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ENGELBERG: Bauherren zeigen Zeitzeugen der Belle Epoque

Bei Rückbauarbeiten am Hotel Europäischer Hof kamen Elemente aus alten Zeiten zu Tage. Nun öffnet die Bauherrschaft die Baustelle: Die Leute sollen sehen können, wie früher gebaut wurde.
Kilian Küttel
André Zurmühle bearbeitet eine der alten Säulen im Schiller-Saal des «Europäischen Hofs». Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 19. Oktober 2016)

André Zurmühle bearbeitet eine der alten Säulen im Schiller-Saal des «Europäischen Hofs». Bild: Eveline Beerkircher (Engelberg, 19. Oktober 2016)

Yungfeng Gao nimmt viel Geld in die Hand: Mit 100 Millionen Franken will der chinesische Geschäftsmann das Hotel Europäischer Hof umbauen und einen neuen Gebäudekomplex anbauen. Das geplante Hotel heisst Titlis Palace und befindet sich mitten im Engelberger Dorfkern, direkt neben dem Kurpark. Die Bauarbeiten hatten im April dieses Jahres begonnen. Damals hatte der Investor den Spatenstich höchstpersönlich übernommen – vom Baggersitz aus (wir berichteten). Nun, ein halbes Jahr später, sind die Arbeiten ein gutes Stück fortgeschritten.

Beim Rückbau der alten Zimmer und der Einrichtung fanden die Bauarbeiter einiges vor, was sie staunen liess und was typisch für die Bauweise der Belle Epoque ist – also der Zeit um die Jahrhundertwende, in welcher der «Europäische Hof» gebaut worden war. «Die Offenlegung des Fensterrahmens zeigte zum Beispiel, dass früher in aufwendiger Handarbeit mit einzelnen Holzlatten eine Unterkonstruktion erstellt wurde», sagt Projektleiter Martin Gasser von der Eberli Sarnen AG bei einem Rundgang durch die Baustelle. Anders als heute hätte es damals nämlich noch keine Gipsplatten gegeben.

Säulen ohne Marmor

Die Bauherren haben über die damalige Handwerkskunst gestaunt. So auch über die kunstvoll verzierten Decken. Diese waren auf besondere Weise mit der Bodenkonstruktion verbunden: «Die Decke wurde mit einzelnen Drähten an den Boden des dar­überliegenden Raums aufgehängt», so Gasser. Diese Aufhängung müsse im Laufe der weiteren Arbeiten mit Sicherheit verstärkt werden.

Doch das war nicht die kurioseste Entdeckung, sondern die edlen Marmorsäulen im Eingangsbereich des Hotels. Diese sorgten für Verwunderung – und wohl auch für manchen Schmunzler. Denn den massiven Marmor konnten die Bauarbeiter lange suchen: «Die Säulen bestehen aus einem Stahlpfeiler, der einfach verputzt und anschliessend marmoriert wurde. Schon vor über hundert Jahren hat man also da und dort ein wenig getrickst», so Gasser.

Besichtigung ist am Samstag

Wie früher gebaut und eben manchmal getrickst wurde, sollen Interessierte nun selber sehen. Am kommenden Samstag veranstalten die Bauherren einen Tag der offenen Baustelle. «Die Leute sollen sehen können, wie unsere Vorfahren gebaut haben», sagt Toni Bucher, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG. Er erklärt weiter: «Wir wollen offen und laufend über den Bau informieren.» Damit will er die Bevölkerung direkt ansprechen. «Gerade bei einem derartigen Grossprojekt ist es wichtig», so Bucher, «dass man laufend und gut informiert. Schliesslich wollen wir die Leute am Bau dieses Jahrhundertbauwerks teilhaben lassen.» Toni Bucher hofft, dass möglichst viele Personen am Baustellenrundgang im «Europäischen Hof» teilnehmen werden.

So wie beim Altbau sind auch beim Neubau die Arbeiten auf Kurs. Hier hat man mit dem Aushub der ersten von insgesamt vier Etappen für die Tiefgarage und das Kellergeschoss begonnen. Unvorhergesehene Schwierigkeiten seien bislang ausgeblieben. Der Eröffnungstermin für das erste Fünf-Sterne-Hotel in Engelberg bleibt nach wie vor der gleiche: Ab Ende 2018 soll gehobene Kundschaft nach Engelberg kommen – also ganz wie zu Zeiten der Belle Epoque.

Hinweis

Der Baustellenrundgang «So bauten unsere Vorfahren» findet am kommenden Samstag, 22. Oktober, statt. Interessierte können die Baustelle neben dem Kurpark in Engelberg von 14 bis 16 Uhr besichtigen.

Kilian Küttel

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