Kommentar

Millionenprojekt auf dem Titlis: Es braucht Verbindlichkeit

Mehrere Umweltverbände reichen Einsprache ein gegen das Megaprojekt auf dem Klein Titlis. Sie verlangen, dass die Titlisbahnen ökologischen Aspekten mehr Gewicht geben. Völlig zurecht, wie die Vergangenheit beweist.

Christian Glaus
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Christian Glaus, Co-Leiter Redaktion Urschweiz.

Christian Glaus, Co-Leiter Redaktion Urschweiz.

Gegen das Grossprojekt auf dem Titlis reichen die Umweltverbände Einsprache ein. Dieser Schritt war zu erwarten – und er ist absolut korrekt. Die Titlisbahnen wollen für 110 Millionen Franken die Bergstation neu bauen, eine zweite Bahn auf den Gipfel erstellen und den bestehenden Richtstrahlturm zu einem Restaurant ausbauen. Dies soll dem stark touristisch genutzten Gebiet noch mehr Gäste und Wertschöpfung bringen.

So soll die Bergstation aussehen. Rechts die zweite Seilbahn, welche jedoch nur in Ausnahmefällen Gäste transportieren soll.

So soll die Bergstation aussehen. Rechts die zweite Seilbahn, welche jedoch nur in Ausnahmefällen Gäste transportieren soll.

Visualisierung: PD

Auf ökologische Anliegen gehen die Titlisbahnen dabei zu wenig ein. Sie legen ein Ideen-Sammelsurium vor, konkrete Vorhaben fehlen. Auch bei der zweiten Seilbahn machen es sich die Bergbahnen zu einfach: Sie beteuern, dass diese nur in Ausnahmefällen für den Gästetransport benutzt werden soll – Verbindlichkeiten fehlen auch hier. Dass die Umweltverbände diese nun mit einer Einsprache einfordern, ist richtig und wichtig. Dass Umweltanliegen bei den Titlisbahnen nicht höchste Priorität geniessen, zeigte sich schon früher: Die Verlegung eines Jagdbanngebiets wird ihnen noch heute angelastet.

Es ist zu erwarten, dass es den Titlisbahnen und den Umweltverbänden gelingen wird, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Nicht nur, weil ein Neubau der Bergstation aus landschaftlicher Sicht zu einer Verbesserung führt. Sondern auch, weil eine intakte Natur das touristische Kapital der Bergbahnen ist. Dies müssen auch die Titlisbahnen eingestehen – und der Umwelt das nötige Gewicht geben.

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