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ENGELBERG: Aufwertung oder Grössenwahn?

Der neue Bahnhof und die Arealentwicklung stossen trotz viel Lobs nicht nur auf Gegenliebe. Zu diskutieren geben insbesondere die Gebäudegrösse und der Bau von Erstwohnungen. Momentan liegt die dafür nötige Umzonung öffentlich auf.
Philipp Unterschütz
Sicht auf das geplante neue Bahnhofgebäude vom Bahnhofplatz her. (Bild: Visualisierung: PD)

Sicht auf das geplante neue Bahnhofgebäude vom Bahnhofplatz her. (Bild: Visualisierung: PD)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Das Tor zu Engelberg: eine Chance, die Vorteile für alle biete. Die Zentralbahn und die Post präsentierten an einer Information am Donnerstagabend das Überbauungsprojekt am Bahnhof. Zurzeit liegen auf der Gemeinde die Umzonung (bis 29. Mai) und der Quartierplan (bis 24. Mai) dafür öffentlich auf.

Das Projekt Engelberg Zentral der Steinmann & Schmid Architekten aus Basel ging aus einem Projektwettbewerb hervor. Es sieht einen viergeschossigen, l-förmigen Bahnhofkopfbau am Bahnhofplatz und Erlenweg vor. Daran anschliessend folgen vier weitere Gebäude. Eines soll Hotelunterkünfte im unteren Preissegment bieten, die drei hintersten werden Wohnbauten sein.

In der Planung den Königsweg beschritten

Heute liegt das Bahnhofareal von Engelberg zum grössten Teil in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, aus diesem Grund wären hier nur öffentliche und kurörtliche Nutzungen zulässig. Weil für das Projekt aber gemischte Nutzungen vorgesehen sind, muss dafür eine neue Sondernutzungszone Bahnhof geschaffen werden.

Aus dem Referat von Michael Schürch, CEO der Zentralbahn, ging hervor, dass bezüglich der Nutzung noch vieles offen ist. Man sei in Gesprächen mit verschiedenen potenziellen Nutzern und Investoren, beispielsweise mit Lebensmittelgrossverteilern oder mit der Tourismusorganisation. «Bis zu einer Abstimmung im Herbst soll aber bezüglich Nutzung des eigentlichen Bahnhofgebäudes Klarheit herrschen», versprach Michael Schürch. Gebaut wird in Etappen, ab 2019 möchte man mit dem Bau des Bahnhofkopfgebäudes beginnen. Wann die drei Wohngebäude erstellt werden, ist laut Michael Schürch noch offen.

Gute Noten gab es von Talammann Alex Höchli, der betonte, dass das Vorhaben seit Beginn der Planung grosse Fortschritte gemacht habe. Der kantonale Denkmalpfleger Peter Omachen lobte insbesondere das Vorgehen bei der Projektentwicklung und den Einbezug aller Interessierten. «Die ZB und die Post haben mit der öffentlichen Mitwirkung den ‹Königsweg› beschritten, besser kann man es nicht machen.» Omachen warnte aber auch davor, dass es viele Interessen gebe, die man abwägen müsse.

Gebäudegrösse sorgt für scharfe Kritik

Tatsächlich mussten sich in der Diskussions- und Fragerunde die Projektverantwortlichen neben Lob auch Vorbehalte aus den Reihen der rund 150 Anwesenden anhören. Insbesondere der ehemalige Direktor der Titlisbergbahnen, Eugenio Rüegger, liess mit scharfen Worten aufhorchen. Das Projekt sei ein Grössenwahnsinn und eine Rücksichtslosigkeit. «Schämen Sie sich nicht, uns so einen Bau hinzustellen? Ihr macht die Bergwelt kaputt.» Er werde das Projekt bekämpfen.

Die meisten kritischen Voten richteten sich gegen die drei Gebäude mit Wohnungen. Geäussert wurden Befürchtungen, dass wegen der raumplanerischen Auswirkungen andere keine Wohnungen mehr bauen könnten, weil der Bedarf gedeckt sei. Diskutiert wurde auch über die Frage, wie gross der Bedarf in Engelberg für neue Erstwohnungen überhaupt sei. «Die Zentralbahn wird nichts erstellen, was nicht passt. Wenn der Bedarf für Erstwohnungen nicht da ist, wird auch niemand investieren», versicherte Michael Schürch.

Schliesslich fiel der Vorschlag, auch die Umzonung zu etappieren, also das Areal für die Wohnungen erst später zu behandeln. Dies sei momentan kein Thema, sagte Michael Schürch nach der Veranstaltung, man plane die Überbauung des Bahnhofareals als Gesamtprojekt. Von der Kritik sei er nicht überrascht worden. «Es ist selbstverständlich, dass so ein grosses Projekt auch polarisiert. Auf jeden Fall hat uns der heutige Abend bestätigt, dass die Fokussierung auf die Etappierung des Baus richtig ist.»

Nach dem Anlass im Hotel Bellevue-Terminus waren die Anwesenden eingeladen, bei einem Apéro den neuen Infopoint mit zwei Modellen der Überbauung im Bahnhof Engelberg einzu­weihen.

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