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ENGELBERG: Bau der Luxusvilla für reiche Russen ist lahmgelegt

Der russische Unternehmer Dmitry Yakubovskiy hatte grosse Pläne. Doch statt einer Villa dominiert seit geraumer Zeit eine Baugrube im Chligrüssli – zum Missfallen der Einheimischen. Wie es weitergeht, ist völlig offen.
Matthias Piazza
Gebaggert und gesichert: Die Baugrube wäre bereit für weitere Bautätigkeit. Doch es fehlt der Bauherr, der russische Unternehmer Dmitry Yakubovskiy. (Bild: Corinne Glanzmann/OZ, Engelberg, 15. März 2017)

Gebaggert und gesichert: Die Baugrube wäre bereit für weitere Bautätigkeit. Doch es fehlt der Bauherr, der russische Unternehmer Dmitry Yakubovskiy. (Bild: Corinne Glanzmann/OZ, Engelberg, 15. März 2017)

Eine grosse Baugrube – derzeit vom Schnee überdeckt – klafft im Chligrüssli an privilegierter Lage in Engelberg. Es ist die Baustelle des russischen Unternehmers Dmitry Yakubovskiy. Dieser wollte sich auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern eine luxuriöse Villa bauen. Verschiedene Appartements sowie Schwimmbad, Fitness- und Wellnessanlage sollten ebenso dazugehören wie ein Coiffeursalon, ein Heimkino und ein Raum mit Lounge und Billardtisch. Panoramasicht inklusive. Zur Villa hätte auch eine Tiefgarage für 15 Autos gehört.

Der Aushub mit einem Bauvolumen von rund 20 000 Kubikmetern ist zwar vollendet, das Untergeschoss im Rohbau erstellt. Doch seit Monaten ist die Baustelle verwaist. Christoph Richterich, der für Yakubovskiy die Kommunikation in der Schweiz betreut, bestätigt den Baustopp. «Dmitry Yakubovskiy ist seit 2016 abgemeldet in der Schweiz. Die Krise in Russland hat ihm und seinen Geschäften zugesetzt, und er musste zurück nach Russland, um nach dem Rechten zu sehen», teilt Rich­terich auf Anfrage schriftlich mit.

Der 53-jährige Russe hatte seit 2008 seinen Wohnsitz in Engelberg und galt als einer der grössten Steuerzahler im Kanton Obwalden. «Aufgrund persön­licher Umstände wird Herr Yakubovskiy dieses Objekt nicht wie vorgesehen für sich selbst nutzen können», heisst es weiter. Dies habe zu grundsätz­lichen Überlegungen geführt, was die Überbauung des Grundstücks betreffe. Ob und allenfalls welche Konsequenzen sich daraus ergeben, könne nicht abschliessend beurteilt werden, teilt Christoph Richterich mit. Noch habe man nicht alle Punkte gänzlich klären können.

Durch den Wegzug von Yakubovskiy aus dem Klosterdorf hat sich auch die Geschäftstätigkeit der Engelberg Industrial Group stark reduziert, weshalb man sich Gedanken mache, nach einer Verkleinerung die Räumlichkeiten an der Dorfstrasse ganz aufzugeben, so Richterich weiter. Gemäss einem kürzlich erschienenen Inserat in einer Onlinebörse ist dies bereits passiert. Die Firma von Yakubovskiy und seinem Bruder Stav Jacobi befasst sich mit dem Erwerb, der Verwaltung und der Veräusserung von Beteiligungen im In- und Ausland.

Bauherrschaft verstösst nicht gegen das Gesetz

Zwar wollte sich auf Anfrage bei Nachbarn und weiteren Einheimischen niemand namentlich in unserer Zeitung äussern, doch hinter vorgehaltener Hand wird Kritik laut zur verlassenen Baustelle. Fest steht: Der Bauherr kann diese nicht ewig ruhen lassen. Nach 18 Monaten erlischt gemäss Gesetz die Baubewilligung. Das wäre diesen Herbst der Fall. Allerdings kann diese Frist aus wichtigen Gründen zweimal um je ein Jahr verlängert werden.

«Es läuft alles gesetzeskonform ab. Aber natürlich ist der aktuelle Zustand für alle unbefriedigend, wie wir auch aus den Rückmeldungen der Bevölkerung gespürt haben», räumt Engelbergs Talammann (Gemeindepräsident) Alex Höchli ein. «Zusammen mit der Bauherrschaft sind wir im Gespräch und sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden.» Wie es weitergeht, wenn die Bauarbeiten tatsächlich nicht zu Ende geführt würden, könne er jetzt noch nicht sagen.

Die Kosten fürs Luxusobjekt wurden in früheren Zeitungsartikeln auf 20 Millionen Franken geschätzt. Ein beauftragtes Planungsbüro bezifferte sie auf seiner Webseite gar auf rund 50 Millionen. Yakubovskiy hatte mit finanziellen Engagements in Engelberg, die er medial offensiv angekündigt hatte, auf sich aufmerksam gemacht, so etwa beim Restaurant Bänklialp oder auch bei den Brunni-Bahnen. Bei Letzteren zeichnete er allerdings nicht im grossen Stil Aktien, wie es auf Anfrage heisst.

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Ein Beginn für die 50-Millionen-Villa ist gemacht. Ein Fundament und die vermutliche Tiefgarage sind in den Boden gegossen. (Bild: Corinne Glanzmann/OZ, Engelberg, 15. März 2017)

Ein Beginn für die 50-Millionen-Villa ist gemacht. Ein Fundament und die vermutliche Tiefgarage sind in den Boden gegossen. (Bild: Corinne Glanzmann/OZ, Engelberg, 15. März 2017)

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