ENGELBERG: Barfuss vom Ristis zur Brunnihütte

Wellness ohne Schuhe verspricht ein Barfusswanderweg auf dem Brunni ab Juni 2016. Möglich macht das ein Förderpreis-Gewinn.

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Sie vollführten am Samstag den symbolischen Spatenstich des Barfusswanderweges Ristis-Brunnihütte: (v.l.) Gregor Jakober (Aktuar Obwaldner Wanderwege), Thomas Infanger (Hotel Engelberg) mit Kinder, Urs Wallimann (Präsident Obwaldner Wanderwege), Rolf Walther (Vorstand Verein Brunni-Freunde), Thomas Küng (Geschäftsführer Brunni-Bahnen Engelberg AG), Karin Schärer-Meierhans (Verwaltungsrätin Brunni-Bahnen Engelberg AG), Michael Roschi (Geschäftsleiter Schweizer Wanderwege), Rosmarie und Eduard Hurschler (Alpgenossenschaft Engelberg). (Bild: pd / Brunni-Bahnen)

Sie vollführten am Samstag den symbolischen Spatenstich des Barfusswanderweges Ristis-Brunnihütte: (v.l.) Gregor Jakober (Aktuar Obwaldner Wanderwege), Thomas Infanger (Hotel Engelberg) mit Kinder, Urs Wallimann (Präsident Obwaldner Wanderwege), Rolf Walther (Vorstand Verein Brunni-Freunde), Thomas Küng (Geschäftsführer Brunni-Bahnen Engelberg AG), Karin Schärer-Meierhans (Verwaltungsrätin Brunni-Bahnen Engelberg AG), Michael Roschi (Geschäftsleiter Schweizer Wanderwege), Rosmarie und Eduard Hurschler (Alpgenossenschaft Engelberg). (Bild: pd / Brunni-Bahnen)

Nachdem das Projekt für den 1000 Meter langen Barfusswanderweg vom Ristis zur Brunnihütte länger «eingeschlafen» war, nicht zuletzt aus Finanzierungsgründen, geht es nun umso schneller vorwärts: Am Samstag fand der symbolische Spatenstich beim künftigen Startpunkt Hütismatt statt, somit noch vor dem Vorliegen einer Baubewilligung. Das Baugesuch wurde nämlich erst Ende August eingereicht. «Wenn alles nach Plan läuft, wird der Barfusswanderweg im Juni 2016 offiziell eröffnet», erklärt Thomas Küng, Geschäftsführer der Brunni-Bahnen Engelberg AG, vor der einzigartigen Bergkulisse.

«Wellness für die Füsse»

Merklich zur Beschleunigung des Projekts beigetragen hat ein Preisgewinn: Der Verein Brunni-Freunde hatte die Projektidee für den Nivea-Förderpreis 2015 eingegeben und diesen im Sommer tatsächlich auch gewonnen. Die Gesamtkosten von 75 000 Franken können so mit einem «stattlichen» Betrag abgefedert werden. Den Rest finanzieren die Brunni-Bahnen.

Im nächsten Jahr wird zudem der Kneipp-Pfad, der rund um den Härzlisee bei der Brunnihütte führt, 15-jährig. Unter dem Titel «Wellness für die Füsse» soll gefeiert und das Brunni-Gebiet rechtzeitig mit einer weiteren Attraktion gestärkt werden.

Kinder zum Wandern animieren

Wandern ist bereits die beliebteste Sportart der Schweizer, fast 3 Millionen von ihnen schnüren hin und wieder die Wanderschuhe. Kann man diese Freizeitaktivität überhaupt noch weiter fördern? Ja, sagte Michael Roschi, Geschäftsführer der Schweizer Wanderwege, dazu. Auf den Lorbeeren ausruhen hält er für keine gute Idee. Denn nur «mit solch innovativen Projekten» könne man Kinder und auch junge Leute zum Wandern animieren.
Davon zeigte sich auch Brunni-Freunde-Vorstandsmitglied Rolf Walther überzeugt: «Neue Attraktionen sind gefragt, damit die Begeisterung fürs Wandern kommt.» Doch auch der Kinderspielplatz oder der Herzlisee würden dazu beitragen. Urs Wallimann, Präsident der Obwaldner Wanderwege, sieht in der neuen Anlage gar «eine kleine Attraktion für geführte Wanderungen». Er lobte zudem die Initiative sowie die Arbeit der Freiwilligen, die solche Wanderweg-Projekte förderten.

1000 Meter, elf Posten

Doch was genau bringt so ein Barfusswanderweg? «Es tut einfach gut», findet der Ideengeber und Engelberger Hotelier Thomas Infanger. Oftmals nach dem Joggen habe er das Bedürfnis, barfuss unterwegs zu sein. Nicht nur zu Hause. Auch kurze Spaziergänge erledige er schuhlos. «Man ermüdet barfuss weniger schnell als mit Schuhen», sagt Thomas Küng dazu.

Auf einer kleinen «Teststrecke» bei der Alpkäserei Hütismatt wurde schliesslich vorgemacht, was demnächst «schlangenweise Leute» auf 1000 Meter erkunden werden. Zwar muss für den Barfusswanderweg kein neuer Weg gebaut werden, vielmehr sind es elf Posten, die man barfuss bewältigen kann. So etwa über Tannzapfen, durch eine natürliche Sumpfstelle, ein Wasserbad oder auch über einen kleinen Fels als Klettersteig.

 

Christoph Riebli