Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Eine Fee bringt im Schwander Theater die Wahrheit ans Licht

Mit einem «sagenhaften» Stück unterhält das Schwander Theater in dieser Saison. Im Beisein von Autor Lukas Bühler war am Samstag die Premiere von «D’Kristallsaag».
Marion Wannemacher
Anna (zweite von rechts, Aline von Flüe) und Mirco (Adrian Kathriner, rechts) kommen sich näher. Sehr zum Missfallen von Annas Ziehvater Jakob (Andy Kaufmann, ganz links) und dessen Kollegen Melk (Sepp Kathriner, zweiter von links). In der Mitte die Dorforiginale Trudi (Nadja von Rotz) und Bänzli (Pascal Durrer). (Bild: Marion Wannemacher (Stalden, 12. Januar 2019))

Anna (zweite von rechts, Aline von Flüe) und Mirco (Adrian Kathriner, rechts) kommen sich näher. Sehr zum Missfallen von Annas Ziehvater Jakob (Andy Kaufmann, ganz links) und dessen Kollegen Melk (Sepp Kathriner, zweiter von links). In der Mitte die Dorforiginale Trudi (Nadja von Rotz) und Bänzli (Pascal Durrer). (Bild: Marion Wannemacher (Stalden, 12. Januar 2019))

Lukas Bühler strahlt. Gerade ist der letzte Vorhang gefallen. Das Publikum des Schwander Theaters applaudiert herzhaft. «Die Inszenierung hat mir wirklich gut gefallen», lobt der 37-jährige Menznauer den Regisseur Fredy Duss. Sein Vierakter wurde vor sechs Jahren von der Theatervereinigung Muotathal uraufgeführt.

«Für uns besteht immer wieder die Herausforderung, mit dem geringen Platz in der Turnhalle Stalden auszukommen», bekennt Ursi Burch, die im Schwander Theater für das Spiel verantwortlich ist. Wer am Samstag auf dem Weg in die Turnhalle an der unscheinbaren grünen Blache vorbeiging, ahnte vermutlich nicht, was sich darunter verbarg. Es waren Requisiten, die im dritten Akt zur Dorfbeiz Krone gehören. Diese lassen unsichtbare Helfer vor dem letzten Akt wieder verschwinden.

Bühnenbild entführt in die Welt der Strahler

Eine komplette Felsschlucht aus Sagex entführt das Publikum der aktuellen Produktion in die Welt der Strahler. Das Team um Bruno Kathriner hat mit dem Bühnenbau Erstaunliches geleistet. Das Stück dreht sich um den erfahrenen Strahler Sämi alias Bruno Hartmann. Dieser steht kurz vor dem Fund seines Lebens. Er wird nach seiner Schätzung in Kürze auf die Kristallkluft stossen und die wertvollen Steine abbauen. Aus seiner Entdeckung macht er keinen Hehl. Ein ungeschriebenes Gesetz verbietet es, den Fund eines anderen Strahlers zu bergen. Doch das Glück des einen löst bei einem anderen Begehrlichkeit aus. Und so hecken Jakob (Andy Kaufmann), der Wirt der abgewirtschafteten «Krone», und sein Kollege, Bauer Melk (Sepp Kathriner), einen Plan aus, wie sie unerkannt den Schatz heben und damit ihre Finanzen aufbessern können. Zupass kommt beiden eine Zigeunersippe, die im Dorf eintrifft.

Anna (Aline von Flüe), Ziehtochter des «Kronen»-Wirts und der junge Zigeuner Mirco (Adrian Kathriner) fühlen sich zueinander hingezogen, sehr zum Missfallen von Annas Pflegevater Jakob. Doch das zarte Glück gerät ins Wanken. Den Zigeunern soll die Schuld für den Diebstahl der Kristalle in die Schuhe geschoben werden. Mit Hilfe von Mircos Mutter Mafalda (Maria Amstalden) lassen die beiden Verliebten die mystische achte Fee aus der Kristallsage auferstehen und entlarven die wahren Übeltäter.

Um Neid, Missgunst, Vorurteile, aber auch Toleranz, Liebe, Reue und Versöhnung geht es in Lukas Bühlers Stück «D’Kristallsaag». Nein, er habe nicht politisieren wollen, betont der Autor. Dennoch: Für einmal sind nicht die Zigeuner schuld, die wahren Gauner sind altansässige Dörfler. Vor allem die Charaktere im Stück hatten es Regisseur Fredy Duss nach eigener Aussage angetan. Diese erscheinen jeweils als Duos: Die beiden Dorforiginale Bänzli und Trudi, mit viel Witz gespielt von Pascal Durrer und Nadja von Rotz, die glücklich Verliebten Mirco und Anna, das Gaunerduo Jakob und Melk, sowie die überkandidelte «Dame» Gitzitanner (Heidi Wehrli), die den Landjäger Gwerder (Andy Kathriner) mit ihren Verfolgungsjagden in die Verzweiflung treibt und die Lachmuskeln der Theaterbesucher erfolgreich strapaziert.

Cliffhanger und Schicksal bringen Spannung

Linear inszeniert Duss den zweistündigen, kriminalistischen Schwank und setzt auf das musikalische Thema des Filmmärchens «Drei Nüsse für Aschenbrödel», das die Schauspieler gesanglich adäquat rüberbringen. Die Darsteller finden sich überzeugend in ihre Rollen. Vielleicht könnten die schwankhaften Dialoge zwischen Bänzli und Trudi etwas kürzer sein. Die szenisch umgesetzte Kristallsage mit Feen und Nebel, der Cliffhanger nach der Dynamitexplosion und die Story der Anna, die endlich erfährt, wer ihre Eltern sind, lassen indes Spannung aufkommen. Das Stück unterhält die Zuschauer mit Humor und Gefühl.

D’Kristallsaag wird noch bis 9. Februar in der Turnhalle Stalden gespielt. Mehr Infos: www.schwander-theater.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.