Elektrizitätswerk Obwalden
Das EWO zügelt von Kerns nach Sachseln – der Start der Bauarbeiten in Kerns folgt kurz danach

Das EWO erhält vorübergehend einen neuen Standort: Am 10. Mai ist der Umzug abgeschlossen. Ab diesem Datum ist der Firmensitz in Sachseln und das Areal in Kerns wird zur Baustelle.

Markus Villiger
Merken
Drucken
Teilen
Das EWO verlegt seinen Hauptsitz wegen der Bauarbeiten in Kerns vorübergehend auf das Gelände der Firma Reinhard AG in Sachseln.

Das EWO verlegt seinen Hauptsitz wegen der Bauarbeiten in Kerns vorübergehend auf das Gelände der Firma Reinhard AG in Sachseln.

Bild: PD

Während der zweijährigen Bauphase in Kerns wird das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) auf dem Gelände der ehemaligen Reinhard AG in Sachseln seinen vorübergehenden Hauptsitz haben. Wo früher eine Lackiererei war, entstehen Büroräume. Aus der ehemaligen Produktionshalle wird die Logistik- und Lagerhalle, und auf der Fläche der bereits abgerissenen Gebäude sind die Mitarbeiterparkplätze vorgesehen. Zehn Elektrotankstellen, eine Cafeteria, der Kundendienst und Sitzungszimmer sind ebenfalls Bestandteil des Umbaus.

Die Umbaukosten belaufen sich auf rund 550'000 Franken, wie Thomas Baumgartner, Vorsitzender der Geschäftsleitung, auf Anfrage sagte. Diese beinhalten Zusatzwände, Malerarbeiten, diverse Bodenbeläge, IT-Infrastruktur, Verkabelung, Brandschutzmassnahmen, Erneuerung der Brandmeldeanlage, Schliesssystem, Erfüllung der Arbeitssicherheit und weitere Einzelheiten.

Rund 100 Arbeitsplätze werden verschoben

Für das geordnete und rechtzeitige Zügeln ist eine Gemeinschaft aus den beiden Firmen M+B Gafner GmbH, Kägiswil, und Gabriel Transport AG, Ennetbürgen, besorgt. Die Unternehmen sind verantwortlich für das Zügeln von sämtlichem Material von Kerns nach Sachseln. Das Ein- und Auspacken sowie Einräumen vom gesamten Material besorgen die Mitarbeitenden des EWO. Nebst den rund 100 Arbeitsplätzen sind noch insgesamt rund 6000 Artikel aus dem EWO-Lager in rund 1000 Paletten von Kerns nach Sachseln zu zügeln. Das EWO beschäftigt mehr als 125 Mitarbeitende.

Der Umbau in Sachseln startete am 11. Januar 2021 und kann grösstenteils Ende März abgeschlossen werden. Parallel konnten bereits diverse Objekte (zum Beispiel Werkstatt) durch die Mitarbeitenden des EWO gezügelt werden.

Thomas Baumgartner, Vorsitzender der EWO-Geschäftsleitung.

Thomas Baumgartner, Vorsitzender der EWO-Geschäftsleitung.

Bild: Obwaldner Zeitung

Nach den Worten von Thomas Baumgartner ist der Umzug am 10. Mai 2021 abgeschlossen. «Ab diesem Datum ist alles in Sachseln und in Kerns ist das Areal geschlossen», betont der Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Anlagekosten: 17,84 Millionen Franken.

Am 21. Mai 2021 erfolgt der Spatenstich für den Neubau des Verwaltungsgebäudes in Kerns. Der offizielle Baustart findet am 1. Juni 2021 statt. Das EWO rechnet mit einer rund zweijährigen Bauzeit für die drei Trakte.

Trakt A ist als viergeschossiger Kopfbau ausgebildet und enthält den Empfang mit Ausstellungs- und Besprechungszone im Erdgeschoss sowie Büros in den Obergeschossen.

Trakt B bildet mit Multifunktionsraum und Cafeteria im Erdgeschoss sowie der Netzleitstelle, Sitzungszimmer und Büros im Obergeschoss das Herzstück der Anlage. Zwischen Trakt A und B befindet sich eine neue Erschliessungszone, von welcher aus sämtliche Gebäudeniveaus hindernisfrei erreichbar sind.

Trakt C ist der Logistiktrakt und enthält Lagerflächen und Werkstätten. Parkierflächen sind auf drei verschiedenen Ebenen für Besucher, Mitarbeitende sowie Mannschafts- und Einsatzfahrzeuge angeordnet.

Rohbau als Fundament für den Neubau

Das EWO-Verwaltungsgebäude in Kerns ist in die Jahre gekommen.

Das EWO-Verwaltungsgebäude in Kerns ist in die Jahre gekommen.

Bild: PD

Beim Bauvorhaben in Kerns handelt es sich um einen neubauähnlichen Umbau. Die bestehende Bausubstanz wird teilweise abgebrochen beziehungsweise auf den Rohbau zurückgebaut und anschliessend mit Neubauten ergänzt und erweitert. Die Baukörper sind mit sich wiederholenden Elementen fein gegliedert, Vor- und Rücksprünge verleihen der Fassade zusätzliche Tiefe und brechen den Massstab. Materialisierung und Farbgebung sind zurückhaltend und vermitteln zwischen Tradition und Moderne.

Nach der Einreichung von sieben Konzeptvorschlägen wurde das Siegerprojekt durch das Auswahlgremium gewählt. Den Zuschlag erhielt das Bauprojekt «EWOLUTION» der ARGE Durrer Bäbi Architekten GmbH & Architektur3 AG in Kerns/Sarnen. Der genehmigte Kostenvoranschlag der Anlagekosten beträgt 17,84 Millionen Franken.

Nach 120 Jahren war Schluss

(vi) Das gesamte Areal der Reinhard AG in Sachseln beträgt rund 14'000 Quadratmeter und steht nun für die nächsten zwei Jahre dem EWO zur Verfügung. Ein Blick in die Firmengeschichte zeigt, dass im Jahr 1900 Johann Reinhard eine Wagnerei/Holzmanufaktur gründete. In den folgenden Jahren wurde die Firma laufend weiterentwickelt und wurde zu einem namhaften Möbelproduzenten für den schweizerischen und europäischen Markt. Nebst designorientierten Möbeln für den Möbelhandel war die Unternehmung auch als Metallbauer für die Baubranche tätig.

Vor drei Jahren den Betrieb eingestellt

Die Firma Reinhard beschäftigte Ende 2018 rund 85 Mitarbeitende und musste dann aus wirtschaftlichen Gründen den Betrieb einstellen. «Wir konnten alle Mitarbeitenden bei ihrer beruflichen Neuausrichtung sehr gut begleiten. Dank unserer Unterstützung ist es praktisch allen Mitarbeitenden gelungen, eine neue Stelle zu finden», sagt Firmeninhaber Hans-Melk Reinhard auf Anfrage.