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Ein Weisses Buch für alle - das Historische Museum Sarnen bekommt ein Duplikat.

Im Historischen Museum stehen dank einem Duplikat des Weissen Buchs sagenhafte Gestalten wie Tell und Gessler im Fokus.
Sepp Odermatt
Die Leiterin des Historischen Museums Obwalden, Klara Spichtig (links) mit ihren Mitarbeitern Volkhard Scheunpflug und Silvia Burch. (Bild: Sepp Odermatt, Sarnen, 27. April 2019)

Die Leiterin des Historischen Museums Obwalden, Klara Spichtig (links) mit ihren Mitarbeitern Volkhard Scheunpflug und Silvia Burch. (Bild: Sepp Odermatt, Sarnen, 27. April 2019)

Zwar bleibt das berühmte Original weiterhin im Staatsarchiv Obwalden aufbewahrt und ist nur beschränkt einsehbar, doch im Historischen Museum wird der Geschichte neues Leben eingehaucht. Hier ist die getreue Nachbildung in der Vitrine einer neu gestalteten Nische zu sehen und kann im Rahmen einer Führung auch genauer betrachtet werden.

Der Obwaldner Landschreiber Hans Schriber hat um 1470 das Weisse Buch von Sarnen geschrieben, das als wichtigste Quelle zur Entstehungsgeschichte der Eidgenossenschaft gilt. «Der gebürtige Engelberger hat bei seinem Vater und in der Schreiberschule des Klosters gelernt. Zusammen mit den jeweils wechselnden Landammännern hat der Landschreiber die eigenwillige Obwaldner Politik beeinflusst», erzählt der Mitarbeiter des Historischen Museums, Volkhard Scheunpflug. Erst gegen den Schluss des Buches folge der aus heutiger Sicht sagenhafte und eigentliche Teil, nämlich die Befreiung der Waldstätte von der Tyrannei der habsburgischen Vögte und somit auch die Geschichte des legendären Freiheitskämpfers Tell, ergänzt Scheunpflug.

Eine Geschichte aus Obwalden …

Im erzählenden Teil des Buches hat Schriber für jeden Kanton der Urschweiz eine Geschichte niedergeschrieben. So berichtet er, wie der Reichsvogt Landenberg zu Sarnen einem seiner Knechte befiehlt, einem Bauern im Melchi (Heimwesen in Obwalden) die Ochsen wegzunehmen. Der Sohn des Bauern jedoch weigert sich. Als der Knecht aber trotzdem das Joch der Ochsen ergreift, um sie wegzuführen, schlägt ihm der Bauernsohn mit einem Stecken einen Finger entzwei. Der Vogt will den Bauernsohn bestrafen. Doch dieser flieht nach Uri. Darauf lässt der Vogt den Vater nach Sarnen holen, ihm beide Augen ausstechen und allen Besitz wegnehmen.

… und eine Geschichte aus Nidwalden

Von der Willkür der Vögte berichtet auch eine Geschichte aus Altzellen, Nidwalden. Hier verlangt der Vogt Wolfenschiessen von einer verheirateten und attraktiven Frau, welche allein daheim ist, dass sie ihm ein Bad bereite und mit ihm ins Wasser steige. Doch so weit kommt es nicht. Denn die Frau erzählt ihrem heimgekehrten Mann, was geschehen ist. In seinem Zorn packt der Mann eine Axt und erschlägt den Vogt im Bad.

Nebst dem Blick auf die mythische Entstehungsgeschichte der Schweiz findet man im Museum auch einen kleinen Workshop, in dem man schreiben kann wie im Mittelalter: Mit Feder und Tinte.

Historisches Museum Obwalden, Sarnen: offen Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 17 Uhr. 19. Mai: Internationaler Museumstag, 14 Uhr: kurze Führung «Das Weisse Buch von Sarnen».

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