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Engelberg bremst Umnutzung von Hotels in Wohnungen

Im Dorfkern dürfen keine Hotels mehr verschwinden. Die Nutzung von allen Räumen im Erdgeschoss wird auf gewerbliche Tätigkeiten eingeschränkt. Der Einwohnergemeinderat führt eine entsprechende Planungszone ein.
Philipp Unterschütz
Engelberg will den Dorfkern beleben, deshalb dürfen keine Hotels und Läden verschwinden. Im Bild die Dorfstrasse. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 23. Januar 2019))

Engelberg will den Dorfkern beleben, deshalb dürfen keine Hotels und Läden verschwinden. Im Bild die Dorfstrasse. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 23. Januar 2019))

Der Gemeinderat schränkt mit einer Planungszone die Umnutzung von Räumen im Engelberger Dorfkern massiv ein. Im definierten Bereich zwischen Bahnhof und Kloster an der Dorf- und Klosterstrasse ist es ab sofort nicht mehr erlaubt, dass Räume im Erdgeschoss zu Wohnungen umgenutzt werden, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Räumlichkeiten auf dem Niveau der angrenzenden Strassen, Trottoirs oder Spazierwege dürfen nur als Hotels, Gast- und Unterhaltungsstätten sowie als weitere Geschäfts- und Gewerbebetriebe gemäss geltender Zonenordnung genutzt werden – wie beispielsweise Gastronomie, Detailhandel, Getränke- und Lebensmittelhandel oder Dienstleistungen. Ausgenommen sind rechtmässig bestehende und rechtskräftig bewilligte Wohnungen. Bestehende Hotels dürfen in der Planungszone auf allen Geschossen weder ganz noch teilweise in Wohnungen umgenutzt werden.

Auslöser seien diverse Gesuche und Voranfragen an den
Einwohnergemeinderat für entsprechende Umnutzungen im Dorfkern gewesen, erklärt Talammann Alex Höchli auf Anfrage. «Wenn wir jetzt aber anfangen, dort Umnutzungsprojekte zu genehmigen, widersprechen wir der Gesamtstrategie, die wir verabschiedet haben, um den Dorfkern zu attraktivieren.»

Öffentliches Interesse überwiegt

Alex Höchli, Talammann Engelberg.

Alex Höchli, Talammann Engelberg.

Man sei sich bewusst, dass es sich um einen grossen Eingriff in den Handlungsspielraum der Grundeigentümer handle, sagt Alex Höchli. «Nach reiflicher Überlegung ist der Einwohnergemeinderat aber zum Schluss gekommen, dass das öffentliche Interesse überwiegt.»

Die vom Gemeinderat genehmigte Strategie sieht unter anderem vor, dass das Dorfzentrum besser vernetzt und belebt werden soll. «Tourismusdestinationen wie Engelberg sind auf ein attraktives Zentrum angewiesen», so Alex Höchli weiter. «Mit jedem Hotel und Geschäft, das verschwindet, nimmt die Attraktivität des Dorfkerns ab. Neue Wohnungen anstelle von Restaurants, Gewerberäumlichkeiten oder Hotelbetten widersprechen unserem Ziel.»

Der Einwohnergemeinderat hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche sich mit der Attraktivierung des Dorfzentrums befasst, um die Ziele der aktuellen Tourismusstrategie zu erreichen. Dabei sollen neben Anwohnern, Gewerbeverband oder Hotelierverein auch die betroffenen Grundeigentümer einbezogen werden, wünscht sich der Talammann. Er sei selber Geschäftsmann im Dorfzentrum und hoffe, dass ein Gesamtinteresse dafür auch bei den Liegenschaftsbesitzern vorhanden sei. «Als Einzelner kann man nur sein eigenes Geschäft optimieren, aber wir können gemeinsam die attraktive Umgebung dafür schaffen.»

Warten auf die Revision der Ortsplanung

Die Planungszone ist für die Gemeinde ein Marschhalt auf dem Weg zur Ortsplanungsrevision. In deren Rahmen soll die Tourismusstrategie mit einem lebendigen Ortszentrum in die Bau- und Zonenordnung einfliessen. Abwarten muss die Gemeinde zuerst den hängigen Richtplan des Kantons Obwalden. Nach dessen Bewilligung durch den Bund im nächsten Jahr hofft Alex Höchli, dass die Engelberger Ortsplanrevision bis etwa 2021 abgeschlossen werden kann.

Die Planungszone im Zentrum von Engelberg. (Bild: PD)

Die Planungszone im Zentrum von Engelberg. (Bild: PD)

Wie die Gemeinde weiter mitteilt, tritt die Planungszone mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft. Sie gilt fünf Jahre und könnte vom Regierungsrat verlängert werden, wenn dies sachlich begründet ist. Die Planungszone könnte aber vom Einwohnergemeinderat auch jederzeit widerrufen werden. Der Plan der betroffenen Gebiete und die dazugehörigen Bau- und Nutzungsvorschriften werden auf der Gemeindekanzlei Engelberg während 30 Tage öffentlich aufgelegt. Während dieser Auflagefrist kann beim Einwohnergemeinderat schriftlich und begründet Einsprache erhoben werden. Einsprachen und Beschwerden kommt keine aufschiebende Wirkung zu.

Planungszone Dorfzentrum Engelberg - Fragen und Antworten.pdf

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