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Auf dem Flüeli trotzten 200 Personen der Hitze

Bei brütender Hitze sangen über 200 Besucher im Festgottesdienst sämtliche Strophen des Schweizer Psalms. Regierungsrätin Maya Büchi war in der Festansprache zuvor für mehr Solidarität eingetreten.
Romano Cuonz
«Wissen wir das Privileg unseres Wohlstands zu schätzen?», fragte Maya Büchi in ihrer Rede. (Bilder: Romano Cuonz (Flüeli-Ranft, 1. August 2018))

«Wissen wir das Privileg unseres Wohlstands zu schätzen?», fragte Maya Büchi in ihrer Rede. (Bilder: Romano Cuonz (Flüeli-Ranft, 1. August 2018))

«Ä Heimat ha, derheimä si, sich chönnä ufenand verla», zitierte die Obwaldner Finanzdirektorin Maya Büchi zu Beginn ihrer Festansprache am Mittwoch ein Jodellied des Luzerner Komponisten Ruedi Bieri. Das Lied passe hervorragend zum 1. August, meinte die Rednerin. Der Komponist beschreibe darin, was Heimat ausmache: Ohne Angst und frei leben dürfen und ein Dach über dem Kopf haben. Man brauche auf dem Flüeli nur um sich zu schauen, um zu erkennen, dass man in diesem Kanton alles habe und dass es diesem gut gehe. Aber, so Büchi: «Wissen wir das Privileg unseres Wohlstandes auch zu schätzen?» Unser Alltag sei von Hektik geprägt und die Frage, in welchem Mass und zu welchem Preis man den Wohlstand denn ständig optimieren wolle, dränge sich auf.

Der 1. August biete gerade in Bruder Klausens Flüeli-Ranft eine gute Gelegenheit, ein wenig über das ständige Streben nach mehr und mehr Wohlstand nachzudenken. Im anfangs zitierten Jodellied heisse es auch: «Das bringt üs Menschä usenand, wenns nur nu gad um Macht und Gäld.» Solche Worte liessen Büchi zum Punkt kommen. «Unsere Gesellschaft, unser staatliches Gefüge beruht auf Solidarität, wer wenig hat, erhält mehr, wer mehr hat, gibt mehr.»

Solidarität über seine Grenzen hinaus könne Obwalden beweisen, wenn es am 23. September das Gesetz über die Umsetzung von Massnahmen der Finanzstrategie annehme. Auf diese Weise könne Obwalden, das lange Jahre von der Solidarität der Geberkantone profitiert habe, anderen Schweizer Kantonen in Zukunft etwas zurückgeben. Dem herzlichen Applaus nach zu schliessen, rannte sie damit beim Publikum auf dem Flüeli offene Türen ein. A propos Publikum: Man musste lange suchen, wenn man da auch junge Leute oder Kinder entdecken wollte.

Von Schiller über Bruder Klaus bis zu Fussballern

Das Jodelduett Geschwister Rohrer sorgte für musikalische Auflockerung.

Das Jodelduett Geschwister Rohrer sorgte für musikalische Auflockerung.

Zum Schlusssatz in Maya Büchis Ansprache «Mier läbe doch im schönschte Land» passte an dieser Feier der ganze Rahmen: Die heimeligen Alphornklänge des Duos Niklaus von Moos und Hanspeter Schnider und die schönen Juize und Lieder das Jodelduetts Geschwister Rohrer. Bruderklausenkaplan Pater Josef Rosenast aber «toppte» mit seiner Predigt die Festrede der Regierungsrätin noch. Sowohl punkto Länge als auch mit seinem feurigen Appell ans gläubige Schweizervolk. Dies trotz brütender Hitze auf dem asphaltierten Platz unterhalb des gedeckten Altars. Dabei zitierte er ebenso Schillers Pathos zum Rütlischwur wie den Psalm 127 mit dem Kernsatz: «Wenn die Stadt nicht behütet Gott, so wacht vergeblich der Wächter.» Im Zentrum seiner Betrachtungen standen der Landesvater und Friedensstifter Bruder Klaus und seine Frau Dorothea: als «heiliges Ehepaar», als Landesvater und Landesmutter.

Auch für unseren Schweizer Psalm, den Fussballer nicht mehr singen wollten, brach er eine Lanze. «Ich persönlich glaube nicht, dass wir eine neue Hymne brauchen», sagte er. Vielmehr solle unsere fromme Seele ahnen, dass wir Freiheit und Friede, Wohlstand und Sicherheit nicht einfach als unser Verdienst, sondern als Geschenk des Herrgotts betrachten sollten. Dies nahmen sich dann alle zu Herzen: Lautstark sangen sie alle vier Strophen der Schweizer Hymne mit.

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