EMPFANG FÜR VIKTOR RÖTHLIN: Der «weisse Kenianer» ist zurückgekehrt

Obwaldens «Botschafter» ist aus Peking zurück. Ganz Kerns feierte am Samstag seinen Viktor, der nun Ehrenbürger werden soll.

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Vikor Röthlin bekommt einen Western Sattel und wird angehoben (v.l.) vom Kernser Gemeindepräsidend Arnold Wagner, Regierungsrat Niklaus Bleiker und Alpnachs Gemeindevizepräsidentin Bernadette Halter Zeier. (Bild Roger Zbinden/Neue OZ)

Vikor Röthlin bekommt einen Western Sattel und wird angehoben (v.l.) vom Kernser Gemeindepräsidend Arnold Wagner, Regierungsrat Niklaus Bleiker und Alpnachs Gemeindevizepräsidentin Bernadette Halter Zeier. (Bild Roger Zbinden/Neue OZ)

Der Mythos Marathon lebt – von der Antike bis heute, von Peking bis nach Obwalden. Dieser Mythos war auch in Kerns zu spüren, jener Gemeinde, wo Viktor Röthlin aufgewachsen ist und wo ihn fast jeder kennt. Deshalb bereiteten die Kernser dem 33-Jährigen und seiner Freundin Renate einen Einzug durchs Dorf – begleitet von der Harmoniemusik, zahlreichen Fahnendelegationen, dem Vik-Fanklub sowie unzähligen kleinen und grossen Fans.

Der beste Nicht-Afrikaner der Welt
Unter den gut 600 Fans waren auch viele Alpnacher auszumachen, denn sportlich ist Röthlin mit dem dortigen Turnverein seit Jahren verbunden. Auf die Frage, für welche Gemeinde sein Herz mehr schlage, meinte Röthlin schlagfertig: «Für Obwalden.» Dass Röthlins Herz für Obwalden schlägt, war denn auch spürbar. So entpuppte er sich bei der anschliessenden Kernser Sportlerehrung als gekonnter Moderator und entlockte den Nachwuchstalenten gar manches aus dem Nähkästchen.

Zwar erreichte der Marathonläufer mit dem 6. Rang keine Medaille, dafür ein Olympisches Diplom von unschätzbarem Wert, das er gleich zur Feier mitbrachte. Von Enttäuschung war keine Spur. «Höchstens einen kurzen Moment nach dem Zieleinlauf.» Doch jetzt weiss die halbe Welt: Viktor Röthlin ist unter den Marathonläufern der beste Nicht-Afrikaner der Welt. Eine solche Leistung ist noch keinem Schweizer gelungen. Nicht umsonst wird er in Läuferkreisen oft als «weisser Kenianer» bezeichnet.

Das Geschenk: Ein Western-Sattel aus Obwalden
Landammann Niklaus Bleiker sagte: «Dein Auftreten hat viele motiviert, mit Laufen oder anderen Sportarten anzufangen und dich zu einem Vorbild für unsere Jungen gemacht.» Bleiker weiss, wovon er spricht, ist er doch selbst aktiver Sportler. Sinnreiche Worte fand auch Kerns? Gemeindepräsident Arnold Wagner.  Durch seine natürliche, gradlinige und direkte Art sei Viktor ein grosses Aushängeschild, so Arnold Wagner.

Der Gemeindepräsident gab deshalb bekannt, dass der Gemeinderat an der Herbstgemeindeversammlung vom 25. November beantragen wird, Viktor Röthlin das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Das wäre erst das 5. in der Kernser Dorfgeschichte und dies nach mehreren Jahrzehnten seit der letzten Verleihung. Gleichzeitig erhielt Röthlin aber noch ein besser fassbares Geschenk in Form eines Western-Sattels. Die Idee dahinter: Beim letzten Empfang erhielt er ein Fohlen – und nun den Sattel dazu. Das passt zur Heimatliebe des Marathonläufers, denn der Sattel ist ein echtes Obwaldner Produkt aus dem Hause Karl Gasser aus Sachseln.

Kurt Liembd

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.