ENGELBERG: Aus fürs Kino wird bedauert

Der Kinobetrieb in Engelberg ist eingestellt. Betreiber Oscar Schönenberger wirft das Handtuch. Ihm fehlte die Unterstützung von Tourismus und Gewerbe.

Matthias Piazza
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Oscar Schönenberger als damals neuer Pächter des Kinos Engelberg im Juni 2009. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ (Archiv))

Oscar Schönenberger als damals neuer Pächter des Kinos Engelberg im Juni 2009. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ (Archiv))

«Ich habe den Betrieb eingestellt», bestätigt Oscar Schönenberger (49) auf Anfrage. Er hatte das Kino 2009 übernommen. «Wir haben viereinhalb Jahre geübt und stehen immer noch am selben Ort, das macht so keinen Sinn mehr», erklärt er. Der Betrieb sei nie aus den roten Zahlen gekommen. Doch die Zahlen seien nicht der einzige Grund für seinen Entscheid, sich aus Engelberg zurückzuziehen. «Mir fehlte die Unterstützung – sowohl ideell als auch finanziell», bringt er es auf den Punkt, betont aber, dass er nirgends aufhöre wegen der Zahlen allein. Aber unter diesen Umständen sei die Motivation nicht mehr da, den Betrieb mit Quersubventionen aufrechtzuerhalten. Oscar Schönenberger betreibt noch Kinos in Lenk BE und Sissach BL.

«Wir bedauern die Schliessung sehr», sagt Gemeinderätin Brigitta Naef. Sie ist auch Präsidentin der Kulturkommission. «Das Kino gehörte zur touristischen Infrastruktur.» Darum habe man den Betrieb auch mit einem namhaften Betrag unterstützt, dessen Höhe sie aber nicht sagen will. «Wir haben gemacht, was im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt, und auch Gespräche mit dem Betreiber und dem Besitzer geführt. Aber schlussendlich können wir nur bedingt auf einen privatwirtschaftlich geführten Betrieb Einfluss nehmen.»