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Ein Missverständnis mit Folgen auf der Lungerer Bühne

Am Samstag hob sich der Vorhang zum neuen Stück «Dr gsund Chrank». Die Premierengäste waren begeistert und gaben immer wieder Szenenapplaus.
Birgit Scheidegger
Hausarzt Ralph Moritz (Marcel Imfeld, rechts) untersucht seinen Hypochonder-Patienten Georg Keller (Karlheinz Ming). (Bild: Birgit Scheidegger (Lungern, 19. Januar 2019))

Hausarzt Ralph Moritz (Marcel Imfeld, rechts) untersucht seinen Hypochonder-Patienten Georg Keller (Karlheinz Ming). (Bild: Birgit Scheidegger (Lungern, 19. Januar 2019))

Es ist früher Morgen. Judith Keller (Gabriela Imfeld) deckt den Frühstückstisch und giesst Kaffee ein, als ihr Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht, die Hand auf die Brust gepresst, auf die Bühne tritt. Sofort legt er sich auf das Sofa und klagt ihr seine Leiden. Er hat bereits mit dem Arzt telefoniert. Schliesslich liegt die letzte Untersuchung schon zwei Wochen zurück. Doch sie geht nicht auf sein Gejammer ein, sie kennt ihren «Georgie», den Hypochonder, zu gut. Ausserdem erwartet sie ihren alten Schulfreund Albert (Dominik Gasser), der aus Amerika zu Besuch kommt.

Als Hausarzt Ralph Moritz (Marcel Imfeld) eintrifft, kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis, das George «bestätigt», dass er schwer krank ist, und nur noch wenige Wochen zu leben hat. Er weiht seinen Freund und Nachbarn Arnold (Christian Imfeld) ein und fängt an, alles für sein baldiges «Ableben» zu organisieren.

Von links Albert Kraft (Dominik Gasser), der nach Amerika ausgewanderte Schulfreund von Judith Keller (Gabriela Imfeld), und Georg Keller (Karlheinz Ming). (Bild: PD)

Von links Albert Kraft (Dominik Gasser), der nach Amerika ausgewanderte Schulfreund von Judith Keller (Gabriela Imfeld), und Georg Keller (Karlheinz Ming). (Bild: PD)

Der Dreiakter spielt in der Gegenwart. Die Bühne zeigt ein modernes Wohnzimmer mit Designermöbeln. Das Besondere am diesjährigen Stück ist nicht nur die sorgfältig ausgewählte Musik, welche die einzelnen Szenen teils dramatisch untermalt, sondern vor allem das Licht- und Schattenspiel, das Regisseur René Degelo in die Szenen einbaute. «Die Idee dabei ist, die Träume und Gedanken von Georg von der Bühne wegzuheben und so speziell hervorzuheben», erklärt dieser. Wobei die Schattenszenen jeweils live hinter der grossen Leinwand gespielt werden. Auch mit der eingebauten Musik, die langsam immer lauter wird, soll Dramatik aufgebaut werden.

Rund 500 Einsätze pro Aufführung

Seit September haben die Theaterlyt Lungrä an ihrem neuen Stück «Dr gesund Chrank», eine Komödie in drei Akten, geprobt, an den Feinheiten gefeilt und sind Akt für Akt, Szene für Szene immer wieder durchgegangen. «George Keller, gespielt von Karlheinz Ming, hat rund 500 Einsätze pro Aufführung», betont René Degelo, der seit acht Jahren in Lungern die Regie innehat. Als Regieassistentin zur Seite steht ihm Bettina Moor. Degelo kann auf bewährte Spieler zurückgreifen, dieses Jahr stehen solche auf der Bühne, die teils seit Jahrzehnten dabei sind. Zwei der Darstellerinnen, das Girl Sue Moser, gespielt von Myriam Vogler, und eine fremde Frau, gespielt von Bettina Moor, sind dabei nur im Schattenspiel sichtbar. Das Stück selber lebt von den Missverständnissen, von Verdächtigungen sowie am Schluss von einem freundschaftlichen Rat, der nach hinten losgeht. Die Spielleute selber haben dem neuen Stück ihre ganz persönliche Note gegeben und überzeugen ganz und gar mit ihrem schauspielerischen Talent.

Die Umsetzung des amüsanten Stückes ist absolut gelungen und die Spielfreude der Darsteller überträgt sich schnell auf die Zuschauer. Die Premierengäste genossen den Abend in vollen Zügen und sparten am Schluss nicht mit Applaus. Wie erfolgreich die Theaterlyt Lungrä sind, zeigt sich auch daran, dass in den jeweils elf Vorstellungen bis zu 3000 Zuschauer in die Stücke eintauchen.

Weitere Aufführungen am 26. und 27. Januar, 1., 2., 3., 7., 9.,10.,16. und 17. Februar (Derniére). Vorverkauf: Montag 9 bis 11 Uhr und Donnerstag, 17 bis 19 Uhr, Telefon 079 662 60 54 oder unter

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