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Retter und Gerettete treffen sich in Lungern

Beherzte Personen retteten vor zwei Jahren dem deutschen Urlauber Tobias E. und seinem Sohn Jonas das Leben. Am Mittwochabend wurden sie für ihr schnelles Handeln mit einem Preis ausgezeichnet.
Birgit Scheidegger
Die Retter (hinten v.l.): Beat Ming, Esther Probst, Martin Halter, Godi Amatter, Mirjam Fuchs. Sonja und Tobias E. mit ihren Söhnen und Rolf Langenbacher. Vorne von links: Yolanda Rohrer, Laura Gasser und Nicole Gasser. (Bild: Birgit Scheidgger, Lungern, 4. Juli 2018)

Die Retter (hinten v.l.): Beat Ming, Esther Probst, Martin Halter, Godi Amatter, Mirjam Fuchs. Sonja und Tobias E. mit ihren Söhnen und Rolf Langenbacher. Vorne von links: Yolanda Rohrer, Laura Gasser und Nicole Gasser. (Bild: Birgit Scheidgger, Lungern, 4. Juli 2018)

Es ist der 24. August 2016, späterer Nachmittag. Tobias E. aus dem Grossraum Frankfurt ist mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen im Seebad Lungern. Er geht mit dem vierjährigen Jonas ins Wasser. Kurze Zeit später sieht Badegast Esther Probst aus dem Kanton Bern, dass etwas nicht stimmt. Ein Kind strampelt im Wasser, der Vater ist nicht zu sehen. Beherzt springt die Wasserfitness-Instruktorin, die eine Rettungsausbildung hat, in den See. Sie hält den ohnmächtig gewordenen Tobias E. über Wasser und ruft um Hilfe. Die junge Laura Gasser reagiert sofort und bringt den kleinen Jonas ans Ufer. Vier weitere Personen, Mirjam Fuchs, Godi Amatter, Yolanda Rohrer und Nicole Gasser, laufen ins Wasser und helfen Esther Probst, um Tobias E. aus dem Wasser zu ziehen. Sofort beginnen sie mit den Rettungsmassnahmen – Herzmassage und Beatmung.

Um 17.19 Uhr werden der Rettungsdienst und die First-Responder (Herznotfallgruppe Lungern) alarmiert. Nur wenige Minuten später sind Pia Bürgi, Beat Ming und Martin Halter mit einem Rettungsrucksack vor Ort. Knapp 20 Minuten später treffen die Ambulanz und auch die Rega ein und bringen den immer noch bewusstlosen Familienvater Tobias E. ins Kantonsspital Luzern.

«Seitdem meide ich Seen»

«Am Schluss waren 17 Personen im Einsatz», erklärte Rolf Langenbacher, Präsident von «Härz fir Obwaldä», am vergangenen Mittwochabend im Rückblick auf das dramatische Ereignis. Hätte die Rettungskette mit all den mutigen Frauen und Männern nicht so schnell und reibungslos geklappt, hätte Tobias E. nicht überlebt. Dieser kann sich nur daran erinnern, dass er im See war und danach im Spital aufgewacht ist. «Seitdem meide ich Seen und habe jetzt in den Ferien nur einmal kurz die Füsse in den Lungerersee gesteckt.» Am Mittwoch war er das erste Mal nach den Ereignissen von 2016 wieder im Seebad.

«Diese Familie zeigt uns, wie wichtig der Mensch ist, und was er Grossartiges bewirken kann», betonte Rolf Langenbacher. «Heute wollen wir für einmal die Retterinnen und Retter in den Mittelpunkt stellen.» Er dankte den neun Personen, ohne die der Ferienaufenthalt der Familie E. schrecklich geendet hätte, und überreichte ihnen im Namen des Vereins «Härz fir Obwaldä» einen «Star of Life», einen Anerkennungspreis für ihr Handeln.

«Ohne euch würde ich heute hier nicht stehen, meine Frau hätte keinen Mann mehr und meine Kinder müssten ohne Vater aufwachsen», bedankte sich Tobias E. bei seinen Rettern. «Ihr habt eine super Organisation hier, Hut ab davor. Ich kann nur eines sagen – Dankeschön.» Sandra Schallberger vom Verein «Härz fir Obwaldä» erklärte, dass Retter und Gerettete auch nach dem Ereignis betreut wurden.

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