Ein Nidwaldner kehrt heim:  Der Leiter der Obwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei über seinen baldigen Stellenwechsel

«Der Polizeiberuf war mein Bubentraum», sagt Marco Niederberger in unserer Neujahrsserie Rückblick/Ausblick.

Martin Uebelhart
Hören
Drucken
Teilen
Marco Niederberger in der Garage des Polizeigebäudes in Sarnen.

Marco Niederberger in der Garage des Polizeigebäudes in Sarnen.

Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 12. Dezember 2019)

Seit 18 Jahren arbeitet Marco Niederberger bei der Kantonspolizei Obwalden. Seit 2008 ist der 43-jährige Leiter der Abteilung Verkehrs- und Sicherheitspolizei (VSP). Auf Mai 2020 wechselt er zur Kantonspolizei Nidwalden, Mitte des Monats übernimmt er dort die gleiche Funktion. «Ich habe in verschiedenen Polizeigremien immer wieder mit Lorenz Muhmenthaler zu tun», erzählt Marco Niederberger. Dank des auch sonst guten Kontakts habe er gewusst, dass Muhmenthaler per Ende Mai pensioniert und die Stelle als Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei ausgeschrieben werde.

Nach elf Jahren in seiner Funktion habe er dies als Chance gesehen, nicht zuletzt auch in seinem Alter noch einmal einen Stellenwechsel zu machen. «Quasi wieder ‹daheim› kann ich die gleiche Funktion ausüben.» Daheim ist Wolfenschiessen. «Ich bin Wolfenschiesser, bin hier aufgewachsen und mittlerweile auch Ürtebürger», sagt er. Seit 2012 wohnt er wieder in dem Dorf im Engelbergertal. Möglich macht das die Regel, dass er als Offizier im Falle eines Aufgebots innert 30 Minuten die Grenze zu Obwalden passieren muss. «Meine drei Kinder gehen in Wolfenschiessen zur Schule.» Und wieder näher an seinem Wohnort zu arbeiten werde es ihm ermöglichen, auch mal am Mittag nach Hause zu gehen.

«Der Polizeiberuf war mein Bubentraum», verrät Niederberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon in der Primarschule sei bei ihm nicht Lokomotivführer oder Pilot zuoberst auf der Liste gestanden, sondern Polizist. Das habe sich auch später nicht geändert. Da eine Berufslehre oder die Matura Voraussetzung sind, um Polizist werden zu können, habe er zuerst eine Maurerlehre absolviert. Dann packte er die Chance, dem damaligen Festungswachtkorps in Emmen beizutreten. «Ich war in verschiedenen Auslandeinsätzen, war für den Botschaftsschutz in Bern und Zürich eingeteilt und habe auch bei der Verstärkung des Grenzwachtkorps mitgewirkt», erzählt er aus jener Zeit.

Der Beruf hat sich über die Jahre gewandelt

2001 begann er dann die Polizeischule, damals noch in Sempach. «Ich hatte mich gleichzeitig in Nidwalden und Obwalden für den Polizeidienst beworben, die Obwaldner haben mich genommen.» Bis zu seiner Beförderung zum Leiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei war er zuerst in Sarnen und danach beim Posten Engelberg stationiert.

In seinen 18 Jahren als Polizist habe sich der Beruf gewandelt, betont Marco Niederberger. Heute sässen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr im Büro, als dass sie draussen seien. «Der administrative Aufwand ist grösser geworden. Alles muss perfekt dokumentiert sein.» Nicht zuletzt auch wegen der neuen Strafprozessordnung. Er selber komme noch weniger raus, sagt er. «Immerhin bin ich als Fachoffizier doch noch ab und zu draussen, wenn es darum geht, ein grösseres Ereignis wie zum Beispiel einen schweren Unfall aufzunehmen.»

Er wisse schon recht gut, was ihn in Nidwalden erwarte und freue sich auf die Herausforderung. «Seit meiner Wahl bin ich bereits eingebunden worden und kann meine Ideen und Erfahrungen einbringen.» Die Nidwaldner Polizei sei ganz ähnlich aufgestellt wie jene in Obwalden. «In Nidwalden gibt es einfach eine Autobahn anstatt nur einer Autostrasse wie in Obwalden. Und derzeit ist natürlich die Verkehrsproblematik rund um Hergiswil ein grosses Thema», hält er fest. Doch auch in Nidwalden koche man bekanntlich nur mit Wasser.

«Ich bin definitiv der ‹VSPler›», meint er. Viele sagten, Besoffene, Nachtruhestörung oder Unfälle habe man irgendwann gesehen. «Mir persönlich gefallen aber die Abwechslung und die Vielfalt der verschiedenen Aufgaben, insbesondere in einem kleinen Korps.»

Mehr zum Thema