Eine Hommage an den Pilatus im Kulturraum Kägiswil

Gleich acht Künstler präsentieren ihre Werke unter dem Titel «Pilatus».

Kurt Liembd
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Die Besucher der Vernissage zeigten viel Interesse an den Werken der acht Künstler zum Thema Pilatus.

Die Besucher der Vernissage zeigten viel Interesse an den Werken der acht Künstler zum Thema Pilatus.

Bild: Kurt Liembd (Kägiswil, 11. September 2020)

Dass mehrere Künstler gemeinsam eine Ausstellung bestreiten, ist nichts Neues. Neu ist hingegen, dass sich mehrere Künstler nicht nur finden, sondern ihre Werke unter einen gemeinsamen Nenner stellen. Das Thema heisst «Pilatus», was viel Raum für künstlerische Freiheiten lässt. Der Berg ist ja nicht nur ein Natur- und Wetterphänomen, sondern beinhaltet auch eine Fülle an Themen im Bereich der Sagen, Geschichten und der Mystik. Dazu gehört auch, dass es bis heute ungeklärt ist, wie er zu seinem Namen kam. Die acht Künstler – das sind Elionora Amstutz aus Stansstad, Diego Balli aus Stans, Rebecca Wetzel aus Horw, Paul Lussi aus Luzern, Stefan Rogger aus Sarnen, Fredy Odermatt aus Stans, Franz Bucher aus Horw und Josef Gnos aus Sarnen.

Die Faszination des Drachenberges

Initiantin und kreativer Kopf hinter der Ausstellung ist die Sarnerin Yvonne Gnos. Zusammen mit Elisabeth Hartmann leitet sie den Kulturraum Kägiswil an der Kreuzstrasse 30, wo sie immer wieder mit überraschenden Projekten aufwartet. So auch in der gegenwärtigen Ausstellung, die sie in diesem 1935 erbauten Haus organisierte. Auf das Thema Pilatus angesprochen, kommt Yvonne Gnos ins Schwärmen und sagt: «Ich sehe den Pilatus von meinem Schlafzimmer aus, jeden Tag anders, je nach Wetter und Lichtverhältnissen.» Was sie besonders fasziniere, sei die Beständigkeit und die Mystik dieses Berges, der schon seit Jahrtausenden hier stehe. Als sie die Künstler anfragte, sei sie auf offene Ohren gestossen und alle hätten spontan zugesagt.

Sie zeigen ihre Kunst (von links): Josef Gnos, Stefan Rogger, Rebecca Wetzel, Franz Bucher, Fredy Odermatt, Elionora Amstutz und Paul Lussi.

Sie zeigen ihre Kunst (von links): Josef Gnos, Stefan Rogger, Rebecca Wetzel, Franz Bucher, Fredy Odermatt, Elionora Amstutz und Paul Lussi.

Bild: Kurt Liembd (Kägiswil, 11. September 2020)

Fredy Odermatt ist auch Bergführer

Elionora Amstutz zeigt Collagen wie etwa «Sagenumwoben», Fredy Odermatt malte den «guten Pilatusdrachen» und Diego Balli präsentiert digitale Illustrationen. Beim 78-jährigen Fredy Odermatt spürt man, dass er den Berg nicht nur als Betrachter wahrnimmt, denn er ist auch diplomierter Bergführer. Im Gespräch mit Fredy Odermatt ist auffällig, dass er seine Bilder nicht nur erklärt, sondern diese auch «erzählen kann». Stefan Roggers Werke handeln ebenfalls von Drachen, vom Lindwurm und von Felsengeistern, während Josef Gnos mit bezaubernden Aquarellen und Lithografien verblüfft.

Eine spezielle Technik zeigt Paul Lussi mit chinesischen Stempelzeichen auf Leinwand, während Rebecca Wetzel die Ansicht des Pilatus von Kriens her malte. Franz Bucher wiederum zeigt ein facettenreiches Tagebuch, indem er während einer bestimmten Zeitspanne den Pilatus jeden Tag neu malte.

Das Publikum, das zahlreich den Weg zur Vernissage am Freitag nach Kägiswil fand, war begeistert von der Vielfalt und der Qualität der ausgestellten Werke. Zu diesem Erlebnis beitrugen auch zwei Musiker, die sich zu dieser Vernissage spontan zu einem Duo formierten. Es sind dies Walter Achermann (Klarinette) und Walter Buob (Tuba), beide 76 Jahre alt. «Wir kennen uns seit über 60 Jahren», sagte Walter Achermann. Heute hätten sie erstmals nach Jahrzehnten wieder einmal gemeinsam gespielt – zu Ehren des Pilatus und seiner acht Künstler.

Hinweis

Ausstellung im Kulturraum ­Kägiswil, Kreuzstrasse 30. ­Öffnungszeiten Samstag und Sonntag, 14–18 Uhr, bis 27. September.