Engelberg

Beim Skispringen Engelberg hofft man nun auf ein nächstes und besseres Jahr

Corona hat auch das Wettkampfbüro der Engelberger Weltcup-Skispringen besonders gefordert.

Robert Hess
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Das Weltcup-Skispringen in Engelberg fand ohne Zuschauer und mit allgemeiner strikter Maskenpflicht auf dem gesamten Areal statt. Passanten und interessierte Zuschauer mussten sich mit dem Blick von aussen auf die Schanze begnügen.

Das Weltcup-Skispringen in Engelberg fand ohne Zuschauer und mit allgemeiner strikter Maskenpflicht auf dem gesamten Areal statt. Passanten und interessierte Zuschauer mussten sich mit dem Blick von aussen auf die Schanze begnügen.

Bild: Robert Hess (Engelberg, 19. Dezember 2020)

Livia Christen, Sarah Hödl und Patrick Nicole hatten als Mitglieder des OK-Teams bei den Engelberger Weltcup-Skispringen vom Wochenende das Privileg, ihren Einsatz im rustikalen «Chalet» leisten zu können. Der schmucke Holzbau im Areal des Sporting-Parks wäre eigentlich für jede Art von Gemütlichkeit ein idealer Austragungsort. Doch derzeit schnuppert man im «Chalet» vergeblich nach Hütten-Kafi- und Bratchäs-Düften. Und der Eingangsbereich ist nicht mit Kaffeehütte oder Älplerbar beschriftet, sondern mit «Wettkampfbüro» und dem Plakat mit den Coronaverhaltensregeln. Zudem herrscht auch hier strenge Maskenpflicht, da kennt OK-Präsidentin Martha Bächler keinen Pardon.

Wo viele Fäden zusammenlaufen

Leiterin des Head Office/Wettkampfbüros im OK ist die 21-jährige Livia Christen aus Dallenwil. Sie gehört wie Sarah Hödl und Patrick Nicole dem Team der Engelberg-Titlis Tourismus AG an. Für die beiden Weltcup-Skispringen verlegen sie ihr Büro während einiger Tage auf das Areal des Sporting-Parks.

Das Wettkampfbüro ist erstmals im rustikalen «Chalet» auf dem Areal des Sporting Parks untergebracht. Rechts Livia Christen, Leiterin des Head Office/Wettkampfbüros, links Sarah Hödl und hinten Patrick Nicole.

Das Wettkampfbüro ist erstmals im rustikalen «Chalet» auf dem Areal des Sporting Parks untergebracht. Rechts Livia Christen, Leiterin des Head Office/Wettkampfbüros, links Sarah Hödl und hinten Patrick Nicole.

Bild: Robert Hess (Engelberg, 19. Dezember 2020)

«Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb des OK für die Athleten, Trainer, Teamleitungen, Betreuer, Funktionäre und Sponsoren», berichtet Livia Christen im Gespräch mit unserer Zeitung. «Wir versorgen die Teams beispielsweise mit Informationsmaterial oder Startnummern und vieles andere mehr. Zudem weisen wir ihnen die reservierten Hotelzimmer zu. Wegen Corona bedeutet dies für die zuständige Kollegin Sarah Hödl eine besondere Herausforderung, weil vor allem Einzelzimmer gefragt sind.

«Die Skispringer werden für den Besuch im Wettkampfbüro meistens durch ihre Trainer vertreten», so Livia Christen, «nur das Preisgeld muss jeder Athlet nach dem Springen bei Finanzchef Patrick Nicole im Wettkampfbüro persönlich abholen. «Ein ständiges Kommen und Gehen», meint Livia Christen, «das gefällt mir, ich bin viel lieber gefordert als gelangweilt.»

Als Event Manager bei der Engelberg-Titlis Tourismus AG hat Livia Christen während des Jahres unter anderem das Dossier Skispringen zu betreuen. «Nach dem Skispringen ist jeweils vor dem Skispringen», sagt sie. Bereits zu Beginn des neuen Jahres müssen die Gesuche beim Kanton um die Bewilligungen des Anlasses sowie die Gesuche um Unterstützung an den Zivilschutz oder beim Militär eingereicht werden.

Wo sonst beim Skispringen ein reges Treiben angesagt ist, herrscht dieses Jahr wegen Corona und dem Verzicht auf Zuschauer fast Menschenleere.

Wo sonst beim Skispringen ein reges Treiben angesagt ist, herrscht dieses Jahr wegen Corona und dem Verzicht auf Zuschauer fast Menschenleere.

Bild Robert Hess (Engelberg, 19. Dezember 2020)

Corona hat einiges verändert

Eigentlich wären im Frühling/Sommer 2020 die weiteren üblichen Arbeiten wie Sponsorensuche inklusive Verträge, die Organisation des Ticketverkaufs, die Vorbereitung des traditionellen VIP-Anlasses, die Erstellung der Dokumentationen sowie das Programmheft geplant gewesen. Als jedoch im März die Pandemie wenig Gutes versprach, blickt Livia Christen zurück, habe das OK einen vorläufigen Marschhalt beschlossen. Während beispielsweise die Hauptsponsoren bereits festgelegt waren, wurden bewusst noch keine Lokalsponsoren gesucht. Trotz grosser Nachfrage im Sommer, bot man auch die Tickets noch nicht an. «Als dann im Herbst die Entscheidung zum Skispringen ohne Zuschauer gefällt werden musste, «waren wir froh, keine Rückerstattungen für vorverkaufte Tickets leisten zu müssen.»

Abgesagt wurde der beliebte VIP-Anlass und auch aufs Programmheft musste verzichtet werden. Als Ersatz können sich die Sponsoren in einer 24-seitigen Beilage im «Engelberger Anzeiger» präsentieren. «Wir sind überall auf grosses Verständnis gestossen», lobt Livia Christen. Sie rechnet damit, dass sie im 2021 das Head Office/Wettkampfbüro zum dritten Mal leiten wird. «Dem normalen ersten Jahr 2019 folgte 2020 ein schwieriges und nun kommt ein besseres Jahr», ist die junge Frau überzeugt.

Livia Christen, Leiterin Head Office/Wettkampfbüro der beiden Weltcup-Skispringen in Engelberg.

Livia Christen, Leiterin Head Office/Wettkampfbüro der beiden Weltcup-Skispringen in Engelberg.

Bild: Robert Hess (Engelberg, 19. Dezember 2020)