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Eine Maria-Statue geht in Lungern auf Reisen

Es brauchte schon einen Transporter mit Kranen, um eine steinerne Mutter-Gottes-Statue in Lungern an ihren neuen Bestimmungsort zu bringen. Die Investoren eines neuen Wohnparks lösten mit dieser Aktion ein Versprechen ein.
Oliver Mattmann
Die Statue wurde (von links nach rechts) von ihrem ursprünglichen Standort mit einem Transporter mit Kranen an ihren neuen Bestimmungsort gebracht. (Bilder: PD)

Die Statue wurde (von links nach rechts) von ihrem ursprünglichen Standort mit einem Transporter mit Kranen an ihren neuen Bestimmungsort gebracht. (Bilder: PD)

Auf dem Areal des ehemaligen Hotels St. Josef in Lungern entstehen derzeit vier Häuser mit rund 30 Wohnungen und ein Bed & Breakfast-Angebot mit 40 Betten. Die erste Etappe mit zwei Gebäuden soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Auf der Liegenschaft, die zuvor einer Genossenschaft gehörte, hinter der die katholische Arbeiterinnenbewegung stand, befanden sich auch eine Kapelle und eine Grotte, die dem Neubau weichen mussten.

In beiden Gotteshäusern hatten sich über die Jahre sakrale Objekte und Statuen angesammelt. «Wir hatten der Genossenschaft damals bei der Übernahme des Grundstücks versprochen, dass wir mit diesen vorsichtig umgehen und keinen Gewinn daraus schöpfen, etwa mit dem Verkauf von Gegenständen», erklärt Joe Zumstein, einer der drei Investoren.

Versprochen ist versprochen. Und so machte sich vergangene Woche eine rund 400 bis 500 Kilo schwere Statue der heiligen Maria aus Stein von ihrem ursprünglichen Standort auf zur Ölgrotte bei der Pfarrkirche Lungern. Für die Fahrt an den neuen Bestimmungsort musste ein Transporter mit Kran her. Gut befestigt ging es bis vor den Eingang der Grotte. «Mit Manneskraft schoben wir sie dann hinein, wo sie in einer Nische einen neuen Platz gefunden hat», erzählt Zumstein weiter. Für die ganze Aktion habe man etwa einen halben Tag gebraucht. Schaulustige zog der spezielle Transport indes keine an. «Das Wetter war dürftig, es hatte kaum Leute im Dorf», begründet Zumstein und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. «Die grösste Herausforderung war es, dass die Mutter-Gottes-Statue auf dem Weg zur Kirche nirgends anstösst.» Sonst hätte die Gefahr von Rissen im etwas über 2 Meter hohen Kunstwerk bestanden. «So ganz jung scheint die Statue nicht mehr zu sein», schätzt Joe Zumstein. Wie alt sie effektiv ist und von wem sie stammt, das liess sich offenbar nicht herausfinden.

Auch Kreuze und Kelche wurden verschenkt

Die Statue ist nun im Besitz der Kirche und in der Grotte öffentlich zugänglich. Vorher wurde sie nur wenig wahrgenommen, weil sie an einem etwas abgeschirmten Ort auf dem privaten Hotelgrundstück stand. «Wir haben sie der Kirche als Geschenk vermacht», sagt Joe Zumstein von der Bauherrschaft. Es war dies sozusagen der letzte Akt des damaligen Versprechens. Bereits habe man für Kreuze, Kelche, Monstranz, Messgewänder und vieles mehr verschiedene Pfarreien als Abnehmer gewonnen. Auch in der heimischen Kirche finden sich nun solche Gegenstände. Joe Zumstein: «Es ist doch schön, wenn ein Stück Lungerer Geschichte auf diesem Weg weiterlebt.»

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