ENGEL-AKTION: Himmlische Botschafter besiedeln Engelberg

Engelberger Geschäftsleute und Privatpersonen haben 45 Engel gestaltet. Diese werben für Brillen oder Uhren und ziehen Bengel an.

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Auch im Klosterhof steht einer der 45 Engelberger Engel. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Auch im Klosterhof steht einer der 45 Engelberger Engel. (Bild Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Skurril, futuristisch, bieder oder originell. In allen Variationen sind die fast 2 Meter grossen Engel in Engelberg eingezogen. Die 45 bemalten oder beklebten Himmelsboten sind Teil des Projektes, mit dem die Engelberger Dorfgemeinschaft, der Geschäfts- und Gewerbeverband sowie Gastro Engelberg auf ihr Dorf aufmerksam machen wollen.

Seit sechs Tagen stehen die Engel nun schon im ganzen Dorf verteilt. Geschäfte oder Privatpersonen konnten die unbemalten Engel aus Kunststoff erwerben und gestalten. Während 13 Monaten bleiben die Engel noch im Dorf stehen. Danach kommen sie unter den Hammer. Am 31. Mai 2009 können die Besitzer ihre Engel versteigern. Der Reinerlös kommt der Renovation des Klosters zugut.

Philip und Carmen Guntensperger vom gleichnamigen Brillen- und Uhrengeschäft hatten schon nach zwei Tagen Schaden zu beklagen. Unbekannte klaubten Glitzersteinchen von den Flügeln ihres Uhr-Engels. «Es ist schade», meint Philip Guntensperger enttäuscht, «dass man so einen Engel nicht einmal mehr über Nacht draussen stehen lassen kann.» Sie sind nicht die Einzigen, die ihre Figuren über Nacht oder am Wochenende vor Bubenstreichen in Sicherheit bringen.

Alles in allem kommen die Figuren bei Einheimischen und Auswärtigen gut an. «Das mit den Engeln ist eine sehr gute Idee. So wird unsere Gemeinde bekannt für diese Aktion» sagt Philip Guntensperger. Die Idee selbst ist allerdings nicht wirklich neu. Nachdem Zürich die Kühe ausstellte, Brugg die Schmetterlinge, München die Löwen und Berlin die Teddybären, scheint das Thema langsam ein bisschen abgegriffen. Thomas Infanger hat hierauf eine Antwort: «Was Zürich mit Kühen zu tun hat, weiss ich nicht. Engel und Engelberg hingegen, da ist der Zusammenhang klar.»

Der Name Engelberg stammt laut Legende aus dem Jahre 1120. Damals sollen auf dem Gipfel des Hahnen tanzende und musizierende Engel gesichtet worden sein. Ob diese auch einen Lampenschirm trugen, sei dahingestellt.

Marlene Bucher

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Obwaldner Zeitung.