ENGELBERG: Betrugsfall: Gutachter sieht Pflichtverletzung

Die Geschäfts­leitung trägt eine Mitschuld am Betrugsfall bei den Titlis-Bahnen. Zu diesem Schluss kommt ein Rechtsgutachten.

Geri Wyss
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Die Seilbahn Trübsee-Stand der Titlis-Bahnen. (Bild: Keystone)

Die Seilbahn Trübsee-Stand der Titlis-Bahnen. (Bild: Keystone)

Der Fall hatte für grosses Aufsehen gesorgt: Ein ehemaliger Buchhalter der Titlis-Bahnen hatte von April 2009 bis Juni 2010 eigenmächtig Gelder der Unternehmung an asiatische Investmentgesellschaften in Macau verschoben und die Buchhaltung verschleiert. Das Kantonsgericht Obwalden hatte ihn im Februar vor einem Jahr der mehrfachen Veruntreuung über gut 10 Millionen Franken sowie mehrfacher Urkundenfälschung für schuldig gesprochen. Der Verurteilte legte daraufhin Berufung ein.

Ex-Buchhalter akzeptiert Urteil

Im Februar hat der Ex-Buchhalter die Berufung gegen dieses Urteil zurückgezogen, wie Verwaltungsratspräsident Hans Hess an der jüngsten Generalversammlung der Titlis-Bahnen vom vergangenen Freitag informierte. Die Titlis-Bahnen haben zudem die Verantwortlichkeit und Haftung der Organe und der Geschäftsleitung extern überprüfen lassen. Der Gutachter kommt zum Schluss: Albert Wyler, ehemaliger Geschäftsführer, und Giann Theler, ehemaliger Finanzchef, haben Pflichten verletzt, die an sich eine Haftung begründen. Die Taten des Buchhalters seien begünstigt worden, weil ihm eine zweite digitale Unterschrift des Geschäftsführers überlassen worden sei. «Das hätte nicht passieren dürfen», räumt Hans Hess ein, «zu diesem Schluss kommt nun auch der Gutachter.»