konnte».

Das Wasserbauprojekt Sarneraa Alpnach I umfasst gemäss einer Medienmitteilung des Bau- und Raumentwicklungsdepartements «neben den Areal- und Schutzmassnahmen im Bereich des Flugplatzes und der Kavernen die Flussabschnitte der Sarneraa von der heutigen Etschischwelle bis zur Wasserrückgabe des Kraftwerks Sarneraa und der Grossen Schliere vom Geschiebesammler Schlierenrüti bis zur Mündung in die Sarneraa». Geplant ist unter anderem der Ausbau der Abflusskapazität durch die Verbreiterung des Flussbettes.

Kosten belaufen sich auf über 160 Millionen Franken

Obwohl die neue Etschistrasse fertig erstellt ist, kann die alte Strasse erst später rückgebaut werden. Sie werde noch für die Transporte des Ausbruchmaterials vom Bau des Hochwasserentlastungsstollens zum Alpnachersee benötigt, heisst es in der Medienmitteilung. Sie soll im Rahmen des zweiten Bauloses mit dem Gerinneausbau des Wasserbauprojektes Sarneraa I rückgebaut werden.

Baudirektor Josef Hess hatte zu Beginn des gestrigen Anlasses kurz die dramatischen Ereignisse des Hochwassers 2005 gestreift, das allein im Sarneraatal über 250 Millionen Franken Schäden verursacht habe. Mit den laufenden Projekten zur Verbesserung der Hochwassersicherheit im unteren Sarneraatal würden nun inklusive Hochwasserschutzstollen Ost insgesamt über 160 Millionen Franken verbaut. «Es ist das bisher grösste Hochwasserschutzprojekt im Kanton Obwalden und hoffentlich auch das letzte in dieser Höhe», sagte Hess.